Arbeiten an der Energiewende: (v. li.) Andreas Scharli, Elisabeth Kohlhauf (beide vom EKO), Alfred Krömer (Arbeitskreis-Energie) sowie Bürgermeister Georg Rauchenberger wollen Benediktbeuern fit für die Zukunft machen. foto: Huber

Ein Dorf will die Energiewende

Benediktbeuern - Energie, das ist schon lange ein Thema in Benediktbeuern. Um unabhängiger von externen Anbietern zu werden, stellt Benediktbeuern gerade die Weichen.

Im Rahmen der Dorferneuerung hatte der Gemeinderat entschieden, ein Energiekonzept für den gesamten Ort erstellen zu lassen. Nachdem der Auftrag an das Kompetenzzentrum Energie (EKO) in Penzberg erteilt wurde, geht es jetzt los mit ersten konkreten Maßnahmen. „Wir wollen nun die Hausbesitzer mit einbeziehen. Deswegen werden die Fragebögen ausgeteilt“, sagte Bürgermeister Georg Rauchenberger bei einem Pressegespräch. Nachdem viele der Benediktbeurer Bestandsbauten aus den 1960er und 70er Jahren stammen, gebe es dort laut Rauchenberger ein beachtliches Einsparpotenzial.

Neben dem EKO ist auch der Arbeitskreis Energie der Gemeinde an der Ausarbeitung und Umsetzung des Konzeptes beteiligt. „Wir haben jetzt die Chance, die Energieversorgung langfristig umzustellen. Die sollten wir ergreifen“, sagte Alfred Krömer. Seit vier Wochen ist er ehrenamtlicher Energiebeauftragter des Klosterdorfes.

Vier Seiten umfasst der Fragebogen, der an 1800 Haushalte in Benediktbeuern verteilt wird. Abgefragt werden beispielsweise Informationen zur Art der Heizung oder dem konkreten Energieverbrauch. Bis Ende Juli will der Arbeitskreis die Fragebögen einsammeln. „Dann werden wir uns Gedanken über einen Maßnahmenkatalog zur Reduzierung des Energieverbrauchs machen“, sagte Energiemanager Andreas Scharli vom EKO. Die Initiatoren erhoffen sich einen möglichst großen Rücklauf der Bögen. „Nur dann ist er auch aussagekräftig“, unterstrich Rauchenberger. Außerdem: „Je genauer die Daten, desto mehr wird es ein Benediktbeurer Konzept“, betonte Umweltingenieurin Elisabeth Kohlhauf vom EKO.

Sorge, dass die erhobenen Daten missbraucht würden, müsse indes niemand haben, versicherte Scharli. „Die Daten bleiben im Haus.“ Lediglich für die Weiterverarbeitung mit Hilfe eines Geoinformationssystems (GIS) werden sie benötigt.

Krömer zeigte sich, was den Rücklauf der Bögen anbelangt, recht zuversichtlich. „Ich hoffe, dass sich fast alle beteiligen. Es betrifft ja auch fast alle.“ Schließlich mache es keinen Sinn, immer weiter „Öl zu importieren und einen Scheich zu füttern“. (Andreas Huber)

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