Firmenbesuch: Dorst-Geschäftsführer Rudolf Kraus (li.) beim Rundgang mit Bürgermeister Thomas Holz (2. v. li.) und Kochler Gemeinderäten. Foto: Pröhl

Firma Dorst: Kochler Zahnräder im weltweiten Getriebe

Kochel am See - Was haben ein Zahnrad im Autogetriebe, eine Dichtscheibe im Wasserhahn und ein künstliches Hüftgelenk gemeinsam? Sie alle entstehen auf Anlagen der Firma Dorst Technologies. Ein Rundgang durch das Kochler Maschinenbau-Unternehmen.

Die Fertigungshallen an der Mittenwalder Straße sind randvoll mit Hochleistungspressen, in denen Metallstaub zu Zahnrädern oder Keramikpulver zu Hüftgelenken geformt werden. „Nächste Woche wird es hier leer“, sagt der Dorst-Generalbevollmächtigte Hubert H. Löcherer beim Rundgang. Alle Maschinen im Gesamtwert von 15 Millionen Euro sind verkauft. Die Flaggen an den Edelstahl-Ungetümen zeigen, wohin die Fracht bald geht: China, Japan, Korea, Taiwan, Indien und in weitere Länder in Fernost sowie nach Amerika. „Wir haben 2000 Kunden in 70 verschiedenen Ländern“, sagt Löcherer.

Die Vertreter der wichtigsten Geschäftspartner geben sich in diesen Tagen im Kochler Werk die Klinke in die Hand. Dorst erwartet zur „Techno Show 2011“ bis zu 500 Gäste. Zu der nur alle drei Jahre stattfindenden hausinternen Messe, die heuer unter dem Motto „Quantensprünge“ steht, „kommen Top-Manager aus der ganzen Welt“, sagt Löcherer. Das mittelständische Unternehmen am Kochelsee will seinen Besuchern zeigen, warum es weltweit als Markt- und Technologieführer gilt.

Einen kleinen Einblick gewannen die Kochler Gemeinderäte am Dienstag bei einem Rundgang durch die Hausmesse. Wer noch nie in dem heuer mit großem finanziellen Aufwand erweiterten Unternehmen war und sich schon immer gefragt hat, was hinter den Werkstoren passiert, der dürfte den Firmenslogan am Eingang mit Interesse gelesen haben: „Wir bringen Keramik und Metallpulver in Form.“ Das ist die Kernkompetenz des seit 1950 in Kochel ansässigen Unternehmens. Dazu gehört nach wie vor der Keramik-Anlagenbau mit Maschinen, die beispielsweise Geschirr oder Waschbecken herstellen.

Sein Sortiment hat Dorst seit Kurzem um ein wesentliches Standbein erweitert. „Wir setzen auf Spezialbatterien, die von General Electric in einem neuen Werk bei New York hergestellt werden“, sagt Löcherer. Dorst liefert die Anlagen, mit denen die keramischen Batteriehülsen produziert werden. Den neuen Durathon-Batterien wird eine große Zukunft vorausgesagt - ob in schweren Lokomotiven oder in schnellen Elektroautos. Löcherer ist überzeugt: „Daraus entwickelt sich schnell ein hoch interessantes Lieferfeld, das ganz neue Perspektiven eröffnet.“

Die Geschäfte bei Dorst laufen gut. Die mageren Jahre 2008 und 2009 mit Kurzarbeit sind überstanden. „Da hat sich unsere Eigenständigkeit mit einer erheblichen Liquiditätsreserve als große Stärke herausgestellt“, sagt Löcherer. Die Firma mit 400 Mitarbeitern erwirtschaftet derzeit einen Jahresumsatz von 60 Millionen Euro. Besonders stolz ist die Unternehmensführung auf die hohe Ausbildungsquote von 16 Prozent. „Technik macht Spaß“ ist deshalb das Motto des Stands, der in der Hausmesse um Nachwuchs wirbt.

Wer sich für Dorst interessiert, kann die Firma beim Tag der offenen Tür am Freitag, 18. November, von 9 bis 18 Uhr besuchen. (ao)

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