Rund und bunt: In etwa so wird die „eMotion Base“ aussehen, die ab September bei der Sport-Jugendherberge gebaut wird. Zeichnung: Krämmel
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Rund und bunt: In etwa so wird die „eMotion Base“ aussehen, die ab September bei der Sport-Jugendherberge gebaut wird.

"eMotion Base"

Diese Turnhalle wird eine runde Sache

Bad Tölz - Im September soll der Bau der geplanten "eMotion"-Base neben der Tölzer Sport-Jugendherberge beginnen. Ein neues Wahrzeichen der Stadt könnte entstehen.

Sie könnte ein neues Wahrzeichen der Stadt werden, zumindest aber ein echter Hingucker auf der Flinthöhe und eine Einrichtung, die auch überregional einmalig ist: die geplante „eMotion Base“ neben der Tölzer Sport-Jugendherberge. Im September soll Baubeginn sein. Die Eröffnung ist laut Jugendherbergsleiter Holger Strobel Anfang 2016 vorgesehen – ein Termin, dem er mit Vorfreude entgegenblickt.

Als „multifunktionaler Raum für Bewegungstraining“ wurde das Vorhaben vor einiger Zeit im Stadtrat vorgestellt. Strobel bezeichnet es als „Mischung zwischen Pavillon und Turnhalle“ – und doch ist die „eMotion Base“ noch viel mehr als das. Nach Schilderung des Herbergs-Chefs gab es zwei Ausgangspunkte für die Idee. „In der Sport-Jugendherberge haben wir zwar Tagungs- und Aufenthaltsräume, aber keinen Bewegungsraum, in dem man wetterunabhängig trainieren kann.“ Was dagegen vorhanden ist: ein Aktivparcours im Freien, zu dem als „Highlight“ ein sportkinesiologischer Parcours gehört. Grob gesagt, geht es dabei um die Verbindung von äußeren Faktoren wie Kraft, Sport und Bewegung mit inneren Faktoren, etwa Gefühlen, Rhythmus und sozialer Wertschätzung. So werden an den 13 Stationen auf 7300 Quadratmetern auch Gleichgewichtssinn, Konzentration und Aufmerksamkeit geschult, wie zum Beispiel auf den parallel verlaufenden Wackelbalken, über die es zu balancieren gilt. Diese „einzigartige“ Möglichkeit besteht aktuell nur draußen – die neue „eMotion Base“ soll nun den perfekten Hallenrahmen dafür bieten.

Wie der Name schon sagt: In dem künftigen Bauwerk soll es um die Verbindung von Bewegung (Englisch: „motion“) und Gefühl („emotion“) gehen. Dazu trägt schon die ungewöhnliche Architektur bei: „Zuerst haben wir von einer runden Turnhalle gesponnen“, berichtet Strobel. Tatsächlich habe dann der Tölzer Orthopäde und Sport-Kinesiologie-Experte Dr. Werner Klingelhöffer dann ein erstes Modell eines kreisrunden Hauses gebaut. 15 Meter Durchmesser soll die Halle einmal haben und von der Größe etwa einer halben „gewöhnlichen“ Turnhalle entsprechen. „Bis zu 30 Personen können dort trainieren“, sagt Strobel.

Die ungewöhnliche Form eröffnet neben dem kinesiologischen Parcours noch andere Möglichkleiten. „Die deutsche Sportjugend hat viele Vorgaben und Ideen für Spiele, bei denen die Teilnehmer im Kreis sitzen.“ Eine Besonderheit wird laut Strobel außerdem ein Ring, an dem acht bis zehn sogenannte Powerloop-Bänder angebracht sind. „Wenn eine Gruppe gemeinsam an solchen Bändern trainieren will, geht das bisher immer nur nebeneinander – aber es ist etwas ganz anderes, wenn man im Kreis steht und sich dabei anschauen kann“, schwärmt Strobel.

Eine große Rolle spielen in der eMotion Base Farbe, Licht und Rhythmus. So stehen laut Strobel Beleuchtungen in verschiedenen Farben für verschiedene Bewegungsabläufe. „Und es ist eine sehr gute Musikanlage vorgesehen.“

Auch nach außen hin werde das Gebäude in verschiedenen Farben erstrahlen, eventuell sogar blinken und so ein Blickfang für die Autofahrer auf der B 472 sein. Geplant ist eine Holzständerbauweise mit Glaselementen. Details sind noch in Arbeit. „Da sitzen gerade die Statiker dran.“ Die Baukosten von 730.000 Euro teilen sich zur Hälfte die Stadt und das Deutsche Jugendherbergswerk.

Andreas Steppan

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