Film Beckenrand Sheriff von Marcus H. Rosenmüller
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Kinotour zu „Beckenrand Sheriff“: (v.l.) Schauspieler Dimitri Abold, Katha Sohnius (Marketingleiterin „Kinobetriebe Wolf“), Produzentin Julia Rappold sowie Regisseur Marcus H. Rosenmüller

Kinostart im Isar und Oberland Kinocenter

Skurriler Humor in Marcus H. Rosenmüllers neuem Film: „Beckenrand Sheriff“

  • Daniel Wegscheider
    VonDaniel Wegscheider
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Bad Tölz/Hausham – Wenn Marcus H. Rosenmüller einen neuen Film macht, ist das Oberland gespannt: Bei der Premiere berichtete er über eigene Freibad-Erfahrungen.

Wenn Marcus H. Rosenmüller („Wer früher stirbt ist länger Tot“) über seinen neuen Film spricht, in dem sich alles um ein Freibad dreht, dann ist das eine Liebeserklärung an die gute alte Zeit. Erinnerungen an die eigene Kindheit und Heimat. Zwar wurde der Kinostreifen „Beckenrand Sheriff“ zum großen Teil im oberpfälzischen Pleystein gedreht, doch eigentlich ist die Aussage des Films eine Metapher auf alle Freiluft-Plansch-Stätten.

Es könnte auch das Strandbad in Schliersee sein – dort verbrachte der gebürtige Haushamer Regisseur im Sommer oft seine Jugend: Schwang sich aufs Fahrrad und ließ sich dort vom Geschnatter und Gekreische der Badegäste in den Schlaf wiegen. Dies erzählte er am Donnerstag bei der Premiere seines neuen Streifens im Oberland Kinocenter.

„Beckenrand Sheriff“: eine Hommage an die Kindheit

Was Rosenmüller besonders prägte: „Wie wenig man als Kind braucht, um glücklich zu sein.“ Da hätten Wasser und ein Fünfmeter-Turm ausgereicht. Außerdem habe man nix verpasst. „Da hörst du alles und bist mittendrin“, so der Filmemacher weiter. Es waren eben die Begegnungen sowie der Austausch mit anderen Menschen, die sich alle im Freibad oder am See getroffen haben. Eine entschleunigte Welt ganz ohne WhatsApp, Facebook und Co.

Freibäder sind Sehnsuchtsorte

Filmemacher Marcus H. Rosenmüller

Auch wenn Rosenmüllers „Beckenrand Sheriff“ eine typische Komödie ist, wurde der bekannte oberbayerische Filmemacher beim Pressetermin ein wenig politisch: „Wir leben in einer Zeit der Vorurteile und Pauschalisierungen. Die Leute treffen sich nicht mehr, sondern hocken vor ihrem Laptop.“ Doch das wahre Leben finde halt draußen statt. Sei es im Kino auf Volksfesten oder eben im Freibad: „Das sind echte Begegnungsstätten.“

Diese waren besonders in der Kindheit und Jugend prägend. Daher empfindet Rosenmüller rückblickend „das Freibad als Sehnsuchtsort“. Die Handlung von „Beckenrand Sheriff“ greift diese Erinnerungen auf: Freundschaft und dass die Welt verändern werden kann, wenn man nur daran glaubt – sind Thema.

Idee und Handlung überzeugt Rosenmüller

Das Drehbuch von Marcus Pfeiffer hat den Regisseur deshalb „gleich ins Herz“ getroffen. Auch die Münchner Produktionsfirma Lieblingsfilm GmbH war von der Idee überzeugt und wusste – Rosenmüller ist der Richtige, um den „schrägen Humor“ auf die große Leinwand zu bringen, bestätigte Produzentin Julia Rappold.

Darum geht es im Film:

Im fiktiven oberbayerischen Grubberg muss der unbeliebte und grantige Bademeister Karl Kruse (Milan Peschel) das in die Jahre gekommene Freibad vor der drohenden Schließung retten. Die Kosten zu hoch, das Freibad zu alt. Bürgermeisterin (Gisela Schneeberger) will das Freibad schließen. Und Bauherr Albert Dengler (Sebastian Bezzel) wittert seine Chance, dort „Tiny Häuser im Landhausstiel“ zu errichten. Doch ohne Karl: Denn er ist im Schwimmbad seit 30 Jahren der sogenannte Beckenrandsheriff. Daher will der Bademeister per Volksbegehren dagegen ankämpfen. Unerwartete Hilfe bekommt Karl Kruse zudem vom skurrilen Dorf-Wasserball-Team, seinem neuen Azubi Sali (Dimitri Abold), der als nigerianischer Flüchtling nicht schwimmen kann, sowie von Ex-Profi-Schwimmerin Lisa Dengler und Karls Erzrivale Dr. Rieger (Rick Kavanian).

Rosenmüller ist bescheiden, winkte ab und hob stattdessen den „tollen Cast“ hervor. Allen voran seine Neuentdeckung Dimitri Abold, der im Film den Flüchtling und Schwimmbad-Azubi Sali spielt. „Es war sein erster Kinofilm“, berichtete Rosenmüller und ergänzte: „Von ihm werden wir noch viel hören.“

„Satirische Weisheiten“ von Peschel und Schneeberger

Sein Lob galt auch Hauptdarsteller Milan Peschel (Bademeister Kruse). „Mit ihm wollte ich schon immer einen Film machen.“ Sowie der bayerischen Filmikone Gisela Schneeberger. Sie spielt eine resolute Bürgermeisterin, die im Film satirische Weisheiten raus haut wie etwa: „Es ist kein Geld für Demokratie da“.

Für Rosenmüller war es „sein schnellster Film“. Zweieinhalb Jahre hat es von der Idee bis zur Premiere gedauert. „Beckenrand Sheriff“ ist im Kino Penzberg an der Fraunhoferstraße, im Oberland und Isar Kinocenter sowie ab 23. September im Tölzer Capitol-Theater zu sehen.

Quelle: DasGelbeBlatt

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