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Hans Kiefersauer, Bürgermeister von Benediktbeuern

Bürgermeister Hans Kiefersauer hat Krebs

Krank, aber kein bisschen feig

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Benediktbeuern - Hans Kiefersauer hat Krebs. Der Benediktbeurer Bürgermeister hat seine schwere Erkrankung jetzt erstmals öffentlich angesprochen – und dabei mit übler Nachrede aufgeräumt.

Da blieb am Mittwoch einigen Gemeinderäten und auch so manchem Zuhörer die Luft weg, als der Bürgermeister mit seiner Erklärung fertig war. Er wolle klarstellen, warum er am 11. Januar nicht an der Podiumsdiskussion zum Thema Asyl an der Katholischen Stiftungsfachhochschule (KSFH) teilgenommen habe, sagte Kiefersauer. Als er im Dezember die Einladung zu der Veranstaltung erhielt, habe er den Studenten bereits mitgeteilt, dass eine Teilnahme von seinem Gesundheitszustand abhänge.

„Als ich dann Ende Dezember erfahren habe, dass ein weiterer Chemo-Zyklus beginnt, habe ich abgesagt“, so Kiefersauer. „Glaubt mir, eine Chemo ist kein Honigschlecken.“ Jetzt seien die Nebenwirkungen am Abklingen. „Drum sitze ich wieder hier im Rathaus.“ Die medikamentöse Krebsbehandlung habe aber auch ihre weniger schönen Seiten, die Kiefersauer inzwischen kennengelernt hat: „Ich wollte nicht mit Brechreiz an einer Podiumsdiskussion teilnehmen.“ Bereits im Herbst habe er eine Klausur-Tagung des Gemeinderats wegen seiner angeschlagenen Gesundheit vorzeitig verlassen müssen.

Im Dorf sei sein Fehlen bei der Veranstaltung im Kloster nun sehr wohl registriert worden. „Der Bürgermeister drückt sich“, sei ihm zu Ohren gekommen. Die Leute hätten es halt nicht besser gewusst. Aber als er dann feststellen musste, „dass es Gemeinderäte gibt, die meinen, sie müssen mich diskreditieren, da war ich schon schockiert“. Laut Kiefersauer handelt es sich um Kommunalpolitiker, „bei deren Belangen es sonst immer um Herzenswärme geht“. Doch wenn dann jemand am Boden liege, dann meinen diejenigen, dass sie „nochmal draufhauen müssen“. Kiefersauers Rat: „Die sollen sich fragen, ob sie die notwendige Charakterstärke haben für das Ehrenamt als Gemeinderat.“ Zeit zum Nachdenken bliebe noch bis zum Ende der derzeitigen Wahlperiode.

„Da bleibt jetzt eine ungute Stimmung im Raum“, sagte Gemeinderat Cölestin Allgäuer, der am Ende der Sitzung das Thema nochmal aufgriff. „Hast Du denn mit den Gemeinderäten gesprochen, die Dich diskreditiert haben?“, wollte er vom Bürgermeister wissen. „Nein, das habe ich nicht“, sagte Kiefersauer. Und: „Wie ich mit der Sache umgehe, das müsst Ihr schon mir überlassen.“ Aber eines solle jedem klar sein: „Ich zeige keine Feigheit vor dem Feind.“

Alois Ostler 

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