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Die Bierkessel stehen schon mal, dennoch eröffnet der „Binder-Bräu“ wohl erst im Sommer. Braumeister Andreas Forstner und Eigentümer Andreas Binder (re.) jedenfalls arbeiten hart daran, dass alles fertig wird.

Badeteil

„Binder-Bräu“ eröffnet erst im Sommer

Bad Tölz – Die alte Bausubstanz und Witterung verzögern die  Fertigstellug des "Binder-Bräus" erneut. Wenn es im Sommer aber soweit ist, gibt es etwas feines für den Gaumen: Ein Rezeptbuch von 1843 bildet die  Grundlage für die neue Speisekarte.

Die Eröffnung des „Binder-Bräus“ am Tölzer Vichyplatz verschiebt sich noch einmal nach hinten. „Im Moment gehen wir davon aus, dass es Sommer wird“, sagt Andreas Binder, der Ende 2012 zusammen mit seiner Frau Monika Weber-Binder das ehemalige „Haus der Sonne“ erworben hat, um in privater Verantwortung einen neuen touristischen Anziehungspunkt im Badeteil zu schaffen. In dem über 100 Jahre alten Anwesen soll neben einem Wirtshaus im alten Stil und einer Brauerei auch ein Museum für Volkskunst entstehen (wir berichteten).

Ursprünglich hätten die Gaststätte und die Brauerei bereits im Herbst 2014 fertig sein sollen. Die alte Bausubstanz des Hauses führte aber immer wieder zu Verzögerungen, weshalb auch der zweite Termin jetzt im Frühjahr nicht eingehalten werden kann. „Baulich haben wir wieder einige Mängel entdeckt, die uns viel Zeit kosten“, erzählt Binder. Als Beispiel nennt er die Kanalisation, die komplett saniert werden musste. Aber auch die Witterung machte den Bauarbeitern einen Strich durch die Rechnung: „Um den Anbau zu fliesen, brauchen wir mindestens 15 Grad – nicht nur von der Luft her, sondern auch vom Material“, schildert der ehemalige Leiter des Tölzer Stadtmuseums. Erst dann können das Sudhaus – ein Teil der Brauerei – und schließlich die Außenwände gebaut werden. Und auch sonst gibt es noch einiges zu tun: „Derzeit läuft die Verrohrung, in den kommenden Wochen^ müssen unter anderem noch Lüftungskanäle und Kühlhäuser eingebaut werden.“

Sobald das Wirtshaus mit seinen 180 Plätzen innen und weiteren 200 Sitzmöglichkeiten im Biergarten sowie die Brauerei fertig sind, kommen im zweiten Bauabschnitt die Schauräume im ersten und zweiten Stock des Anwesens an die Reihe. „Das Museum soll spätestens am 23. April 2016 fertig sein“, betont Binder. Denn an diesem Tag wird das Bayerische Reinheitsgebot 500 Jahre alt. Thematisch passt dieser runde Geburtstag perfekt zu dem Museum, dessen Schwerpunkt das Brauwesen sein wird. Der Zinnfigurenmaler Peter Bach etwa zeigt mit über 1000 Figuren in 160 Szenen die 6000-jährige Geschichte des Bieres von den Sumerern bis zum Reinheitsgebot 1516 (wir berichteten). Daneben kann Andreas Binder auf einen großen Fundus an Ausstellungsstücken aus dem Besitz von Schwiegervater Hans Weber zurückgreifen. Dieser stammt aus einer alten Tölzer Kupferschmied-Dynastie.

Gastronomisch wird das Thema Bier ebenfalls eine wichtige Rolle spielen. „Wir werden Suppen, Saucen und sogar Gebäck mit Bier anbieten“, verrät Binder, der auf alpenländische Küche mit regionalen Produkten setzt. Das Besondere: Der 46-Jährige will mit alten und zum Teil vergessenen Rezepten arbeiten. „Über einen Bekannten bin ich an ein bayerisches Kochbuch aus dem Jahr 1843 gekommen“, freut sich Binder. „Daraus konnten wir uns einige Anregungen holen, auch wenn vieles an die heutige Küche angepasst werden muss.“ Andere Rezepte finden dagegen wohl keine Anwendung mehr, wie Binder lachend erzählt. „Den Biber-Braten von damals werden wir nicht mit auf die Speisekarte setzen.“

Silke Scheder

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