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Die Bergwacht versorgt am Wochenende 21 verletzte Skifahrer am Brauneck

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Von: Daniel Wegscheider

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Bergwachteinsatz im Skigebiet Brauneck
Einsatz im Skigebiet Brauneck: Hier befindet sich ein Patient bereits im Rettungswagen und wird medizinisch versorgt.F © Bergwacht Lenggries

Lenggries – Der kürzliche Wintereinbruch hat viele Menschen wieder in die Berge gelockt. Allerdings führten Neuschnee sowie schlechte Sicht auf der Piste zum hohen Einsatzaufkommen für die Bergretter.

So hatten sich am vergangenen Wochenende insgesamt 21 Skifahrer verletzt. Insbesondere ab Mittag an hügeligen Pisten, ereigneten sich laut Einsatzleiter Christoph Brenninger die meisten Skiunfälle am Brauneck. Ein etwas aufwändigerer Einsatz passierte am vergangenen Sonntag (23. Januar) gegen 11 Uhr, über den die Lenggrieser Bergwacht berichtet.

Die dabei betroffene 42-jährige Skifahrerin befand sich zwischen dem Ahornsesselbahnausstieg und der Bergstation, als sie den Notruf wählte. Die ehrenamtlichen Retter der Bergwacht waren zu dieser Zeit kurz unterhalb des Einsatzortes stationiert. Ausgerückt sind dann zwei Einsatzkräfte der Bergwacht Lenggries und ein Retter der direkt benachbart stationierten Bergwacht Bad Tölz.

Keine Hubschrauberflüge am Brauneck aufgrund schlechter Sicht möglich

Die schwer ansprechbare 42-Jährige klagte beim Eintreffen der alpinen Retter über starke Schmerzen in der Schulter. Daraufhin forderte Brenninger sofort einen Notarzt an, da wegen der schlechten Sichtverhältnisse kein Flugwetter bestand. „Unter besseren Umständen wären einige der Patienten am Wochenende über den Luftweg abtransportiert worden“, betonte der Einsatzleiter weiter.

Der angeforderte Tölzer Bergwachtnotarzt machte sich umgehend auf den Weg nach Lenggries, um von dort aus in eine Gondel zu steigen. In der Zwischenzeit transportierten die Retter die verletzte Patientin mit dem Skidoo zum Gondelausstieg. Der Notarzt konnte eine Oberarmfraktur und eine eventuelle Schulterluxation feststellen. Da die Patientin wiederholt das Bewusstsein verloren habe und auch ihre Schmerzen nicht nachließen, „war sie nicht in der Lage, in eine der Gondeln zu steigen, um mit dem medizinischen Personal in Begleitung ins Tal abtransportiert zu werden“, berichtete Brenninger.

42-Jährige wird mit Schulterverletzung ins Tölzer Krankenhaus gebracht

Daher musste ein anderer Weg gefunden werden: Die Einsatzkräfte schafften aus ihrer Garage einen Akja heran, um die 42-Jährige so ins Tal zu fahren. Zu dritt mit dem Bergwachtnotarzt und der Patientin machten sich die Retter auf den Weg. Bereits angefordert, warteten unten derweil ein Rettungswagen sowie ein weiterer Notarzt auf die Übergabe der Patientin. Das Landrettungsteam brachte dann die verletzte Skifahrerin nach Bad Tölz ins Krankenhaus.

Insgesamt ereigneten sich an diesem Sonntag noch 14 ähnliche Stürze. Zwischen 10.15 und 14.15 Uhr waren die Retter ununterbrochen im Einsatz. „Ungewöhnlich war die ungewöhnlich hohe Zahl an nahezu identischen Schulterverletzungen – fünf insgesamt“, berichtete Brenninger. Am Samstag gab es zu den Stoßzeiten, zwischen elf und 14 Uhr sechs Einsätze zu leisten. Der Hauptgrund war hierbei, „die aufgeschobenen Buckel durch den vielen Neuschnee“.

57-Lenggrieserin wird am Brauneck von Unbekannten umgefahren

Am Montag meldete die Tölzer Polizei einen weiteren Skiunfall: Eine 57-jährige Lenggrieserin wurde gegen 10 Uhr auf der Piste 22 unterhalb der Tölzer Hütte, Richtung Quenger-Alm, von einem unbekannten männlichen Skifahrer von hinten umgefahren. „Er fuhr aber weiter, ohne sich um die Verletzte zu kümmern“, betonte Polizeihauptkommissar Alois Grünwald. Die Knieverletzung der Lenggrieserin versorgte die Skiwacht und anschließend wurde sie ins Tölzer Krankenhaus gefahren.

Die Polizei sucht in diesem Zusammenhang nach Zeugen, die Angaben zum Unfall am Montag (24. Januar) gegen 10 Uhr auf der Piste 22 auf dem Brauneck machen können. Anrufe werden bei der Tölzer Inspektion unter Tel: 08041/761 06-0 erbeten

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