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Edmund Stoiber (75), Wahlmann bei der Bundespräsidentenwahl.

Interview zur Bundespräsidentenwahl

Stoiber: „Steinmeier bringt ausgezeichnete Voraussetzungen mit“

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Der ehemalige Ministerpräsident Edmund Stoiber ist bei der Bundespräsidentenwahl am kommenden Sonntag der einzige Wahlmann aus dem Landkreis bad Tölz-Wolfratshausen. Den CSU-Politiker stört es dabei wenig, einem SPD-Mann seine Stimme zu geben.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Ein neues Staatsoberhaupt wird am 12. Februar gewählt: In Berlin tritt dann die Bundesversammlung zusammen und bestimmt, wer der nächste deutsche Bundespräsident wird. Die Parteien der Regierungskoalition haben sich vorab auf den bisherigen Außenminister Frank-Walter Steinmeier geeinigt. Neben den 630 Abgeordneten des Bundestags werden der Bundesversammlung ebenso viele Wahlleute angehören, verdiente Persönlichkeiten aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen, die von den Bundesländern entsandt werden. Als einziger Vertreter aus dem Landkreis gehört zu dieser Gruppe der ehemalige bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber aus Wolfratshausen. Im Kurier-Interview versichert der CSU-Politiker, dass er seine Stimme aus voller Überzeugung dem SPD-Kandidaten Steinmeier geben wird.

Herr Stoiber, wie oft haben Sie bereits an der Bundesversammlung teilgenommen, und welche Bedeutung hat es für Sie, auf diese Weise an der Wahl des Staatsoberhaupts beteiligt zu sein?

Seit 1989, also insgesamt sieben Mal, habe ich an der Bundesversammlung teilgenommen. Es ist immer eine große Ehre für mich, den höchsten Repräsentanten Deutschlands mit wählen zu dürfen.

Werden Sie Ihre Stimme aus voller Überzeugung für Frank-Walter Steinmeier abgeben, oder stört es Sie, dass Sie einen SPD-Kandidaten wählen müssen? Hätten Sie gerne eine Alternative aus der Union gehabt?

Ich hätte gerne eine Alternative aus der Union gehabt. Aber nach dem langen Abstimmungsprozess zwischen CDU, CSU und SPD werde ich meine Stimme Frank-Walter Steinmeier geben, der für dieses Amt ausgezeichnete Voraussetzungen mitbringt. Ich kenne ihn seit über 25 Jahren und habe ihn in seinen verschiedensten Funktionen, vom Medienreferenten in der niedersächsischen Staatskanzlei bis zum Außenminister, schätzen gelernt.

Haben Sie das Gefühl, dass Sie von Ihren Parteikollegen und von den Bürgern aus Wolfratshausen und dem Landkreis Unterstützung für die Wahl Frank-Walter Steinmeiers nach Berlin mitnehmen?

Ja. Frank-Walter Steinmeier ist seit vielen Jahren einer der beliebtesten Politiker in Deutschland. Ich bin sicher, dass die große Mehrheit der Bevölkerung auch bei uns in Wolfratshausen und im Landkreis ihm dieses Amt vorbehaltlos zutraut.

Halten Sie es für richtig, dass die Bundesversammlung den Bundespräsidenten wählt, oder würden Sie für eine Direktwahl plädieren?

Für eine Direktwahl des Bundespräsidenten spricht sicher einiges. Ich hielte es aber für ein Problem, wenn der weitgehend auf repräsentative Aufgaben beschränkte Bundespräsident eine höhere demokratische Legitimation hätte als die weitaus einflussreichere Bundeskanzlerin. Deshalb bin ich mit dem jetzigen Wahlverfahren insgesamt zufrieden.

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