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So sucht die Stadt Bad Tölz nach einer Marke

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Stadtführung in der Tölzer Marktstraße
Vor allem die Marktstraße zeichnet Bad Tölz aus. In zahlreichen Stadtführungen werden Besuchern die Schönheiten der Innenstadt gezeigt. © Bock

Bad Tölz - „Die Arbeit geht jetzt erst los“ heißt es in Bad Tölz. Die Stadt ist auf der Suche nach einer Marke.

„„CSU sucht ihren Markenkern“ lautete eine Schlagzeile am zweiten Tag nach der jüngsten Bundestagswahl. Die Stadt Bad Tölz hat zwar keine Wahlschlappe hinter sich wie die Bayerische Partei, sucht aber auch eine (Stadt-)Marke.

Dazu wurde im Februar 2021 die Beratungsfirma Brand Trust beauftragt, deren Vertreter Colin Fernando in der jüngsten Stadtratssitzung die Ergebnisse einer Bürgerbefragung, diverser Workshops und des eigenen Brainstormings (also Nachdenkens) vorstellte. Dabei begann er bei dem 1915 im 1. Weltkrieg gefallenen Heidedichter Hermann Löns, der schon damals erkannte, „dass es nicht darauf ankommt, überall hinfahren zu können, sondern ob es sich lohnt, dort anzukommen.“

Die von Brand Trust durchgeführte Analyse umfasst 709 Antworten bei Bürgerbefragungen, 14 interne Interviews und zweieinhalb Workshoptage mit 18 Teilnehmern, darunter auch Bürgermeister und Stadträte. Daraus ergeben sich die Erkenntnisse, dass Brauchtum und Tradition Bad Tölz aus Sicht der Einwohner prägen, dass Sport, Vitalität und Kultur das Lebensgefühl bestimmen und die Tölzer die eigene Lebensenergie gestalten und gerne gesellig sind. Zum Markenkern der Stadt gehören, laut den Fachleuten, die Marktstraße, die Freizeitangebote und Sportmöglichkeiten, Kultur und Lebensgefühl.

Von der Vergangenheit und der Gegenwart zur Zukunft: Es gilt ein glaubwürdiges, attraktives und differenzierendes Zielbild zu gestalten. Das geht am besten mit „Implementierung-Sprints“, einem Wortungetüm, das sofort beim berufsmäßigen Stadtrat und Kämmerer Hermann Forster Gefallen fand.

Willi Streicher (SDP), als Sparkassen-Marketingleiter sozusagen vom Fach, meinte, spezielle Tölzer müssten als Markenbotschafter agieren, Peter von der Wippel (FWG) sprach im Anschluss an den von diversen technischen Problemen begleiteten Vortrag im Rathaus-Saal von „wertvollen Ergebnissen“ und Bürgermeister Ingo Mehner (CSU) meinte: „Wir sind nicht am Ziel, die Arbeit geht jetzt erst los.“ Das wird man bei Markus Söders CSU auch so sehen, wenn man versuchen will, „eine Balance zwischen Modernisierung und Tradition zu finden.“ Irgendwo in diesem Bereich dürfte auch die „Marke Bad Tölz“ anzusiedeln sein. Mal sehen, ob der angedachte Steuerungskreis dann zum oben genannten Sprint oder zu einem Dauerlauf ansetzt. bo

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