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Die Madlschule soll Heimat der Tölzer Vereine bleiben.

Tölzer Bürgerversammlung

"Bis zur Enteignung muss viel passieren"

Bad Tölz - Herbe Kritik, dickes Lob. Bei der Tölzer Bürgerversammlung im Tölzer Kurhaus musste sich die Rathausspitze beides gefallen lassen.

Zur Generalkritik setzte am Donnerstag einmal mehr Wilhelm Wesselmann (Stefanie-von-Strechine-Straße) an. Der ständige Stadtrats-Gast ließ in seinen Ausführungen kein gutes Haar an der Stadt und kritisierte vor allem die unverständlichen städtebaulichen Entscheidungen. Er nannte als Beispiel den Kogel, wo die Stadt ganz ohne Not Grünflächen für Wohnbebauung (oberhalb Frisia) und für ein Frischzellenzentrum geopfert habe. Und nun komme auch noch ein Heizkraftwerk hinter dem Rosenhof dazu. Da Wesselmann keine konkrete Frage stellte, gab ihm Bürgermeister Josef Janker auch keine Antwort.

Viel Lob hatte zuvor schon das Stadtoberhaupt vom Dritten Landrat Klaus Koch eingestrichen. Tölz sei beim Thema Asyl vorbildlich vorangeschritten und von allen Kommunen „am besten im Landkreis aufgestellt“. Das Wohnprojekt auf der Flinthöhe sei genau die richtige Vorsorgemaßnahme. Alle Kreis-Kommunen schauten mit großem Interesse auf das Vorhaben.

Janker hatte in seinem Rechenschaftsbericht auch den möglichen Immobilientausch zwischen Kirche und Stadt angesprochen: Ehemaliges Kloster und Madlschule an die Kirche, Franzmühle an die Stadt. Derzeit würden dafür die Wertgutachten erstellt. Verena Peck von der Komischen Gesellschaft berichtete über die Angst der Vereine, dass sie deshalb ihre Heimat in der Madlschule verlieren. Die Entscheidung solle bitte nicht von wirtschaftlichen Faktoren abhängig gemacht werden. Das Gutachten sei nur die Grundlage der Diskussion, sagte Bauamtschef Christian Fürstberger. Es werde wohl im Herbst vorliegen. „Bis dahin passiert nichts.“

Andreas Lang monierte das geplante Heizkraftwerk hinter dem Rosenhof. „Schlechte Luft will ich nicht.“ Sie sei auch den Rosenhof-Patienten nicht zuzumuten. Die Immissionslage werde noch genau geprüft, erwiderte Janker. Auch seien mehrere Heizwerk-Standorte im Gespräch.

„Eigentum verpflichtet doch“, hatte Lang ein weiteres Anliegen. Er fragte sich, warum die Stadt den Besitzer der Bruckfeld-Ruine (Häringer) nicht einfach zwinge, den Schandfleck zu beseitigen. Genauso solle sie die Familie Hoefter notfalls enteignen, um die dringend nötigen Parkplätze fürs Kurhaus zu bekommen. „Da muss schon viel passieren, bevor man enteignen kann“, antwortete Fürstberger. Mit Anton Hoefter habe man versucht zu verhandeln. Er stelle seine leeren Alpamare-Parkplätze aber nicht zur Verfügung. Um die Parksituation am Kurhaus zu verbessern, werde die Stadt das Parkleitsystem umstellen. Langfristig denke die Stadt an eine Tiefgarage auf dem Waldherr-Grundstück neben dem Kurhaus.

Hundehalterin Erika Emonts-Gast (Am Ellbach) schimpfte auf den Fußweg zwischen Eichenstraße und Eichmühle, der vom Oberhof-Verwalter verengt und mit Stacheldraht eingezäunt worden sei. Der anwesende Verwalter Franz Schmid schoss umgehend zurück. Jedes Jahr verliere man Tiere durch Hundekot. „Wir mussten da was tun.“ Ob und wie der Fußweg gewidmet ist, das will die Stadt nun prüfen. Stacheldraht können man im Außenbereich aber wohl nicht verbieten, sagte Fürstberger.

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