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Funk-Feinde mit Fakten füttern

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Bad Tölz-Wolfratshausen - 961 Unterschriften stehen für den Widerstand gegen den Tetrafunk in Gaißach und Bad Tölz. In den Rathäusern reagiert man jetzt.

Einen „sofortigen Planungsstopp“ des Tetrafunks in Gaißach fordern 961 Bürger auf Unterschriftenlisten. Wie berichtet, plant das Innenministerium, auf dem bestehenden BR-Sendemast in Gaißach-Dorf auch eine Anlage für den digitalen Behördenfunk zu installieren. Bevor der in Betrieb geht, so insistieren die Unterzeichner, müssten erst alle gesundheitlichen Risiken für Anwohner und die technische Tauglichkeit des Digitalfunks geklärt sein. Der Gaißacher Gemeinderat berät in seiner heutigen Sitzung (19 Uhr, Rathaus), ob die Gemeinde vom Innenministerium einen Aufschub des weiteren Funk-Ausbaus fordern soll.

Der Konflikt betrifft freilich nicht Gaißach allein. Um die 750 der Unterschriften wurden allein im Oberen Griesfeld und der Karwendelsiedlung in Bad Tölz gesammelt. Mit dabei war Beate Müll. Ihr ist zwar bewusst, dass gesundheitliche Schäden durch Funkwellen nicht bewiesen sind. Aber im Zweifel plädiert sie dafür, vorerst auf sämtliche Senderanlagen in und um Tölz zu verzichten. „Wir müssen uns das doch nicht von der Politik aufs Auge drücken lassen.“

Bürgermeister Josef Janker betont, dass die Unterschriften „auf alle Fälle Berücksichtigung finden“. Gleichzeitig bekennt er: „Ich stehe hinter dem Behördenfunk.“ Janker setzt nun auf Aufklärung, nach dem Motto: „Wir brauchen keine Wutbürger, sondern informierte Bürger.“ Er wolle so schnell wie möglich Fakten zu Mängeln, Risiken und Alternativen in der Hand haben, um darüber mit dem Stadtrat und den Anwohnern diskutieren zu können, sagt der Bürgermeister. „Und diese Information darf man nicht Leuten überlassen, die ihr Wissen irgendwoher herbeiziehen, sondern dafür gibt es in Deutschland die Bundesnetzagentur.“

Genau wie der Tölzer Bürgermeister hat auch Kreisbrandrat Karl Murböck in Absprache mit Landrat Josef Niedermaier Auskünfte vom Innenministerium angefordert. „Wo Informationsbedarf da ist, da muss man ihn stillen“, so Niedermaier. „Es ist unabdingbar, dass da schnell etwas passiert.“ Ebenso unausweichlich findet es der Landrat und BRK-Kreisvorsitzende aber, dass die Rettunsgdienste mit einer zeitgemäßen Funktechnik ausgestattet werden.

(ast)

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