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Frauen helfen Frauen: Bichler Martinimarkt brachte mehr als 2000 Euro

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Von: Sandra Gerbich

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bichl martinimarkt
Fast 1600 Euro brachte allein der Stand des Frauenbunds Bichl mit dem Verkauf ein. © Sandra Gerbich

Bichl – Zwei Bichlerinnen organisierten erstmals einen Martinimarkt. Mit Erfolg: Der Erlös kommt Flutopfern zu Gute.

Zwar liegt die Flutkatastrophe im Ahrtal erst gute vier Monate zurück. Dennoch ist sie für viele Menschen in einer schnelllebigen Zeit bereits Geschichte. Nicht jedoch für Lilly Schöffmann und Christina Schmid. Nach einem Outdoor-Adventskalender sowie dem Fastenweg durch die Lindenallee (Rundschau berichtete) beschlossen die beiden jungen Bichlerinnen, den Betroffenen zu helfen. Sie organisierten gemeinsam mit dem Frauenbund Bichl einen Kunst-, Floh- und Genussmarkt. Der Erlös dieses Stands sowie die Gebühr für weitere 58 Stände kommen zu 100 Prozent Flutopferfamilien zu Gute.

Profitabler Stand

1589 Euro sind es allein, die der Stand des Frauenbunds Bichl mit dem Verkauf von Kaffee, Kuchen und Flohmarktartikeln eingebracht hat. In den nächsten Tagen kommen noch einmal 580 Euro hinzu – jeweils zehn Euro Gebühr von jedem der weiteren 58 Stände. Und doch ist sich Lilly Schöffmann nicht sicher, ob ihre Freundin Christina Schmid und sie alles richtig gemacht haben. „Neben einer großen positiven Resonanz mussten wir feststellen, dass nicht alle Menschen angesichts steigender Inzidenzen unseren Martinimarkt gebilligt geschweige denn als gut und sinnvoll befunden haben“, ist Schöffmann verunsichert.

59 Stände aufgebaut

Dabei hatten die beiden Aktivistinnen an alles gedacht. Mit Unterstützung der Gemeinde, der Zustimmung von Ordnungs- und Gesundheitsamt führte der erste Bichler Martinimarkt wie ein „U“ von der Dorfstraße über die Sindelsdorfer Straße. 59 Stände in ausreichend großen Abständen luden die Besucher zum Kosten, Staunen, Feilschen und Kaufen ein. „Ich finde die Idee großartig und wünsche mir, dass es jedes Jahr so etwas gibt“, freute sich eine Bichlerin. In puncto Corona habe sie keine Bedenken gehabt: „Der Markt fand ausschließlich im Freien statt und die Stände waren weit genug voneinander entfernt“, so eine Besucherin aus Kochel. Sie habe nie das Gefühl gehabt, die Menschen drängten sich zu dicht. „Dennoch war der Markt außerordentlich gut frequentiert“, ergänzt Organisatorin Schmid. Schon ab 11 Uhr kamen die ersten Neugierigen.

Geld geht an Frauenbund

„Wir sind dankbar, dass ein so hoher Betrag zusammengekommen ist“, freuen sich die beiden jungen Mütter. Auch wenn kaum jemand mehr von der Flutkatastrophe spräche, herrsche immer noch vielerorts der Ausnahmezustand und vielen Familien, vor allem Frauen mit Kindern, fehle das Nötigste. Das Geld werden Schmid und Schöffmann auf das Konto des Diözesanverbands Trier überweisen. Von dort aus geht das Geld direkt an den Frauenbund Ahrweiler. „Mit deren Vertreterinnen stehen wir in direktem Kontakt“, so Schmid.

Mitmachen bei Adventsfenstern

Für den Rest dieses Jahres haben die beiden Bichlerinnen, deren Dorfaktivitäten schon überregional bekannt geworden sind, erst mal keine weitere Aktion geplant. „Im November und Dezember stellen wir jeweils einen weiteren Podcast auf unsere Webseite www.bichl-miteinander.de“, so Schöffmann. Auch werden die beiden wieder bei den Adventsfenstern mitmachen. Seit einigen Jahren organisiert die Bichlerin Diana Ruf diese Aktion, bei der ab 1. Dezember abends ein weihnachtliches Fenster erleuchtet wird.

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