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Falkenberg: Jetzt wird vom Boden aus gelöscht

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Lenggries - Auch zwei Tage, nachdem der Brand am Schwarzberg/Falkenberg ausgebrochen ist, ist das Feuer nicht aus. Wurde den ganzen Montag über aus der Luft gelöscht, ging es am Dienstag vom Boden aus weiter.

Um 7.30 Uhr begann für die Feuerwehren am Dienstag wieder der Einsatz am Sylvensteinsee. Als erstes standen Aufklärungsflüge des Polizeihubschraubers an. Der ist mit einer Wärmebildkamera ausgerüstet und kann so Glutnester aufspüren. „Es ist nach wie vor so, dass die ganze Fläche mit einzelnen Glutnestern überzogen ist“, sagt René Mühlberger von der Feuerwehr, der vor Ort mit der Pressearbeit betraut ist. Mit bloßem Auge ist von dem Großbrand dagegen von der gegenüberliegenden Uferseite kaum noch etwas zu sehen. Nur ganz feine Rauchschwaden steigen an der einen oder anderen Stelle auf, wo es am Boden noch schwelt.

Während die Erkundungsflüge noch laufen, werden am Boden die Mannschaften zusammengestellt, die ins Gelände müssen. „Das sind

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20 Mann von der Feuerwehr und genauso viele Leute von der Bergwacht, die die Sicherung übernehmen“, sagt Mühlberger. Die Hubschrauber der Firma HTM und der Polizei fliegen die Helfer schließlich zum Einsatzort. Dort sind bereits am Vortag Löschbehälter aufgestellt worden. Deren stetige Befüllung wird ebenfalls aus der Luft übernommen. Dabei kommt nicht nur Wasser aus dem Stausee zum Einsatz: „Wir haben auf einer Wiese noch ein 15 000 Liter-Becken der Schwazer Feuerwehr aufgestellt, hier wird dem Wasser noch sogenanntes Netzmittel zugemischt.“ Dieses sorgt dafür, dass die Oberflächenspannung des Wassers verringert wird. „So kann es besser in die Glutnester eindringen“, erklärt Mühlberger.

Die Löscharbeiten am Steilhang sind alles andere als ungefährlich. „Gearbeitet werden kann nicht versetzt, sondern nur auf einer Linie, weil an dem Hang akute Steinschlaggefahr besteht.“ Zunächst werden die Feuerwehrleute entlang dem Grat Glutnester beseitigen und sich dann langsam im oberen Drittel des Hangs nach unten vorarbeiten. Da das Gelände weiter unten noch unwegsamer wird, gibt es dort noch einmal Unterstützung aus der Luft. „Der Polizeihubschrauber wird dort mit den Außenlastbehältern löschen“, sagt der Feuerwehrsprecher.

Mit vor Ort sind seit Montag auch Beamte der Kriminalpolizei. Ihre Aufgabe ist es zu ermitteln, wie es überhaupt zu dem Brand kommen konnte. „Bislang können wir dazu gar nichts sagen. Es gibt auch keine Vermutung“, sagt Andreas Guske, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern. Man wisse nur, dass es keinen Wanderweg in dem Gelände gebe. „Sobald es vom Gefahrenpotenzial möglich ist, werden die Kripo-Beamten unterstützt von Kräften der Alpinen Einsatzgruppe der Polizei ins Gelände gehen“, so Guske. Wann das sein wird, könne man im Moment aber noch nicht abschätzen.

Auch über die Schadenshöhe lässt sich nichts sagen. Forstbetriebsleiter Rudolf Plochmann – zu seinem Zuständigkeitsgebiet gehört der Wald am Schwarzberg – war gestern erneut vor Ort. „Über den genauen Schaden werden wir wohl erst in den nächsten Wochen, vielleicht Monaten etwas sagen können.“ Der hänge auch davon ab, wie viele Bäume in Folge des Feuers noch absterben.

Gegen 17 Uhr hatte der Katastrophenschutz-Sachbearbeiter des Landratsamtes, Alexander Bauer, gute Nachrichten: Im oberen Drittel wurden die Glutnester erfolgreich gelöscht. „Mit dem mittleren Drittel sind die Helfer etwa zur Hälfte durch“, so Bauer. „Die arbeiten sich jetzt sukzessive vor.“ Das heißt, dass der Einsatz am Mittwoch mit demselben Material- und Personalaufwand fortgesetzt wird

Veronika Wenzel

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