Camp Wodward hat eine „positive Wirkung“

Lenggries - Pfingsten 2013 soll Camp Woodward in Lenggries eröffnen. Bevor aber gebaut wird, muss das Genehmigungsverfahren abgeschlossen sein. Zug um Zug nähern sich die Investoren diesem Ziel.

Ein nicht unerhebliches Puzzle-Teilchen auf dem Weg zum Baubeginn lieferte vor wenigen Tagen die Regierung von Oberbayern (wir berichteten). Die befand nämlich nach Wertung von Stellungnahmen von Behörden, Kommunen und der Öffentlichkeit, dass aus landesplanerischer Sicht nichts gegen das Trendsportarten- und Jugendcamp auf dem ehemaligen Kasernengelände spricht, sofern der Lärmschutz eingehalten wird.

Grundsätzlich sei von dem Vorhaben „eine positive Wirkung auf die gewerbliche Wirtschaft zu erwarten“, schreibt die Regierung. Gerade der Tourismus profitiere, würde doch das Angebot in Lenggries und der Region „um neue trendige Freizeitaktivitäten erweitert und damit auch qualitativ verbessert“. Außerdem würden möglicherweise die Eltern, deren Kinder ihre Ferien im Camp verbringen, gleichzeitig im Brauneckdorf Urlaub machen. „Positive Synergieeffekte für die traditionellen Tourismusbetriebe“ nennt das die Regierung.

Sie glaubt auch an positive Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Das Projekt schaffe beziehungsweise erhalte „nachhaltige und attraktive Lebens- und Arbeitsbedingungen im ländlichen Raum“. Gut findet die Regierung auch, dass nur ein geringer Flächenverbrauch nötig ist, da vor allem bestehende Gebäude genutzt werden.

Mit den Stellungnahmen der Behörden und Bürger hat sich aber nicht nur die Regierung beschäftigt, sondern in erster Linie die Gemeinde im Zuge des Bebauungsplanverfahrens für das 14 Hektar große Gelände. „Gravierende Einwände“ seien eigentlich nicht dabei, sagt Bürgermeister Werner Weindl auf Anfrage. Kritik gab es beispielsweise an der Höhe der beiden Trainingshallen, die im hinteren Bereich gebaut werden. Hier sei man aber auf dem Weg zu einer Lösung: „Die Betreiber haben gesagt, dass zwei Meter weniger auch reichen würden.“ Statt 12 wären die Hallen dann nur noch 10 Meter hoch.

Kritische Einwände gab es zudem aus der Nachbarschaft, die unter anderem Lärm und mehr Verkehr befürchten würden, sagt der Rathauschef. Über einen anderen Punkt laufen gerade Gespräche zwischen der Projektgesellschaft Action Sports und dem direkten Nachbarn Michael Sappl. Dabei geht es um den Weg, über den Sappl derzeit seinen landwirtschaftlichen Grund erreicht. Der Landwirt befürchtet, dass die Nutzung des Wegs, der zwischen Kaserne und Sportplatz liegt, für ihn schwierig wird, sobald der Campbetrieb läuft. „Jetzt wird geprüft, ob man den Weg verlegt, so dass er nördlich des Sportplatzes verläuft“, berichtet Weindl.

Behandelt werden alle Stellungnahmen in der Gemeinderatssitzung am Montag, 18. Juni, um 18 Uhr im Rathaus. Danach gibt es eine weitere öffentliche Auslegung der Pläne. Erst erfolgt der Satzungsbeschluss, der den Bebauungsplan rechtskräftig macht. Zuvor muss allerdings noch der Durchführungsvertrag unterschrieben werden. In diesem verpflichtet sich Action Sports unter anderem dazu, den Campbetrieb mindestens 14 Jahre lang aufrecht zu erhalten. Es ist also noch viel zu erledigen vor der Camperöffnung Pfingsten 2013. (va)

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