„Das Tagungshaus soll bescheiden wirken“

Benediktbeuern - Ein Haus, das sich dem Kloster unterordnet und in den Obstgarten integriert ist: Dieses Modell hat beim Wettbewerb für das Fraunhofer-Tagungshaus den ersten Platz erhalten.

160 Architekturbüros hatten sich beworben, 18 wurden zum Wettbewerb ausgewählt, 17 gaben einen Entwurf ab: Das sind zusammengefasst nochmal die Fakten zum Wettbewerb um das Tagungshaus am Kloster Benediktbeuern. Die Fraunhofer-Gesellschaft hat ihm den Namen „Netzwertzentrum“ gegeben. Alle Entwürfe werden ab Mittwoch, 19. März, im Kreuzgang ausgestellt. Die Architektur-Fachzeitschrift „Wettbewerbe aktuell“ hat die Erstplatzierten nun bekannt gegeben.

Auf den ersten Platz haben die elf Jury-Mitglieder am 28. Februar den Entwurf des Architekturbüros Auer Weber (Stuttgart/München) gewählt. Sie haben das Tagungshaus so angeordnet, dass es abgerückt von der Klostermauer liegt. Der Bau in Holzbauweise ist dreigeschossig: Im Erdgeschoss ist „Platz für vielfältige Begegnungsmöglichkeiten unter Einbeziehung des bestehenden Obstgartens“, und in den Obergeschossen befinden sich die Gästezimmer. Die Architekten wollen, dass sich das Tagungshaus dem Kloster als Nebengebäude unterordnet. „Wir wissen, dass das Gebiet sehr sensibel ist“, sagt Achim Söding, einer der Gesellschafter und Geschäftsführer des Büros Auer Weber, im Gespräch mit unserer Zeitung. Ausrichtung und Länge sollen mit der gegenüberliegenden Bebauung korrespondieren. „Es soll bescheiden und zurückhaltend wirken“, so Söding. Das Haus mit dem begrünten Dach des Tagungsbereichs solle in den Landschaftsraum in Form eines „Garten-Hauses“ eingebunden werden, damit die „noch heute nachvollziehbare Ordnung der klösterlichen Freianlagen erlebbar bleiben kann“, heißt es in der Beschreibung auf der Internetseite des Büros. In Anlehnung an die Bauform habe man auch das Material gewählt: „Die überwiegend nachwachsenden Rohstoffe lassen eine positive ökologische, energetische und insgesamt wirtschaftliche Bilanz in Herstellung und Betrieb erwarten.“

Auf Platz zwei wurde ein Architekturbüro aus Kassel gewählt, Platz drei ging an ein Büro aus München.

Noch ist nicht sicher, ob das Büro auf Platz eins auch den Zuschlag für den Bau erhält. Die Preisträger eins bis drei müssen sich laut Fraunhofer dem VOF-Verfahren („Vergabeordnung für freiberufliche Dienstleistungen“) stellen.

Fraunhofer möchte ein Haus mit 40 Zimmern errichten. Es soll „ein zentraler Anlaufpunkt für Tagungen“ werden, ein Ort, an dem sich „nationale und internationale Führungskräfte von Fraunhofer und den Kooperationspartnern treffen, um sich in Frei-Denk-Atmosphäre innovativen Themen widmen zu können“, heißt es von Seiten der Gesellschaft. Die Bürgerinitiative „DenkMal Benediktbeuern“ ist gegen den Standort im Südgarten.

Von Christiane Mühlbauer

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