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Tölzer Baugebiet Hintersberg II: Wohnraum begehrt - Stadt lost unter Bewerbern per Los aus

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Vorarbeiten auf dem Baugebiet Zwickerwiese in Bad Tölz.
Die Vorarbeiten für das Baugebiet Zwickerwiese laufen bereits, Baubeginn dürfte aber erst Ende 2022 oder Anfang 2023 sein. © Bock

Bad Tölz – Grundstücke auf Baugebiet Hintersberg II heiß begehrt - Stadt will unter Bewerbern auslosen.

Auf der Zwickerwiese im Tölzer Norden wird seit einigen Wochen gearbeitet. Allerdings ist es nur die Vorbereitung für das künftige Baugebiet Hinterberg II. Am wichtigsten sind die am Zwickerhof vorbeiführende Baustraße und die Erschließung mit Strom und Wasser.

Wenn die 14 von der Stadt zu vergebenden Grundstücke in einigen Jahren bebaut sind, erfolgt die Zufahrt über die Heißstraße, was in der jüngeren Vergangenheit für allerhand Verärgerung der Anlieger und gerichtliche Auseinandersetzungen gesorgt hatte.

Davon war in der Weihnachtssitzung des Stadtrates nicht mehr die Rede. Die Grundstücke sind erwartungsgemäß heiß begehrt. Das Areal auf der Zwickerwiese ist derzeit das einzige im Stadtgebiet, das einheimischen Familien die Chance bietet, Wohneigentum zu einigermaßen günstigen Preisen zu erwerben.

Insgesamt 38 Wohneinheiten sind auf der bis vor kurzem als Viehweide dienenden Zwickerwiese geplant. 14 werden von der Stadt zum Kauf, neun in Erbpacht vergeben. Auf den Parzellen, die verkauft werden, sollen fünf Doppelhäuser und ein Vierspänner entstehen.

80 Prozent der Bewerber Einheimische

Für die 14 Grundstücke wurden bis 30. November 2021 fast 150 Bewerbungsunterlagen eingereicht. 90 seien inzwischen ausgewertet, erklärte Kämmerer Hermann Forster im Stadtrat.

Die allermeisten Bewerber sind Einheimische: „Rund 80 Prozent wohnen aktuell in Bad Tölz oder haben früher schon hier gewohnt“, sagte Forster. Die Auswertungen würden noch im Januar abgeschlossen, Ziel sei es, die notariellen Kaufverträge spätestens im Mai 2022 unter Dach und Fach zu bringen.

Die Erschließung läuft bereits, Baubeginn könnte dann im Frühjahr 2023 sein. Für die Bauwerber werde es im Vorfeld Infoveranstaltungen zu den Themen Energieversorgung und Gestaltung geben, kündigte Forster an.

Wie berichtet, wird es im neuen Baugebiet keine Erdgas- und keinen Nahwärmeanschluss geben, man möchte, dass die Häuser per Erdwärme versorgt werden.

Nicht ganz einfach wird allerdings die Entscheidung, welche Bewerber zum Zug kommen - trotz eines bestehenden Punktesystems, bei dem unter anderem Wohn- oder Arbeitsort, Zahl und Alter der Kinder berücksichtigt werden. Wie Forster erklärte, stehe bereits jetzt fest, dass mehrere Bewerber die gleiche Punktzahl erzielen.

Entscheidung per Los

Die Entscheidung wird in einigen Fällen per Los gefällt werden müssen. Christof Botzenhart (CSU) mahnte „größtmögliche Transparenz“ bei der Verlosung an - was der Kämmerer und Bürgermeister Ingo Mehner (CSU) zusicherten. Man werde das Losverfahren durch einen Notar juristisch begleiten lassen, ein öffentliches „Auslosen“ komme aus Datenschutzgründen eher nicht infrage.

Bei den neun Grundstücken, die im Erbbaurecht vergeben werden, ist man noch nicht so weit. Dafür muss der Stadtrat erst noch im April oder Mai einen Beschluss fassen. Baubeginn könnte aber eventuell zeitgleich mit den 14 Kaufgrundstücken erfolgen.

Ob Kaufwillige grundsätzlich auch Interesse an einem Grundstück in Erbpacht hätten, sei nicht abgefragt worden, antwortete Forster auf Nachfrage von Johannes Gundermann (Grüne). „Ich bin mir sicher, dass diese Grundstücke genauso weg gehen“, sagte Mehner, vor allem von Bewerbern, die eine Absage für die Eigentumsvariante bekommen hätten.

Kämmerer Forster ist im Bewerbungsverfahren aufgefallen: „Das Interesse für Doppelhaushälften ist wesentlich höher als das für den Vierspänner.“ Man werde aber sicher auch den „an den Mann bringen“. Karl Bock

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