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Ist bald Vergangenheit: Das Bullen-Büro, in dem sich Nessy Karolinger und Christian Simbeck hier befinden, zieht mit den restlichen Requisiten aus dem Filmmuseum im Badeteil nach Grünwald.

Der Bulle von Tölz

Filmkulisse zieht nach Grünwald

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Bad Tölz - Ein weiteres Kapitel des Bullen von Tölz wird geschlossen, obwohl es erst Anfang des Jahres geöffnet wurde. Nessy Karolinger zieht mit der ehemaligen Polizeikulisse und anderen Requisiten in die Bavaria Filmstadt nach Grünwald. „Es gibt Ehen, die kürzer gehalten haben“, sagt sie.

Das Büro in der Herderstraße sieht mit etwas Fantasie so aus, als hätte Benno Berghammer alias Ottfried Fischer gerade seine Kaffeetasse abgestellt und wäre zu einem Tatort geeilt. Nessy Karolinger, Travestie-Künstler aus Hamburg, hat einige Requisiten der Serie ausfindig gemacht und mit dem Originalschreibtisch, Telefon und Kamera die Kulisse aus „Der Bulle von Tölz“ nachgebaut. Im Januar war Eröffnung des „Bayerischen Krimi Hauses“. Nach einem Jahr wird nun aber alles wieder abgebaut, eingepackt und in die Bavaria Filmstadt nach Grünwald gefahren. „Wir wollen die Exponate dort so schnell wie möglich in die Führung integrieren“, sagt Karolinger, die dort seit Juli als Guide arbeitet.

Einen festen Zeitplan gibt es dafür noch nicht. Im Jubiläumsjahr 2019, die Filmstadt feiert 100 Jahre Bestehen, sind die gesammelten Stücke aber fest eingeplant. Eine Folge „Der Bulle von Tölz“ wurde nämlich dort gedreht, außerdem lag das Schlafzimmer von Benno Berghammer in den Bavaria Filmstudios.

Nessy Karolinger hatte aber nicht nur das Bullen-Büro an der Herderstraße aufgebaut. Sie stellte dort auch andere Film-Szenen mit Requisiten nach. Zum Beispiel machte sie Bett, Thron und Kostüme aus „Wickie und die starken Männer“, einige Stücke aus dem Film „Der Wixxer “ und von „Peter Steiners Theaterstadl“ ausfindig. Auch die Serie „Pfarrer Braun“ war vertreten. „Das Letzte, was übrig ist, ist hier“, sagt Karolinger. Der Travestie-Künstler übernahm die Requisiten aus einer Scheune, in der die Produktionsfirma die Reste vom Dreh eingelagert hat. „Für den Film ist das alles unheimlich wichtig. Während des Drehs wird es gehütet, aber danach ist es eigentlich nur noch lästig“, erklärt die Sammlerin. Daher wird vieles weggeworfen, manches verkauft. Was eingelagert wurde, durfte Karolinger übernehmen. „Die Produktionsfirma ist froh, dass die Exponate einen Platz gefunden haben, wo sie Anerkennung bekommen. Ich habe alles hier mit Liebe aufgebaut.“

Allerdings stieß das „Bayerische Krimi Haus“ im Badeteil nicht auf das erwartete Interesse. Karolinger zufolge wurden die Kosten für die Räume angehoben. „Das trägt sich an diesem Standort nicht“, sagt sie. Besucherzahlen könne sie nicht nennen. Es sei nicht die Masse, aber auch nicht zu wenig gewesen.

Also stellt Karolinger die Filmrequisiten der Bavaria Filmstadt zur Verfügung. „Es ist zu schade, wenn es wieder hinter Türen verschlossen wird.“ Einige Andenken will der Travestie-Künstler aber behalten. Eine Karikatur von Peter Steiner und Bilder von „Der Wixxer “ zum Beispiel. Das Schild der „Pension Resi“ soll wieder zum Ickinger Hollerhaus kommen – wie es im „Bullen von Tölz“ war.

Für die Hamburgerin schließt sich damit auch ein privates Kapitel. Sie möchte sich Richtung Grünwald orientieren. Karolinger war im November vergangenen Jahres nach Tölz gezogen. Sie hatte im Internet erfahren, dass Peter Syr nach Bullen-Requisiten für sein Museum suchte. „Ich hab’ die Reunion-Show von ,Hinter Gittern‘ produziert und wusste, wie schwer das ist. Also habe ich meine Hilfe angeboten“, erinnert sich Karolinger. Daraus entstand die Idee, ein Buch über den „Bullen“ zu schreiben und die Bullentour zu organisieren. „Als kleines Deern war ich schon begeistert vom ,Bullen von Tölz‘.“ Das Buch hat Karolinger auf Eis gelegt – wegen des geplanten Kinofilms (siehe Kasten). Die Bullentour will Karolinger aber weiter anbieten, auch wenn sie ihre Zelte in Bad Tölz abbricht. Allerdings als VIP-Tour mit nur zwei bis drei Teilnehmern. Denn: „Es gibt mehr Bullen-Fans als man denkt“, ist Karolinger überzeugt. Der „Bulle von Tölz“ habe Filmgeschichte geschrieben.

Was ist eigentlich  mit dem geplanten Film? Mit großem Brimborium suchten Markus Kleinhans und Andreas Jordan von „Mekk-Movie“ sowie Travestie-Künstler Nessy Karolinger und Filmemacher Christian Simbeck im September nach einem „Mini-Bullen“. Sie wurden fündig: Simon Steinbeißer aus Nußdorf am Inn (Kreis Rosenheim) wurde ausgewählt. Mit ihm soll ein Kinofilm entstehen, um der Serie „Der Bulle von Tölz“, die mit Folge 69 eingestellt wurde, eine Art Abschluss zu verleihen. Eigentlich sollte kurz darauf ein Teaser gedreht werden, um damit einen Investor zu suchen. Der Drehplan war für Oktober vorgesehen, kam aber nicht zustande. 

Aktuell sieht es danach aus, als hätten sich „Mekk-Movie“ auf der einen Seite und Nessy Karolinger mit Christian Simbeck auf der anderen Seite überworfen und würden unabhängig voneinander weiter an der Filmidee arbeiten. Karolinger berichtet, sie sei mit anderen Kooperationsfirmen im Gespräch, und es solle nächstes Jahr einen Neustart für das Projekt geben. Der Teaser sei aufgrund von Interna verschoben worden, sagt Simbeck. „Die Schauspieler stehen auf Stand-by.“ Das Drehbuch werde jetzt nach einer Vorlage von Schauspielerin Katerina Jacob und Nessy Karolinger ausgearbeitet – von einem Profi. Einen Namen wollte Karolinger nicht nennen. 

Unterdessen finden Markus Kleinhans und Andreas Jordan von „Mekk-Movie“, dass ein „Bullen“-Film nicht überstürzt funktionieren kann. „Unser Ziel ist, einen tollen letzten Film auf die Beine zu stellen“, sagt Kleinhans. Die Idee, erst einen Teaser zu produzieren, sei zu den Akten gelegt worden. „Mekk-Movie“ wolle nun den normalen Weg des Filmemachens gehen und das Skript bearbeiten, quasi eine Inhaltsangabe des Films. Ottfried Fischer habe „Mekk-Movie“ gegenüber erklärt, mit ihnen als Tölzer Produktionsfirma zusammenarbeiten zu wollen. Auch von Simon Steinbeißer sind sie als „Mini-Bulle“ überzeugt. „Wir wollen das Projekt durchziehen“, sagt Kleinhans.

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