Könnte bald unter Denkmalschutz stehen: Das ehemalige Offiziersheim der Lenggrieser Kaserne. Foto: archiv

Denkmalschützer nehmen Lenggrieser Kaserne ins Visier

Lenggries - Das Landesamt für Denkmalpflege prüft, ob einige der Gebäude der ehemaligen Lenggrieser Kaserne schützenswert sind und stellt so den Bebauungsplan Grüne Wiese infrage.

Der Abbruch der Kasernengebäude ist nach wie vor der Wille der Gemeinde. Man bastelt am entsprechenden Bebauungsplan Grüne Wiese, und auch der Vorentwurf für den neuen Flächennutzungsplan weist das Areal als ökologische Ausgleichsfläche aus. Allerdings gibt es eine Entwicklung, die der Todesstoß für das Projekt Komplettabriss sein könnte: Das Landesamt für Denkmalpflege prüft derzeit, ob Teil der Kasernenanlagen schützenswert sind.

Im Zuge des Bebauungsplanverfahrens werden verschiedene Behörden gehört. Eine davon ist das Landesamt. „Aus der Stellungnahme hat man herauslesen können, dass sich der Denkmalschutz Gedanken über das Objekt gemacht hat“, sagt Bauamtsleiter Anton Bammer. So werde argumentiert, „dass die Lenggrieser Kaserne in der Geschichte zu finden ist und als Vorbild für den Bau anderer Kasernen gedient hat“. Also wurde vorgeschlagen, sich die Liegenschaft vor Ort anzuschauen. „Den ersten Besichtigungstermin gab es im Dezember, den zweiten am Donnerstag“, so Bammer.

Eine Einschätzung der Lage erwartet der Bauamtschef im Februar. „Ich könnte mir vorstellen, dass man das Offiziersheim unter Denkmalschutz stellt, aber das ist reine Spekulation“, sagt Bammer.

Diese Einschätzung teilt Kasernen-Investor Carl-Georg Zwerenz. Er möchte mit der Gesellschaft Action Sports SA wie berichtet ein Sportcamp auf dem ehemaligen Militärgelände verwirklichen und war bei den Begehungen dabei. Außer dem Offiziersheim haben die Denkmalschützer die u-förmigen Mannschaftsunterkünfte ins Visier genommen. „Hier könnte es sein, dass diese unter Ensembleschutz gestellt würden“, sagt Zwerenz. Da er die vier Gebäude erhalten möchte, um dort Jugendliche unterzubringen, „hätte ich nichts gegen die Pläne des Denkmalschutzes. Im Gegenteil, wir würden das fördern“.

Diese Begeisterung ist nicht völlig uneigennützig: Werden Teile der Anlage unter Schutz gestellt, kann sich die Gemeinde im Prinzip von ihren Beseitigungsplänen verabschieden. „Man kann natürlich auch den Abriss eines denkmalgeschützten Gebäudes beantragen, wenn man es begründen kann und beispielsweise ein Gegengutachten erstellt“, sagt Bammer. Aber der Denkmalschutz sei schon ein gravierender Punkt, Teile des Bebauungsplans Grüne Wiese ließen sich im Fall des Falles wohl nur noch schwer umsetzen.

Zwerenz hofft aber generell, dass sich die Gemeinde gegen den Bebauungsplan und für das Projekt Camp Woodward Europe enstcheidet. Er hofft, dass spätestens im März über das Projekt entschieden wird - positiv. Zwerenz: „Ich glaube an die Vernunft und daran, dass der Gemeinderat zustimmen wird.“ (Veronika Wenzel)

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