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In der Tölzer Stadtbibliothek gibt es viel mehr als nur Lesestoff: Vor allem für Kinder ist immer wieder etwas geboten – beispielsweise das Bilderbuchkino oder der Besuch der Kinderbuch-Figur „Grüffelo“, wie im Jahr 2015. 

Bilanz im Finanzausschuss

Deutschunterricht in der Marktstraße

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65 000 Besucher kamen im vergangenen Jahr in die Tölzer Stadtbibliothek und liehen rund 178 700 Medien aus. Leiterin Melanie Sappl freut sich vor allem über das breite Altersspektrum ihrer Leser.   

Bad Tölz – Man hat sich fast schon daran gewöhnt, dass es in der Tölzer Stadtbibliothek rund läuft. Leiterin Melanie Sappl gab im Tölzer Finanzausschuss aber gerne das Lob weiter, das sie schon von mehreren Neubürgern gehört hat: Dass die Kleinstadt eine Bibliothek mit solch einer Qualität besitze, das hätten sie nicht gedacht.

Etwa 65 000 Besucher kamen im vergangenen Jahr ins ehemalige Amtsgericht und liehen sich rund 178 700 Medien aus. Ein Teil davon entfällt auf die Kurbücherei. Diese hat ihr 2015er-Ergebnis nochmals gesteigert auf 16 738 Entleihen. Unter den 2311 aktiven Nutzern der Stadtbibliothek sind 166 Lehrer und Schüler des benachbarten Seidl-Gymnasiums. Durch die noch junge Kooperation mit der Schulbibliothek seien einige neue Nutzer akquiriert worden.

Besonders freute sich Melanie Sappl über das breite Altersspektrum der aktiven Leserschaft. So kommen schon Kinder vor dem ersten Geburtstag mit ihren Eltern und nutzen Spiel- und Beschäftigungsmöglichkeiten. Es gebe 60 Bibliotheksnutzer über 80 Jahre, neun sogar über 90. Lesen mache halt wirklich ein Leben lang Spaß.

Thema E-Book: Rund 10 Prozent der aktiven Nutzer greifen auf das elektronische Medienangebot zurück, das die Stadtbibliothek im Verbund mit anderen Büchereien im Internet offeriert. 8790 Ausleihen sind 2016 verbucht worden. Das sei vergleichbar mit anderen ähnlich großen Einrichtungen, sagte Sappl auf Nachfrage. Um das gedruckte Buch müsse sich aber keiner Sorgen machen. Die einfache Bedienung, kein Bedarf an Strom und Technik sowie die schöne Haptik sprächen nach wie vor für den Klassiker Buch.

Seit vergangenen September existiert eine Kooperation mit dem Tölzer Verein Asyl plus. Seitdem werden 20 Laptops im Haus angeboten, mit denen Flüchtlinge via Internet selbstständig Deutsch lernen können. Die Bücherei stellt zudem Räume für Kurse zur Verfügung. Das Raumangebot gibt es auch für Schüler der Berufsschule. Sie treffen sich mittwochs und donnerstags zu Lerntreffs in der Bibliothek.

Mit staatlichen Zuschüssen hat die städtische Einrichtung auch anderssprachige Lesebücher angeschafft. Man habe sich zuvor mit Lehrern abgesprochen und sich geeignete Bücher empfehlen lassen.

Vorlesewettbewerb, Bilderbuchkino, Literaturkreis, Ausflüge: In der Stadtbibliothek wird viel mehr als Lesestoff geboten. Sappl freut sich im laufenden Jahr vor allem auf das Projekt „Stadtlesen“. Von 13. bis 16. Juli wird dabei die Marktstraße zum Lesewohnzimmer. Von 9 bis 23 Uhr kann in über 1000 Werken geschmökert werden. Gemütliche Sitzgelegenheiten, Büchertürme und eine große Bühne laden dazu ein. Das Echo ist schon jetzt beachtlich. Das Gymnasium, erzählte Sappl, habe angekündigt, dass man dann den Deutschunterricht in die Marktstraße verlegen werde. „Und was ist, wenn schlechtes Wetter ist?“, wollte Martin Harrer (FWG) wissen. Die Büchertürme seien geschützt, man könne auch mal ins Marionettentheater ausweichen, antwortete Sappl. „Aber wenn es stark regnet, dann fällt das natürlich ins Wasser.“

Auch ums Geld ging es in der Sitzung des Finanzausschusses. Das Zuschussbedarfsbudget (332 000 Euro) wurde 2016 um rund 12 600 Euro leicht unterschritten.

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