Großübung der Feuerwehr und Bergwacht am Blomberg
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Großaufgebot an Rettern: Neben vier Feuerwehreinheiten waren auch die Bergwachten aus Bad Tölz, Benediktbeuern, Lenggries, Penzberg und Wolfratshausen sowie das BRK am Blomberghaus.

Training für den Ernstfall

Blaulichter am Blomberg: Großübung der Feuerwehren, Bergwachten und BRK

  • Daniel Wegscheider
    VonDaniel Wegscheider
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Bad Tölz/Wackersberg - Heftiges Szenario: Blomberghaus und Wald stehen in Flammen. Zudem gibt es mehrere schwer Verletzte. Das war die Ausgangslage für die Großübung aus Feuerwehr, Bergwacht und BRK.


Da dürften einige Wanderer und Tagestouristen am Blomberg nicht schlecht gestaunt haben, als vergangene Woche rund 140 Einsatzkräfte der Feuerwehr, Bergwacht und Polizei anrückten. Das Aufgebot der Retter eilte aber nicht zu einem echten Einsatz, sondern trainierte bei einer groß angelegten Übung am Abend für den Ernstfall. Die Tölzer Feuerwehr berichtet darüber.

Die nun stattgefundene Übung unter dem Motto „Brand am Blomberg mit mehren Verletzten“, hätte eigentlich schon Anfang Juli stattfinden sollen, musste aber wegen schlechtem Wetter abgesagt werden und wurde daher auf Anfang September verschoben. Jetzt fand sie statt, allerdings ohne die ursprünglich mit eingeplante Flughelfergruppe.

Blomberg: Feuerwehreinsatz auf 1.203 Meter Höhe

Das Blomberghaus liegt auf 1.203 Meter, zehn Gehminuten von der Bergstation der Blomberg­bahn entfernt. Das geräumige Gebäude beherbergt neben den 540 Sitzplätzen im Festsaal, einigen Stüberln sowie der Terrasse im ersten und zweiten Obergeschoss auch rund 62 Schlafplätze in den Gästezimmern. „Im Notfall können diese über eine nachgerüstete Hausalarmanlage akustisch gewarnt werden und das Gebäude über zwei getrennte Rettungswege verlassen“, berichtet die Tölzer Feuerwehr. Zudem sei der Berggasthof über zwei nicht öffentliche Fahrwege erreichbar, „von denen jedoch nur die gut ausgebaute, ehemalige Bundeswehrstraße für die großen Einsatzfahrzeuge geeignet ist“.

Im und rund um das Blomberghaus trainierten Feuerwehr, Bergwacht und BRK für den Ernstfall.

Des Weiteren verfüge das Berggasthaus über eine eigene Trinkwasserquelle, von der das Wasser in eine höher gelegene Wasserreserve gepumpt wird. „Von dort führt eine Leitung zurück zum Gasthaus, auf der zwei Überflurhydranten installiert sind“, erklärt die Feuerwehr weiter. Außerdem werden über diese Leitung auch die Wandhydranten im Gebäude versorgt, „sodass im Brandfall, bis zum Eintreffen der ersten Feuerwehrkräfte, Personal und Gästen eine schlagkräftige Selbsthilfeeinrichtung zu Verfügung steht“.

Bergwacht-Notarzt „versorgt“ zwei Personen in Lebensgefahr

Für die Übung hatten sich die Organisatoren nun folgendes Szenario ausgedacht: Während im Keller zwei Verletze auf ihre Rettung warteten, galt es gleichzeitig einem Brand im Obergeschoss Herr zu werden. Dort wurden vier weitere verletzte Personen vermutet. Doch das gestellte Szenario wurde noch verschärft: So hat das Feuer bereits auf den angrenzenden Wald übergegriffen und dort galt eine weitere Person als vermisst. Dramatisch auch der weitere Übungsverlauf – zwei Leute schwebten dabei in Lebensgefahr: Eine Frau hat sich beim angenommenen Sprung vom Balkon schwer verletzt, nachdem sie auf einem Rohr gelandet war, das sie pfählte. Für einen zusätzlichen Adrenalin-Stoß für die Retter sorgte eine Radfahrerin, die laut Szenario von einem Einsatzfahrzeug erfasst wurde. Beide wurden von den Bergwacht-Notärzten für den Transport ins Krankenhaus betreut und vorbereitet.

Nach der Alarmierung gegen 19 Uhr rückten innerhalb von wenigen Minuten neben Tölz auch die Kameraden aus Oberfischbach, Wackersberg und Bad Heilbrunn per Einsatzleitfahrzeugen an. Kreisbrandmeister Georg Lettner hat dabei die Einsatzleitung übernommen. Das Großtanklöschfahrzeug der Tölzer mit 5.000 Liter Wasser und 500 Liter Mehrbereichsschaummittel versorgte auch die Kollegen. Gegen 21 Uhr war die Großübung am Blomberg dann beendet – alle vermeintlichen Feuer gelöscht und Verletzen versorgt.

Quelle: DasGelbeBlatt

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