Daniel Fuchs in seiner Tölzer Werkstatt mit einer seiner Skulpturen.
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Leim und Holz: Daniel Fuchs in seiner Tölzer Werkstatt mit einer seiner Skulpturen.

Der Herr der Scheiben

Tölzer Holzkünstler auf Erfolgskurs - Werke international gefragt

Bad Tölz – Im Herbst 2019 hat der seit einigen Jahren in Bad Tölz ansässige Holzkünstler Daniel Fuchs bei seiner ersten Ausstellung überhaupt im Tölzer Stadtmuseum mit seinen filigranen Skulpturen für großes Erstaunen gesorgt. Jetzt ist er ein international gefragter Künstler.

„Jetzt geht es steil nach oben“, sagt der 47-jährige Tölzer. Für ihn haben sich in letzter Zeit viele Türen geöffnet, seitdem er sich vom Kunstmanagement „Pashmin Art“ aus Hamburg promoten lässt.

Fuchs berichtet, dass sein Werk in britischen und österreichischen Kunstmagazinen vorgestellt wurde und das asiatische Fachzeitjournal „Cans Asia Art News“ ihn zum „Künstler des Jahres“ nominiert hat.

Von Tölz nach Lettland und China

Aktuell präsentiert Fuchs seine Werke sechs Wochen lang in Lettland im „Mark Rothko Art Center“, das in der Großstadt Daugavpils (deutsch Dünaburg) steht und nach dem weltbekannten amerikanischen Expressionisten mit lettischen Wurzeln benannt ist.

„Das ist meine erste Ausstellung seit der Corona-Pandemie“, freut sich der Künstler, der die lange Durststrecke zur intensiven Arbeit an seinen beeindruckenden Schöpfungen genutzt hat: „Meine in Lettland ausgestellten acht Werke bestehen jeweils aus bis zu 12.000 einzelnen Holzmosaikstücken“, erklärt Fuchs.

Anfang 2022 werden seine Exponate auch im „National Art Museum“ in Peking und in Chongqing ausgestellt, einer weiteren Millionenmetropole in China.

Wer die Arbeiten des Künstlers sieht, ist überrascht und muss gestehen, dass er Vergleichbares noch nicht gesehen hat: Die Werke des 47-Jährigen erinnern ein wenig an Akustikdecken moderner Konzertsäle, vielleicht auch an Skulpturen des prominenten britischen Künstlers Tony Cragg.

Techniker des Filigranen

Fuchs ist ein Filigrantechniker. Aus handelsüblichen, verleimten Fichtenholzplatten schneidet er mit einer Dekupiermaschine (einer mechanisierten Form der Laubsäge) arbeitsaufwändig Ring für Ring hauchdünne Scheiben heraus, die er dann wie bei einem Teleskop auseinanderzieht, mit Pigmenten verfärbt und zu nach oben sich verjüngenden Reliefs und Phantasiegebilden verleimt.

Seine Technik ähnelt jener, wie man aus einem Furnier kunstvolle Intarsien herausschneidet. Ist das nun Handwerk, Dekor oder Kunst? „Holz ist warm und weich, hat seine Kanten und seine Struktur – es ist einfach Natur pur“, entgegnet Fuchs.

Durch Transformation schaffe er aus dem Rohmaterial „etwas lebendiges Neues, ohne etwas wegzunehmen oder neu hinzuzufügen“. Damit setze er Formen in Beziehung zueinander und schaffe „eine neue Ordnung – als Metapher für meine Wahrnehmung des Verbundenseins und der Beziehungen von Menschen“.

Die Kunstliebe begann in Thüringen

Fuchs wuchs in der thüringischen Kleinstadt Greiz auf, wo er früh mit „Kunst“ in Berührung kam, weil seine Oma im Museum, in Ausstellungsräumen für Künstler und in der Nationalen Sammlung „Satiricum“ beschäftigt war.

Die Unsicherheiten der Nachwendezeit führten dazu, dass es wenige Lehrstellen und Betriebe mit Perspektive gab. Der junge Mann lernte zunächst Kaminkehrer und Elektriker lernte und hielt sich dann in seiner Hobby-Werkstatt mit dem Schneiden von Intarsien und der Restaurierung von Möbeln über Wasser.

Mäzenin hilft

Als ihm das nicht mehr genügte, suchte und fand er seine ganz persönliche künstlerische Ausdrucksform mit absoluten Alleinstellungsmerkmalen. Unterstützung erfuhr Daniel Fuchs durch die Tölzer Mäzenin Susanne Löffler, die sein außergewöhnliches Potential erkannte und förderte.

Zu seinem vollkommenen privaten Glück gehört nun auch, dass Fuchs mit seiner Frau einen Sohn bekommen hat.

Rainer Bannier

Auch der bayerische Meister im Schreinerhandwerk Benjamin Supé, der sein Handwerk in der Schreinerei Steiger & Lankes in Hohenschäftlarn erlernte, kennt sich mit Holz gut aus. Im Oktober 2022 stehen für ihn die Berufsweltmeisterschaften (WorldSkills) in Shanghai an.

Quelle: DasGelbeBlatt

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