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Außergewöhnlich lebendige Interpretation: Rupert Rigam brachte zum Abschluss des Semesters „Kultur Geschichte Heimat“ im Tölzer Pfarrhof das Weihnachtsspiel „Ludos de nato Infante mirificus“ zur Aufführung. 

Kreisbildungswerk

Seltener Weihnachts-Schatz

Bad Tölz – Carl Orffs Weihnachtsspiel „Ludos de nato Infante mirificus“ ist recht unbekannt - zu Unrecht, finden Pfarrer Rupert Rigam und Volksmusik-Professor Josef Hornsteiner. Sie haben es nun wieder aufgeführt.

Eine recht unbekannte Weihnachtsgeschichte eines berühmten Künstlers schloss kürzlich das Semester des Kreisbildungswerks „Kultur Geschichte Heimat“ ab. Barbara Schwarz hatte den ehemaligen Tegernseer Pfarrer Rupert Rigam sowie den Volksmusik-Professor Josef Hornsteiner für einen Auftritt gewonnen. Beide brachten Carl Orffs Weihnachtsspiel „Ludos de nato Infante mirificus“ („Wundersames Spiel von der Geburt des Kindes“) zu Gehör, das 1960 uraufgeführt wurde.

Zu Beginn fragte Rigam, wie viele Zuhörer Orffs Stück kennen. Kein Finger hob sich. Da schmunzelte der Geistliche im Ruhestand, denn so konnte er wieder zum höheren Bekanntheitsgrad seines geliebten Stücks beitragen. Es handle sich dabei um ein Geschenk, das einen Dornröschenschlaf halte.

Rund eine Stunde lang verhalf der Seelsorger dem Werk zu außergewöhnlicher Lebendigkeit. Die Weihnachtsgeschichte spielt in heimischen Gefilden in einem strengen Winter. Hexen treten auf und bringen Maria und Josef erst vom Weg ab und dann in einen Schneesturm, nahe ans Erfrieren. Aber Hirten weisen den beiden den richtigen Weg. Die Geburt Jesu schildert der Autor Orff mit ihren einfachen Worten, zeigt ihre Zweifel („Wo sieht der an Stern, wenn’s stürmt?“) und ihren Glauben (einmal werde eine bessere Zeit kommen).

Bairisch und Latein verwob der Musiker kunstvoll in Rhythmen, die Rigam in unnachahmlicher und beeindruckender Weise vortrug. Die aufgebrachten Hexen, denen der Stern von Bethlehem ihren Untergang ankündigt, gab der Vortragende mit hoher, sogar heulender Stimme wieder. Zu Worten wie „stella obscura“ klopfte er rhythmisch schnell auf den Tisch, so dass die Spannung durch die Lautstärke und den Takt stark anstieg. Manchmal hielt es ihn nicht auf seinem Sitz. Im Gegensatz dazu machte Rigam die Angst der Hirten vor dem Unwetter deutlich und stellte bewegend den Hirten dar, dem die schwangere Frau auf dem Esel im Schneesturm nicht mehr aus dem Kopf geht.

Begleitet wurde er an der Gitarre von Josef Hornsteiner, langjähriger Leiter der Volksmusikausbildung am Richard-Strauss-Konservatorium und ab 2008 an der Hochschule für Musik und Theater München. Beide treten seit rund 40 Jahren mit den Orff-Stücken „Die Bernauerin“, „Astutuli“ sowie dem Weihnachts- und Osterspiel auf. Hornsteiner spielte zwischen den Lesestücken wunderschöne ruhige alpenländische Weisen.

Orffs ursprüngliche Musik brachten sie nicht zu Gehör, Rigam holte sich dafür aber vom Meister selbst noch die Erlaubnis. „Ich bekam einmal eine Audienz bei ihm“, berichtete er immer noch beeindruckt. „Es gab auch einen Briefkontakt.“

Wer die beiden erleben kann, kann sich glücklich schätzen. Denn Rigam denkt ans Aufhören. „Ich mache allmählich Fehler, die Sprache kommt mir nicht mehr so leicht über die Lippen“, zeigte er sich selbstkritisch. Mit ihm wird ein prägender Interpret dieser Orff-Stücke von der Bühne gehen.  bib

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