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Der neue Vorstand der Tölzer Kolpingsfamilie (v. li.): Vorsitzender Florian Gundermann, Stellvertreterin Hanni Melf, Kassier Gerhard Holzapfel und Schriftführer Thorben Dahms.

Neue Satzung

Diskussionen bei der Kolpingsfamilie

Bad Tölz – Bei der Tölzer Kolpingsfamilie ging am Samstag eine Ära zu Ende: Sepp Steigenberger gab nach 15 Jahren das Amt als Vorsitzender ab. Sein Nachfolger ist Florian Gundermann, der aber weiterhin auf eine bewährte Mannschaft bauen kann. Zugleich wurde eine neue Satzung beschlossen, um die es im Vorfeld einige Aufregung gegeben hat.

Grund dafür ist das Kolpinghaus in der Marktstraße, das seit 1936 im Besitz des Vereins (damals noch Katholischer Gesellenverein) ist und das im (unwahrscheinlichen) Fall einer Vereinsauflösung laut Satzung an den Kolpingwerk-Diözesanverband oder an die Deutsche Kolpingsfamilie in Köln fallen würde. Aber – so argumentierte das langjährige Mitglied Hans Gundermann – man wäre sich doch immer einig gewesen, dass das Haus im Fall des Falles an die Tölzer Pfarrei übergeben werden sollte.

Sepp Steigenberger kostete es einige Mühe, in der gut besuchten Versammlung die Notwendigkeit einer neuen Satzung zu erläutern. Bislang nämlich, so der Vorsitzende, arbeite man mit einer nicht mehr gültigen Satzung. Steigenberger: „Deshalb ist es höchste Zeit, die Mustersatzung zu akzeptieren.“

Kritik von Gundermann an dem neuen „Fahrplan des Vereins“ gab es auch deswegen, weil sich die Tölzer Kolpingsfamilie seiner Meinung nach bei größeren Investitionen am Haus um die Zustimmung des Dachverbandes in Köln bemühen müsse. Auch hier konnte Entwarnung gegeben werden. Zum einen berichtete Melchior Sappl als bewährter Hausverwalter der Tölzer Kolpingsfamilie davon, dass die Abstimmung mit Köln schon seit Jahren problemlos ablaufe und man sogar dankbar für die dortige Unterstützung sei. Zum anderen nannte der Diözesanvorsitzende Werner Altenberger die genauen Hintergründe: Weil es in den neuen Bundesländern einige Kolpingsfamilien gab, die sich finanziell übernommen hätten, vor der Insolvenz standen und dann der Dachverband einspringen musste, möchte man eben vorher wissen, was die einzelnen Ortsverbände planen. Im Fall einer Vereinsauflösung würde zudem, so Altenberger, das Vermögen nicht nach Köln gehen: „Da ist noch der Diözesanverband dazwischengeschaltet. Ich verstehe eure Bedenken“, meinte er, an die Familie Gundermann gewandt, „aber die Angst ist unbegründet.“ Dennoch gab es fünf Gegenstimmen, als die neue Satzung schließlich mit deutlicher Mehrheit in geheimer Abstimmung beschlossen wurde.

Einmütigkeit herrschte dagegen bei der Wahl des neuen Vorstands: Florian Gundermann, bisher schon Zweiter Vorsitzender von Jungkolping, wurde neuer Vorsitzender. Im Amt bestätigt wurden Hanni Melf als Stellvertreterin, Thorben Dahms als Schriftführer und Gerhard Holzapfel als Kassier – ebenso wie Pfarrer Leo Sobik als Präses.

Eine Formsache war die Zusammensetzung des 15-köpfigen Vorstandes, der sich als untergeordneter Hausverein um das Anwesen Marktstraße 3 kümmert. Hier steht, so berichtete Melchior Sappl, demnächst eine Dachreparatur an. Eine geplante Aufstockung des Hauses musste man – wegen des Denkmalschutzes – zu den Akten legen.

Zu der vorangegangenen kontroversen Diskussion um die Satzung wollte sich Florian Gundermann nicht äußern. „Ich werde dazu keine Stellungnahme abgeben“, sagte der neue Vorsitzende auf Nachfrage der Heimatzeitung nach der Versammlung. Nur so viel: Er werde sich mit aller Kraft dafür einsetzen, dass die Tradition der Tölzer Kolpingsfamilie fortgeführt werde.   

kb/ao

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