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Rehasportverein Bad Tölz: Warum Mitglieder ihre Vorstandschaft abwählen wollen

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Schild Rehasportverein Bad Tölz
Der Rehasportverein Bad Tölz kämpft um Mitglieder. © Rainer Bannier

Bad Tölz– Bei der jüngsten Versammlung des Tölzer Rehasportvereins wurde berichtet - es müsse Insolvenz beantragt werden, falls es nicht gelingt, Mitglieder zurückzugewinnen.

Nun haben einige Aktive des Vereins Einblick in die Einnahmen- und Ausgabenrechnung des Vereins für den Zeitraum ab dem 1. Februar 2020 genommen. Seinerzeit hatte es einen Wechsel in der Vorstandschaft und der Geschäftsführung gegeben. „In der mir vorliegenden Finanzaufstellung gibt es einige grobe Ungereimtheiten“, sagt Mitglied Henning von Lepel. „Mehrere größere Ausgabenposten sind für mich nicht nachvollziehbar und bedürfen der Überprüfung.“ Er werde sich dafür einsetzen, dass „alle Beträge, die dem Verein unberechtigt entzogen wurden, wieder eingefordert werden“.

Äußern möchte sich Dick zu den Vorwürfen im Moment nicht. Sie betont: „Jedem Bürger, auch Herrn von Lepel, ist es unbenommen, sich an die Presse zu wenden mit der Bitte, seine Meinung zu veröffentlichen. Das Recht auf freie Meinungsäußerung ist schließlich ein hohes Gut in unserer Gesellschaft.“

Rehasport Tölz: „beantragt Notstand“

Für den 3. Dezember ist eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen worden, bei der von Lepel und seine Mitstreiter erreichen wollen, dass die amtierende Vorstandschaft abgewählt wird. Man wolle „Neuwahlen durchführen oder gegebenenfalls einen Notvorstand beantragen“, gibt sich von Lepel entschlossen.

Er habe auf der Grundlage der ihm vorliegenden Zahlen eine neue Kalkulation vorgenommen. Und er sei zum Ergebnis gekommen, dass „der Verein dann bereits mit 187 Mitgliedern überleben kann“. Was ihm Hoffnung macht: Seit dem Tiefststand nach der Corona-bedingten Schließung mit nur noch 130 zahlenden Mitgliedern hat man sich bis Anfang dieser Woche wieder auf 170 hochgearbeitet. „Und unsere Mitglieder machen weiter Werbung für den Verein.“

Mit „unberechtigt entzogenen Beträgen“ meint von Lepel etwa „unverhältnismäßig hohe Kosten für ein geleastes Dienstfahrzeug des Geschäftsführers, hohe Mietkosten für die Geräte und eine undurchsichtige Abschlussrechnung im oberen fünfstelligen Bereich der früheren Vorstände und Geschäftsführer“. Letztere hatten den Rehasportverein bis zum 31. Januar 2020 geleitet. Vorstand Dagmar Dick und Geschäftsführer Hans-Peter Dick hatten den Verein zum 1. Februar 2020 übernommen, wenige Wochen vor Ausbruch der Corona-Pandemie.

Vorwurf: Rehasport-Neuwahl eine „Fälschung“

Das seinerzeit von der vormaligen Vereinsleitung abgezeichnete Protokoll einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 1. Februar 2020 stuft Henning von Lepel als „Fälschung“ ein: „Viele Mitglieder können es bezeugen, dass es an diesem Tag überhaupt keine förmlich einberufene Mitgliederversammlung mit dem Rücktritt der alten Vorstandschaft und der Neuwahl von Frau Dick gegeben hat.“

Vielmehr habe es sich nach Kenntnis der eingeladenen Mitglieder lediglich um eine informelle Zusammenkunft zur Verabschiedung der alten und Vorstellung der neuen Leitung gehandelt, betont von Lepel. Von der im Protokoll ebenfalls vermerkten „einstimmigen Entlastung des Vorstands durch die anwesenden Mitglieder“ könne demnach überhaupt keine Rede sein. Hinzu komme, dass der Protokollführer überhaupt nicht anwesend gewesen sei.

Trotz aller Querelen wird das Angebot des Rehasportvereins im Tölzer Land hoch geschätzt. Der Verein hat unter seinen Mitgliedern einige prominente Fürsprecher, die sich nachhaltig für seine Rettung aussprechen. Dazu zählt auch Dritter Bürgermeister Christof Botzenhart, der das Angebot des Rehasportverein Bad Tölz seit Jahren in Anspruch nimmt. „Es wäre ein schwerer Verlust, wenn es diesen Verein nicht mehr geben würde.“ Rainer Bannier

Weitere Informationen

über den Tölzer Rehasportverein gibt es im Internet auf www.rehasport-badtoelz.de und unter der Telefonnummer 0 80 41/7 99 66 44.

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