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Benediktbeuern: Schwimmen im Alpenwarmbad wird teurer - hier die neuen Tarife

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Von: Christine Weikert

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Schwimmen in eine Richtung: Im vergangenen Sommer galten im Benediktbeurer Freibad spezielle Corona-Regelungen. © Christine Weikert

Benediktbeuern - Weil das Defizit im Alpenwarmbad anwächst: Der Benediktbeurer Gemeinderat beschloss einstimmig die Erhöhung der Eintrittspreise. Das war zuletzt 2019 der Fall.

Ein gemeindliches Schwimmbad ist meist keine kostendeckende Einrichtung, sondern ein Zuschussbetrieb. Das Defizit des Benediktbeurer Alpenwarmbads hat sich in den letzten zwei Jahren jedoch mehr als verdreifacht. Kämmerer Florian Hlawatsch präsentierte in der jüngsten Gemeinderatssitzung rote Zahlen: Das Defizit des Freibads beträgt heuer über 278.000 Euro (2019: rund 80.000 Euro). Schuld sind unter anderem die geringen Einnahmen durch Corona (2021: 99.000 Euro, 2019: 238.000 Euro). Die Personalkosten für tariflich Beschäftigte sowie nebenberuflich Tätige sind gestiegen, ebenso die Energiekosten, die künftig noch weiter anwachsen werden.

Neue Tarife

Die Tarife wurden nun angehoben und zugleich komprimiert. Tageskarten kosten einen Euro mehr, was allein bei den Erwachsenen (9 Euro, ermäßigt 8) laut Kämmerer Mehreinnahmen von 10.000 Euro bescheren wird. Saisonkarten kosten 130 Euro für Erwachsene (alt 96) und 60 für jedes Kind (alt 48, Geschwisterkinder 28). Punktekarte, Familientageskarte und Familienjahreskarte entfallen. Dafür wird es neben der Abendkarte ab 16 Uhr (4 Euro) auch eine Nachmittagskarte ab 14 Uhr (7 Euro) geben. Eine Vormittagskarte, wie von Margarete Steffens (CSU) angestrebt, ist laut Bürgermeister Toni Ortlieb (BBV) mangels Nachzahlautomat nicht möglich.

Kinder ab fünf Jahren zahlen

Kinder zahlen künftig bereits ab fünf Jahren Eintritt (bislang ab sechs Jahren). Kleinkinder seien am kostenintensivsten, einen „Windelpreis“ wolle man aber nicht einführen, sondern die Mischkalkulation beibehalten, erklärte Ortlieb. Eine Geldwertkarte soll die Punktekarte ersetzen, die für eine Übergangszeit gültig bleibt. Den Wegfall von Familienjahreskarten begründete der Kämmerer mit den geringen Verkaufszahlen im Jahr 2019 (28 für Familien mit 1 Erwachsenen, 69 für Familien mit 2 Erwachsenen). Die Familientageskarte sei wiederum nicht mit der neuen automatischen Besucherzählung vereinbar, erläuterte Rathauschef Ortlieb und berichtete zudem von Missbrauch des kostengünstigen Angebots durch Eltern mit auffällig vielen „eigenen“ Kindern.

Eine Stunde weniger geöffnet

Auf Anregung der Belegschaft wurde die Öffnungszeit des Bades um eine Stunde verkürzt, um die Höchstarbeitszeit pro Schicht einzuhalten. Georg Bernböck (BBV), Anton Lugauer (CSU) und Thomas Guggemos (CSU) lag die spätere Öffnung um 10 Uhr schwer im Magen. Sie argumentierten mit den Frühschwimmern, die allerdings laut Ortlieb zahlenmäßig oftmals gleichauf liegen mit den Badeaufsichten. Der Vorschlag von Guggemos, während der bayerischen Sommerferien die Öffnung bei 9 Uhr zu belassen, fand Anklang und wird nun von der Verwaltung geprüft. Ebenso wie ein seniorenspezifisches Angebot (z.B. Wassergymnastik) als „Zuckerl“ für die Frühschwimmer.

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