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Ukraine-Hilfe Oberland bringt Winterkleidung in Kriegsgebiet

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Von: Max Müller

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Im ukrainischen Sumy wurden Lebensmittel, Medizin und Winterkleidung an Krankenhauspersonal, Militär und Zivilbevölkerung übergeben. © Privat

Benediktbeuern – Die Spendenaktion der Ukraine-Hilfe Oberland war ein voller Erfolg. Knapp 12 Tonnen an Sachspenden und mehr als 2000 Euro kamen laut Organisator Christian Hempel (59) in Benediktbeuern zusammen. In der Zwischenzeit hat Gründerin Alina Lindemann (21) wieder Medizin, Nahrung und Winterkleidung in die Ukraine gebracht.

Der Andrang war groß. Circa 300 Leute warteten an zwei Tagen in teilweise langen Schlangen in Benediktbeuern, um ihre gesammelten Spenden abzugeben. In Kartons und Tüten wurden Anfang November Winterbekleidung, Hygiene-Artikel, Medizin und Lebensmittel bei Organisator Christian Hempel abgeliefert. „12 Tonnen an Material sind zusammengekommen, also 20 bis 30 Kilogramm pro Person“, berichtete der 59-Jährige begeistert im Telefonat mit der Rundschau.

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Der Bus der Ukraine-Hilfe Oberland wurde nach der Spendenübergabe in Benediktbeuern von fleißigen Helfern beladen. © Privat

Hempel war überrascht von der hohen Spendenbereitschaft an der Annahmestelle am Mondscheinweg: „Insgesamt konnten fünf Fahrzeuge und Anhänger beladen werden.“ Darunter auch der eigene VW-Bus der Ukraine-Hilfe Oberland. Medikamente, Nahrung und Winterkleidung werden nur kurze Zeit im Freistaat zwischengelagert, denn die nächsten Fahrten in die Ukraine stehen bereits an.

Hilfe an der russischen Front

Die ersten Ladungen an Winterkleidung hat die Gründerin der Ukraine-Hilfe Oberland, Alina Lindemann, bereits in die Ukraine gebracht. Sumy ist eine Stadt im Nordosten des Landes, knapp 30 Kilometer von der russischen Grenze entfernt. 30 Kilometer von der Front und den Kampfhandlungen entfernt. „Ich habe russische Soldaten gesehen und habe dafür kein Fernglas gebraucht. Kampfhandlungen habe ich diese Mal keine beobachtet, aber Luftalarm ist hier an der Tagesordnung.“ Auch wegen russischen Drohnenangriffen.

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Kriegsflüchtlinge aus dem Osten des Landes: Eine Mutter mit Sohn rüstet sich mit Winterkleidung, die im Loisachtal gesammelt wurde, für die kalte Zeit in der Ukraine. © Privat

Das Kinderkrankenhaus in Sumy bekam einen Teil der Medikamente und der Nahrungsmittel, die teilweise auf der Fahrt in Polen, Rumänien und Ungarn eingekauft werden – dort ist das Essen um ein vielfaches billiger. Auch diese Investitionen werden mit Spendengeldern finanziert. Für das Militär gab es ebenfalls starke Medizin wie Antibiotika, Infusionen und Entzündungshemmern sowie Thermokleidung, Konserven und Energieriegel. Auch für die Kriegsflüchtlinge in Uschgorod aus dem Osten der Ukraine hatte Lindemann Winterkleidung dabei, welche die Zivilbevölkerung unbedingt für die kalten Monate braucht.

Spenden

Spenden für die Ukraine-Hilfe Oberland sind möglich beim Inner-Wheel-Club Garmisch-Partenkirchen auf das Kreissparkassen-Konto mit der IBAN: DE 44 7035 0000 0011 2061 82 mit dem Verwendungszweck: Ukrainehilfe Oberland.

Gefährliches Unterfangen

Die Fahrten in das kriegsgebeutelte Land sind für die Mitglieder der Ukraine-Hilfe Oberland nicht ungefährlich. „Ich nehme in den Osten der Ukraine niemanden mit außer einen ausgebildeten Begleiter“, so Lindemann. Begeistert von den Fahrten ist man im Familienkreis der 21-Jährigen nicht: „Meine Eltern bekommen die Infos meist erst nach meinen Fahrten“, gesteht die Weilheimerin im Telefonat mit der Rundschau.

Anfang Dezember ist wieder eine Fahrt in die Ukraine geplant. Dieses Mal soll es in den Westen der Ukraine gehen. Mit an Bord sind dann die Winterkleidung und Sachspenden, die in Benediktbeuern gesammelt wurden, um der Zivilbevölkerung zu helfen. Um die Fahrten in die Ukraine, Lebensmittel und notwendige Medizin zu finanzieren, ist die Ukraine-Hilfe Oberland auf Geldspenden angewiesen. Diese werden über das Kreissparkassen-Konto des Inner-Wheel-Clubs Garmisch-Partenkirchen abgewickelt.

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