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Den Lehrpfad zur Burgruine Hohenburg stellte am Montag Stephan Bammer (li.) vor. Bei der Errichtung der Tafeln hatten die Gemeinde Lenggries – vertreten durch Bürgermeister Werner Weindl – und die Raiffeisenbank Tölzer Land – vertreten durch Johanna Waldherr – geholfen. Foto: Pröhl

Förderverein Burgruine Hohenburg: Lehrpfad zum einstigen Herrschaftszentrum

Lenggries - Nur noch einige wenige Mauerreste sind von der einst stolzen Lenggrieser Hohenburg übrig. Um Spaziergänger und Interessierte über die wechselvolle Geschichte des Bauwerks zu informieren, hat der Förderverein Burgruine jetzt einen Lehrpfad eingerichtet.

Von etwa 1100 bis 1707 thronte die Burg über Lenggries. „600 Jahre lang war sie das Herrschaftszentrum des Isarwinkels“, sagte Vereinsvorsitzender Stephan Bammer bei der Vorstellung der fünf Geländetafeln am Montag. Am 21. Juli 1707 zerstörte dann ein Feuer das Burgschloss. Heute sind nur noch wenige Mauerreste und der Stumpf des Turms erhalten. „Selbst alteingesessene Lenggrieser wissen nicht mehr so viel über die alte Burg“, ergänzte Bammer. Obwohl die meisten das Areal als Abenteuerspielplatz genutzt hätten. Dem Verein sei es seit langem ein Anliegen gewesen, die Geschichte vor Ort zu dokumentieren und für alle nachlesbar zu machen.

Der Weg zur Burgruine wurde schon vor einigen Jahren mit Hilfe der Gemeinde aufgekiest, so dass er nun bequem begangen werden kann. „Als der Verein 2003 gegründet wurde, war der Weg gar nicht zu finden, weil er komplett zugewachsen war“, sagte Bammer. Heute erhascht man schon an der ersten Infotafel, die nahe dem Hohenburger Wanderparkplatz steht, den ersten Blick auf die Ruine. In Absprache mit dem Förster wurde eine Sichtschneise freigeschnitten. Damit den Ausblick in Ruhe genießen kann, „haben wir mit Tourismusverein und Bauhof eine Bank aufgestellt“.

Die Tafeln zieren alte Stiche und eine virtuelle Rekonstruktion der alten Burg. Außerdem gibt es einiges nachzulesen - beispielsweise über das Sommerhaus, das einst auf dem Hanggelände gegenüber gestanden haben könnte. „In so einer Burg war es ja immer dunkel und kalt“, sagt Bammer. Daher habe man wohl das Sommerhaus gebaut. „Das Podium, auf dem es wohl stand, findet man noch.“

Eine Tafel bietet einen gefahrlosen Blick ins Innere des Turmstumpfes. „So wollen wir, ohne erhobenen Zeigefinger, die Leute davon abhalten, da hinauf zu klettern“, erklärt der Vereinsvorsitzende. Denn die Steine der Ruine seien locker, die Fugen bröseln.

Zentrales Anliegen des Vereins ist es, die Burgreste vor dem weiteren Verfall zu bewahren. Bei diesem Bemühen gab es in der Vergangenheit immer wieder Konflikte mit dem Denkmal- und dem Naturschutz. „Wir sind hier aber auf einem guten Weg“, sagte Bammer. In Absprache mit den beiden Institutionen sei nun eine Untersuchung vorgesehen. „Wir müsse ja erst einmal wissen, was überhaupt zu tun ist. Auf jeden Fall soll natürlich der Turm erhalten bleiben.“

Ein begleitender Faltplan zum Lehrpfad liegt in der Gästeinformation aus. Zudem wird der Verein wie in der Vergangenheit auch immer mal wieder Führungen anbieten - beispielsweise am Jahrestag des Burgbrands im Juli und am Tag des offenen Denkmals im September. Veronika Wenzel

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