Ordnung halten im „Wohnzimmer Isar“: Das gehört zu den Aufgaben von Hannah-Sophie Kock und Kaspar Fischer. Foto: arp/A

Dienstantritt am Arbeitsplatz Natur

Lenggries - Die Isar-Ranger Hannah-Sophie Kock und Kaspar Fischer starten hochmotiviert in ihre zweite Saison.

Die ersten Grill-Gesellschaften an der Isar wurden heuer schon an einem warmen Februartag gesichtet. Hätten das die beiden Isar-Ranger Hannah-Sophie Kock und Kaspar Fischer gesehen: Sie hätten dem verbotenen Treiben sicherlich Einhalt geboten. Doch Gelegenheit zum Einschreiten im Namen des Naturschutzes haben die beiden Angestellten des Landkreises erst jetzt: Im Mai beginnt ihr Einsatz. Die Isar-Ranger starten motiviert in ihre zweite Saison.

„Ich freue mich schon, ich hoffe, das Wetter passt“, sagt Hannah-Sophie Kock. Den Winter hat die Umweltingenieurin mit freiberuflichen Tätigkeiten in der Umweltbildung verbracht, hat auch mal gestrickt oder genäht und ist in Urlaub gefahren. Doch ab 1. Mai ist die Benediktbeurerin (27) wieder hauptberuflich Isar-Rangerin. Die Stelle, die voriges Jahr geschaffen wurde, teilt sie sich mit dem Nebenerwerbslandwirt Benedikt Fischer (41) aus Gaißach. Für ihn ist der Job, dem er nun bis Ende Oktober nachgeht, ebenfalls genau das Richtige: „Ich bin kein Büromensch, sondern arbeite lieber draußen“, sagt er.

Das Einsatzgebiet der Isar-Ranger ist riesig: Es reicht vom Tölzer Stausee bis nach Wallgau und umfasst auch mehrere Bäche, die in die Obere Isar fließen, wie Rißbach oder Walchen. „Wir haben uns aufgeteilt“, sagt Fischer. „Hannah geht auf der rechten, ich auf der linken Isarseite.“

Die Menschen, die die beiden am Ufer antreffen, unterscheiden sich je nach Ort. „In der Nähe von Tölz sind es eher die Einheimischen, die nach Feierabend an die Isar gehen“, sagt Fischer. „Hier gibt es viel mehr Müll“ ergänzt seine Kollegin Kock. Im Sylvensteinbereich dagegen seien in erster Linie Urlauber anzutreffen. Doch eines hätten alle gemeinsam, so die 27-Jährige: „Jeder bezeichnet die Isar als sein Wohnzimmer, liebt die Natur auf seine Art, will aber auch seine Freiheit haben.“

Doch die Freiheit hat Grenzen: Grillen, Lagerfeuer und Campen sind an der Isar verboten - und darauf weisen die Isar-Ranger freundlich, aber bestimmt hin, wenn sie es sehen. „Über 95 Prozent der Leute reagieren sehr nett und aufgeschlossen“, berichtet Kock. Fischer ärgert sich allerdings, dass an den warmen Frühlingstagen schon die ersten Griller am Ufer unterwegs waren - und dies auch noch in der Zeitung als harmloses Freizeitvergnügen gezeigt worden ist. „Dabei ist das richtig gefährlich, gerade wenn noch keine Vegetation da ist, sondern nur trockenes Gras.“ Dieses könne leicht in Brand geraten.

Dass ihr Einsatz schon früher im Jahr beginnen müsste, glauben die Isar-Ranger trotzdem nicht. „An der Oberen Isar dauert der Winter ja etwas länger“, sagt Kock. „Gerade abends ist es noch so kühl, dass sich die meisten das Grillen verkneifen.“

Auch jetzt im Mai rechnen die Naturhüter noch nicht mit dem großen Andrang am Ufer. Zum Saisonstart stehen andere Arbeiten an: „Als erstes schaue ich, ob die Beschilderung noch lesbar ist, ob man etwas erneuern oder ausschneiden muss“, so Fischer. „Die erste Ausrede der Leute ist nämlich, sie hätten vom Grillverbot nichts gewusst, obwohl sie direkt an einem Schild vorbeigegangen sind.“ Zudem gelte es nachzuschauen, wie sich die Flusslandschaft über Winter verändert hat, ergänzt Kock - auch, wie es einem Biber gehe, der sich an der oberen Isar auf Höhe der Mautstraße niedergelassen habe. Auch die Nester der Kiesbrüter, wie Flussregenpfeifer und Flussuferläufer werden die Isar-Ranger ausfindig machen und bei Bedarf durch Markierungen schützen. Und wenn wieder verstärkt Ausflügler anrücken, sind Fischer und Kock gespannt, wie die sich heuer verhalten. Kock: „Ich hoffe, dass unsere Aufklärungsarbeit schon etwas bewirkt hat.“ (ast)

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