Wiese nördlich der Tölzer Feuerwache an der Lenggrieser Straße in Bad Tölz
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Auf dieser Wiese nördlich der Tölzer Feuerwache an der Lenggrieser Straße soll die neue Heizzentrale der Stadtwerke entstehen. Von dort kann auch das Badeteil mit Nahwärme versorgt werden.

Heizwerk kommt

Bad Tölz: Ausbau Nahwärmenetz - 2024 erste Wärmelieferungen

Bad Tölz – Nach dem Heizwerk an der General-Patton-Straße auf der Flinthöhe, dem an der Osterleite und am Hoheneck/Fischbach bekommt die Stadt Bad Tölz eine weitere Kombiheizzentrale der Stadtwerke, die auf einem Grundstück zwischen der Tölzer Feuerwache und der Südumgehung entstehen soll.

Das Vorhaben, dessen Kosten bislang unbekannt sind, wurde von Stefan Drexlmeier, Leiter der Energiewende-Oberland-Geschäftsstelle, und Stadtwerke-Geschäftsführer Walter Huber im Rahmen der jüngsten Stadtratssitzung im Rathaus vorgestellt. Drexlmeier erläuterte zunächst den Grund für das Vorhaben.

Im Tölzer Stadtgebiet werde beim Heizen noch zu 87 Prozent auf fossile Energieträger wie Öl und Gas zurückgegriffen. Mit dem Ausbau des Nahwärmenetzes soll ein weiterer wichtiger Baustein für die Energiewende erreicht werden.

Schwierige Standortsuche

Die Standortsuche im Vorfeld war nicht einfach. Ein Heizkraftwerk an der Benediktbeurer Straße, das am Fuße des Kogels errichtet werden sollte, war vor einigen Jahren am Widerstand der Anlieger und Stadträte gescheitert. Der jetzige Standort war einer von über 20, die geprüft wurden. Mit den Anliegern sei bereits gesprochen worden, berichtete der Geschäftsführer. Die seien zwar nicht glücklich über das Heizkraftwerk.

Aber sie müssten aufgrund der gesetzlich vorgeschriebenen Filter im Kamin keine Emissionen befürchten und hätten sogar einen Vorteil. Durch die zwei Gebäude (Lagerhalle und Heizwerk) seien sie lärmmäßig besser von der nahen Umgehungsstraße abgeschirmt.

Zwei große Hallen

Auf der jetzigen Wiese, die sich das städtische Unternehmen per Erbbaurecht sichern konnte und damit die Kosten für einen Kauf sparte, werden zwei große Hallen entstehen. Zu den Ausmaßen der beiden Gebäude wusste Huber bislang nur ungefähre Maße (20x30 und 20x40 Meter) zu nennen. Darin sollen ein Hackschnitzelkraftwerk und ein Blockheizkraftwerk unterkommen.

Mittels einer Wärmepumpe sollen, erklärte Huber, über 40 bis 60 Meter lange Röhren die Bodenwärme entziehen und nutzen. Mit dem „Power-to-heat“-Verfahren werden Stromüberschüsse von Solaranlagen zu Wärme umgewandelt. Eine Photovoltaik-Anlage rundet die Technik ab, die eine Ausbauleistung von 14 Megawatt haben soll. Für Planung und Bau erwarten die Stadtwerke hohe Zuschüsse vom Staat.

#Vor allem im künftig neu genutzten Moraltgelände, der Karwendelsiedlung und am Griesfeld sehen die Stadtwerke ein großes Abnehmerpotenzial. Es hätten sich auch schon Interessenten gemeldet. Im Herbst 2024 rechnet Huber mit den ersten Wärmelieferungen des neuen Heizwerks, das sowohl große wie auch kleine Abnehmer bedienen will.

Über Leitungen, die unter die südliche Isarbrücke gehängt werden können, wird das Badeteil versorgt. Auch die neuen Hotels, die an der Bockschützstraße gebaut werden sollen, will man anschließen. Dazu wurde auch das Heizwerk am Hoheneck erweitert und leistungsfähiger gemacht.

Kleine Zwischenstation

Nötig sei allenfalls eine kleine Zwischenstation im Badeteil, wo „ein kleiner Gaskessel an wenigen Spitzentagen im Jahr“ zur Verstärkung des Wärmeflusses eingesetzt werden könnte. Im Zusammenhang mit diesen künftigen Baumaßnahmen ist auch das Hackschnitzelheizwerk des Landkreises im Schulzentrum am Alten Bahnhof zu sehen.

Es erzeugt neben Wärme auch elektrischen Strom. Durch die energetischen Sanierungen der landkreiseigenen Schulgebäude sind dort Kapazitäten frei geworden, so dass künftig die im Bau befindliche Erweiterung der Jahnschule und der neue Städtische Kindergarten in unmittelbarer Nachbarschaft mit versorgt werden können. So konnte auf den Bau eines weiteren Heizwerks für diesen Bereich verzichtet werden.

Karl Bock

Quelle: DasGelbeBlatt

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