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Mit bunten Schals bedankten sich Fritz Kostenzer (li.) und Franz Fröhlich (re.) von der Nepalhilfe Tirol bei Pfarrer Ludwig Scheiel (2. v. li.) und Pfarrgemeinderatsvorsitzendem Franz Wieser für die Gaißacher Unterstützung.

Pfarrgemeinde

Gaißach hilft Erdbeben-Opfern im Himalaya

Die Gaißacher Pfarrgemeinde ist in mehreren Hilfsprojekten aktiv, um arme Menschen in ihren Lebensumständen ein Stück weit voranzubringen. Schon seit Längerem gehen meist über persönliche Kontakte immer wieder Spenden nach Brasilien, Ecuador, Rumänien und in die Ukraine.

Gaißach – Noch relativ jung ist die Verbindung zur Nepalhilfe: Pfarrer Ludwig Scheiel wurde von Hans Müller, dem Wirt des Panoramarestaurants auf dem Brauneck, und dieser wiederum von seinem Bekannten, dem Falkenhütten-Wirt Fritz Kostenzer, darauf aufmerksam gemacht. Schwere Erdbeben im Frühjahr 2015 hatten in dem ohnehin kargen Himalaya-Staat tausende Tote und immense Sachschäden hinterlassen. Mit dem Wissen um die große Not der überlebenden Betroffenen dort wurde deshalb seitdem in Gaißach bei verschiedensten Anlässen und Veranstaltungen der Pfarrgemeinde um einen Obolus gebeten. „Knapp 10 000 Euro sind mittlerweile zusammengekommen“, lobte Scheiel jetzt erfreut beim Pfarrfamilienabend im „Jägerwirt“ die Gaißacher Bürger.

Als Gäste anwesend waren auch besagter Fritz Kostenzer aus Maurach und Franz Fröhlich aus Wattens. Fröhlich hat inzwischen die von Kostenzer vor einigen Jahren gegründete private „Nepalhilfe“ übernommen. Auch hinter diesem Hilfsprojekt steckt eine persönliche Verbindung: Da gibt es nämlich den Sherpa Bassang aus Chuplung, der im Rahmen eines Unterstützungsprogramms der „Nepalhilfe Tirol“ sieben Sommer lang auf der Falkenhütte als Hilfskraft mitgearbeitet und dabei für sein jetziges Leben in seiner Heimat viel gelernt hat. Bassang spielt nun eine wichtige Vermittlerrolle.

Anhand einer Bilderschau zeigten Kostenzer und Fröhlich Eindrücke von ihrem Besuch in dem auf 2700 Metern Höhe gelegenen Ort Chuplung. Nachdem die Erdbeben dort zahlreiche Häuser zerstört haben, würden viele Menschen immer noch in primitiven Notunterkünften hausen. Der Staat kümmere sich vorwiegend um den Wiederaufbau in Tourismus- und Trekking-Regionen – das Selbstversorger-Dorf Chuplung gehöre nicht dazu, „da kommt kein Mensch hinauf“, erklärte Kostenzer.

Bei ihrem Aufenthalt hätten sie von einer Familie zur anderen die Erdbeben-Schäden begutachtet und je nach Situation Geld und mitgebrachte Kleidung gegeben, so Fröhlichs Schilderung. Mit von Kostenzer zusammengetragenen Spenden habe man bereits eine Schule bauen können, man finanziere Lehrer und den Schulbesuch insbesondere für Mädchen. Und nicht zuletzt ermögliche man in Notfällen Helikopter-Flüge in die Hauptstadt Kathmandu, was schon einigen Menschen das Leben gerettet habe. „Die Leute dort sind in ihrem Wesen voller Freude und Dankbarkeit“, stellte Fröhlich fest, „da können wir uns was abschauen.“

Seit diesem Sommer laufe ihr Hilfsprojekt ebenfalls unter dem Dach der „Nepalhilfe Tirol“, dadurch könnten Spenden steuerlich abgeschrieben werden. Doch das war sicher nicht der Grund dafür, dass auch beim Pfarrfamilienabend wieder einige Gaben im Sammelkörbchen landeten. 

Rosi Bauer

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