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Gemeinde Bad Heilbrunn will Photovoltaik-Anlagen fördern

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Von: Patrick Staar

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Photovoltaik-Anlagen haus pv
Photovoltaik-Anlagen zieren immer mehr Häuser. © panthermedia/manfredxy

Bad Heilbrunn – Bis zu 1050 Euro pro Antrag: Der Bad Heilbrunner Gemeinderat will den Bau von Photovoltaik-Anlagen und Stromspeichern massiv fördern.

Josef Schröfl warb mit Nachdruck für das Förderprogramm, das er gemeinsam mit seinem CSU-Parteikollegen Oliver Hanke erarbeitet hat. Unter dem Motto „Mein Dach hat’s drauf“ gehe es um die „dringend notwendige Umsetzung der Energiewende und der CO2-Einsparung“. Ziel sei es, den Ausbau der erneuerbaren Energie voran zu bringen und den Kohlendioxid-Ausstoß in der Gemeinde zu reduzieren. Antragsberechtigt seien natürliche Personen, Grundstückseigentümer und Erbbauberechtigte.

Hanke referierte über die finanzielle Größenordnung, in der sich die Förderung abspielen soll. „Es geht nicht darum, die Einspeisung in das Stromnetz zu fördern, sondern es geht nur um das, was im Haus selbst verbraucht wird.“ Die Höhe der Förderung richte sich nach der Leistungsfähigkeit der jeweiligen Photovoltaik-Anlage und des Hausspeichers. Förderfähig seien jeweils maximal sieben Kilowatt Peak. Jedes Kilowatt Peak solle mit 75 Euro bezuschusst werden. Ergibt zusammengerechnet maximal 1050 Euro. Das Problem sei, dass niemand genau weiß, wie viele Fotovoltaik-Anlagen und Hausspeicher jedes Jahr in Bad Heilbrunn installiert werden.

Fördersumme deckeln

Die Energiewende Oberland gehe von drei bis 16 Anlagen aus. Die Bayernwerke würden unter Hinweis auf den Datenschutz keine genauen Angaben machen. Hanke schlug vor, die Fördersumme deshalb auf 20 000 Euro je Jahr zu deckeln. Insgesamt sei der Antrag aber nur eine Diskussionsgrundlage. „Da steckt sehr viel Hirnschmalz drin“, befand Bürgermeister Thomas Gründl (CSU). Es sei wichtig, dass die Gemeinde ein Signal zur CO2-Einsparung setze. „Ein super Ansatz, eine super Diskussionsgrundlage“, lobte 3. Bürgermeister Bernd Rosenberger (Grüne).

Er schlug vor, den Antrag an den Energieausschuss weiterzuleiten. So müsse beispielsweise über die Deckelung gesprochen werden: „Wir müssen darüber reden, wie es nach dem 20. Bewerber weitergeht. Soll der Rest leer ausgehen?“ Ebenso diskutiert werden müsse über die soziale Komponente: „Unterstützen wir einen Millionär genauso wie eine Familie mit ihrem kleinen Häusl?“ Man dürfe auch die gemeindlichen Gebäude nicht außer acht lassen: „Wenn wir zum Beispiel auf das Feuerwehrhaus oder die Schule eine Photovoltaik-Anlage drauf bauen, profitieren alle Bürger davon.“ Gleichwohl plädierte Hanke für eine schnelle Umsetzung: „Wir dürfen uns da nicht verkünsteln.“ Es handle sich um eine freiwillige Leistung, die jederzeit beendet werden könne.

Einstimmige Entscheidung

Schröfl stimmte zu: „Das Förderprogramm ist einfach zu handlen. Wenn wir es jetzt um irgendwelche Sachen erweitern, wird das auch nächstes Jahr nichts.“ Wenn die 20 000 Euro tatsächlich schon im ersten Halbjahr vergeben seien, könne sich der Gemeinderat Gedanken machen, ob er die Summe erhöhen will. Kilian Spindler (Grüne) stufte das Förderprogramm als „super Idee“ ein. Es gebe allerdings noch viele offene Fragen. Schröfl entgegnete, die Gemeinderäte hätten zehn Tage Zeit gehabt, sich den Antrag anzusehen: „Ich sehe keinen Sinn darin, dass wir die Entscheidung rauszögern.“ Doch dafür fand sich keine Mehrheit.

Letztlich votierte das Gremium einstimmig dafür, dass im Ausschuss über Einzelheiten wie die Deckelung und die Vergabe-Kriterien diskutiert wird.

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