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Falkenberg steht in Flammen - Katastrophenfall ausgerufen

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© Matthäus Krinner

Lenggries - Aus bislang ungeklärter Ursache ist am Sonntagnachmittag am Falkenberg ein Feuer ausgebrochen. Besonders bitter: Gelöscht wird erst am Montag. Am Sonntagabend rief Landrat Josef Niedermaier den Katastrophenfall aus.

„Mir blutet das Herz“, sagte der Tölzer Forstbetriebsleiter Rudolf Plochmann, als er vom anderen Seeufer aus beobachtete, wie sich der Brand vorarbeitete. „Dabei haben wir von Anfang an klar gemacht, dass bei dem Löscheinsatz Geld keine Rolle spielt. Ich habe das extra mit unserem Vorstand geklärt, der auch gesagt hat, dass es nicht an der Bezahlung scheitern soll. Hauptsache, das Feuer ist aus.“ Diese Hoffnung erfüllte sich am Sonntag nicht. Die Unterstützung aus der Luft blieb aus. Gelöscht wird der Brand erst ab heute früh. „Wir werden um 8 Uhr mit einem massiven Löscheinsatz beginnen“, kündigte Kreisbrandrat Karl Murböck an.

Wie weit sich der Brand bis heute morgen vorgearbeitet hat, konnte gestern niemand abschätzen. „Der schlimmste Fall wäre, wenn sich das Feuer über die Kuppe und auf die andere Bergseite ausbreitet“, sagte Plochmann. Aber auch am Falkenberg finden die Flammen stetig Nahrung. Vor allem Fichten, aber auch Kiefern, Ahorn und Buchen wachsen dort. Seit Wochen hat es nicht geregnet. „Und wenn so ein Baum Feuer fängt, explodiert er praktisch. Die brennenden Teile fliegen dann bis zu 50 Meter weit.“ Daher hatte Plochmann auch wenig Hoffnung, dass der Brand an einem nahen Graben von alleine erlöscht. „Selbst da gibt es ja dürres Gras.“

„Es ist unfassbar, wie schnell sich das ausgebbreitet hat“, sagte auch Bürgermeister Werner Weindl. Er war vor Ort, um sich ein Bild von der Lage zu machen – genauso wie Vertreter des Landratsamtes, der Polizei und die komplette Feuerwehr-Spitze. Mit im Einsatz waren neben den örtlich zuständigen Brandschützer aus Fall/Vorderriß die Feuerwehren Lenggries, Anger, Wegscheid, Winkl, Bad Tölz, Wackersberg, Arzbach, Jachenau sowie Wallgau und Krün aus dem Nachbarlandkreis. Die Lenggrieser Wasserwacht setzte immer wieder Helfer über den See über. Die Sicherung der Feuerwehrler, die zu Fuß im Gelände unterwegs waren, übernahm die Bergwacht. Zudem war der Rettungsdienst mit drei Fahrzeugen und rund zehn Mann vor Ort.

Die Ursache des Brands in dem unwegsamen Gelände ist bislang völlig unklar. Am Sonntagabend rief Landrat Josef Niedermaier den Katastrophenfall aus.

Veronika Wenzel

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