1. Startseite
  2. Lokales
  3. Bad Tölz
  4. DasGelbeBlatt

Abiturienten des Gabriel-von-Seidl-Gymnasiums auf Entdeckungsreise an der Ostsee

Erstellt:

Von: Daniel Wegscheider

Kommentare

Gabriel-von-Seidl-Gymnasiums bei ihrer Exkursion
Gruppenfoto an der deutsch-polnischen Grenze: Schüler und Lehrer des Gabriel-von-Seidl-Gymnasiums bei ihrer Exkursion. © Schule/Habla

Bad Tölz – Das Gabriel-von-Seidl-Gymnasium in Bad Tölz hat 13 Abiturienten die Möglichkeit geboten, an einer einwöchigen Exkursion entlang der deutschen Ostseeküste teilzunehmen.

Die Abschlussschüler besuchten dabei Usedom, Stralsund, Rügen sowie die Insel Hiddensee. „Bei der Reise handelte es sich keineswegs um eine Selbstverständlichkeit, denn nur das strenge Corona-Hygienekonzept ermöglichte uns schlussendlich die lang ersehnte Fahrt“, berichtet Abiturientin Verena Habla vom Tölzer Gabriel-von-Seidl-Gymnasium.

Jetzt reflektieren die Abiturienten ihre Reise vom Herbst vergangenen Jahres bei einer aktuell laufenden Abschlusspräsentation. So können sie der gesamten Schulfamilie noch bis Februar einen Einblick in ihre Erlebnisse geben.

Usedom: „Ein wunderschönes Fleckchen Erde“

„Ein wunderschönes Fleckchen Erde, das schon Kaiser Wilhelm für sich entdeckt hatte, ist die Insel Usedom“, erzählt Habla. Die Anfahrt mit der Bäderbahn führte die Schüler zuerst vorbei an unverputzten Backsteingebäuden und den für die Region typischen Kiefernwäldern.

Die Ankunft an der Jugendherberge Heringsdorf, dem ältesten Seebad der Insel, beschreibt Habla als kleine Zeitreise: „Durch den schlichten Charme der 1990er-Jahre fühlten wir Abiturienten uns in der Zeit zurück katapultiert.“ Dies empfanden ebenso der Leiter des Geographie-Projektseminars, Cornelius von der Heyden sowie die begleitende Lehrkraft Katharina Schambeck.

19 Kilometer Fußmarsch nach Swinemünde

Am nächsten Tag brach die Gruppe Richtung Swinemünde auf und überquerte zu Fuß die polnische Grenze – es war eine Premiere für alle Beteiligten. „Historische Architektur, Werbung für billige Zigaretten und insgesamt knapp 19 Kilometer Fußmarsch“, schildert Habla die dortigen Eindrücke der Schüler.

Koserow: „Die Ostsee zeigte sich von ihrer stürmischen Seite“

Tags darauf ging es weiter nach Koserow. „Die Ostsee zeigte sich von ihrer stürmischen Seite und die Stimmung während unserer Entdeckungstour ist grau, beinahe kühl, aber gleichzeitig energiegeladen und mystisch.“ Nur die zahlreichen Imbissbuden und Souvenir-Stände wollten da laut Habla nicht so recht ins Bild passen.

Peenemünde: Kolossale Backsteinhallen und Raumfahrttechnik

Weiter ging es nach Peenemünde. Dort besuchte die Gruppe die ehemalige Heeresversuchsanstalt, in der unter Leitung Wernher von Brauns unter anderem die V2-Rakete entwickelt wurde. „Der Originalzustand der kolossalen Backsteinhallen beeindruckt uns ebenso wie die facettenreiche Ausstellung zur Raumfahrttechnik“, schildert Habla.

Stralsund: stilvolle Cafés und verwinkelte Innenhöfe

Nächster Halt: Stralsund. „Das Rattern der Koffer auf dem unebenen Kopfsteinpflaster hallte noch nach, als wir längst unsere Pension erreicht haben“, berichtet die Abiturientin. Die Schüler freuten sich dabei über die Nähe zur Altstadt: stilvolle Cafés und verwinkelte Innenhöfe hinterließen bei ihnen eine besondere Atmosphäre.

Rügen im Regen

Ganz anders die Stimmung in Prora auf Rügen: Das geplante Nazi-Projekt „Seebad der 20.000“ erstreckt sich dort rund acht Kilometer entlang der Küste. Urlaubsstimmung sei jedoch genau das Gegenteil dessen, „was die serienmäßigen und schmucklosen Gebäude vermitteln“, sagt Habla. Das unbehagliche und beklemmende Gefühl wurde zusätzlich verstärkt durch einsetzenden strömenden Regen.

Durchnässt und ergriffen von der deutschen Vergangenheit reisten die Abiturienten dann zum berühmten Kreidefelsen oberhalb der circa 120 meterhohen Steilküste. „Der weiße Kalkstein strahlte beinahe so hell wie auf Caspar David Friedrichs romantischem Gemälde, der diesen imposanten Eindruck 1818 auf Leinwand festgehalten hat“, sagt Habla.

Hiddensee: „Insel mit Stil“

Der Wind hielt auch auf der Überfahrt nach Hiddensee an. „Die kleine Insel hat Stil und ist trotz ihres ursprünglichen Charakters gleichermaßen lebendig und inspirierend.“ Am letzten Abend der Exkursion hielten die Schüler dann beim Pizza essen inne: Auf ihre gemeinsame Zeit, „beeindruckt von der Magie der Ostsee“, die laut Habla alle in ihren Bann gezogen hat.

Auch interessant

Kommentare