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„Rettet die Isar jetzt“: Neuvergabe der Konzession des Walchensee-Kraftwerks

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Von: Ewald Scheitterer

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Vorsitzender Dr. Karl Probst und sein Stellvertreter Michael Lindmair sowie Beisitzer Christian Buchner, Kassier Fritz März und Stefan Drexlmeier (Energiewende Oberland).
Podium im Alpenfestsaal Lenggries: (v.r.) Vorsitzender Dr. Karl Probst und sein Stellvertreter Michael Lindmair sowie Beisitzer Christian Buchner, Kassier Fritz März und Stefan Drexlmeier (Energiewende Oberland). ©  Ewald Scheitterer

Lenggries – Die Neuvergabe der Wasser-Nutzungsrechte für die Isar und ihrer Zuflüsse für das Walchensee-Kraftwerk waren die Hauptthemen für die Notgemeinschaft „Rettet die Isar jetzt“.

Sie standen im Mittelpunkt des Rechenschaftsbericht von Dr. Karl Probst, dem Ersten Vorsitzenden der Notgemeinschaft, die sich jüngst im Lenggrieser Alpenfestsaal zur Jahreshauptversammlung traf. Bekanntlich muss die Vergabe der Rechte bis zum 30. September 2030 erfolgt sein.

Dabei muss auch entschieden werden, wie viel Wasser künftig in der Isar und ihrer Zuflüsse verbleiben sollen, um den von der Europäischen Wasser-Rahmenrichtlinie geforderten ökologischen guten Zustand zu erreichen.

„Hier eine Veränderung zu erreichen wird nicht einfach. Eigentümer des Walchensee-Kraftwerks ist der Energiekonzern Uniper. Dem etwas entgegenzusetzen wird schwer“, stellte Probst klar. Andererseits sah er in den Verhandlungen zur Neuvergabe der Konzession auch die Chance, „dass wir wieder mehr Restwasser für die Isar bekommen.“

Das ist ja die stete Forderung des Vereins. Der Befürchtung, dass dadurch eine Verbuschung eintrete, wenn der Rissbach wieder mehr Restwasser bekommt, trat Probst klar entgegen.

Tamariske und Schnarrschrecke

Seitens des Naturschutzes war teilweise die Befürchtung aufgekommen, dass durch Verbuschung der Lebensraum von Tamariske und der Schnarrschrecke gefährdet werde.

„Das wird aber nicht eintreten, da die immer wieder auftretenden Hochwasser des Rissbachs viel zu viel Kraft haben.“

So bleibe die natürliche Dynamik des Wildflusses erhalten. Der Vorsitzende forderte allerdings ein besseres Geschiebe-Management für das Krüner Wehr und vor allem, eine Öffentlichkeitsbeteiligung bei der Neuvergabe der Wasserrechte.

Historische Chance

Auch müsse der Bootsverkehr zwischen Wallgau und dem Sylvenstein-Stausee verboten werden, da die Isar dort zu wenig Wasser führe.

Stefan Drexlmeier, Vorstandsvorsitzende der „Energiewende Oberland“, unterstrich in seinem Vortrag, die Wichtigkeit des Walchensee-Kraftwerks für die Region. Es habe 2019 8,4 Prozent der benötigten Energie erzeugt und somit 20,4 Prozent der aus regenerativen Prozessen gewonnenen Energie geliefert.

Er sah in der Neuvergabe der Konzession sogar eine „historische Chance“, wenn alle mithelfen würden, ein Gegenangebot zu Uniper auf die Beine zu stellen. Als gut funktionierendes Beispiel nannte er da die „Alperia AG“, einen Zusammenschluss zahlreicher Wasserkraftwerke in Südtirol unter Führung zahlreicher Kommunen und der Autonomen Region Bozen.

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