Nimmt kein Blatt vor den Mund: Der Addnfahrer aus Gaißach.

Gaißacher Humor im Netz

Das sagt "Addnfahrer" zu seinem Facebook-Hit

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Gaißach – Die Videos sorgen auf Facebook für herzliche Lacher: Ein Gaißacher (24) postet unter dem Namen „Addnfahrer“ im sozialen Netzwerk und hat sich zu einem Internet-Phänomen entwickelt. Seine 16 600 Fans sollen nur der Anfang sein.

 

„Ja wo samma denn?“ So klingt es, wenn ein 24-Jähriger aus Gaißach über die Kuhglockendiskussion spricht. Im Tölzer Land ist das eigentlich gar nicht so ungewöhnlich – im sozialen Netzwerk Facebook aber schon. Der Beweis ist besagter Gaißacher. Der 24-Jährige hat dort nämlich ein Video hochgeladen, in dem er auf Bairisch in seine Handykamera grantelt. Und er hat damit einen Riesenerfolg gelandet. 1,3 Millionen Menschen haben sich das Video innerhalb einer Woche angeschaut, in den Kommentaren vergleicht ihn sogar jemand mit Harry G.

Der junge Mann, der dahinter steckt, will lieber anonym bleiben. Auf seiner Facebook-Seite nennt sich der Hobby-Komiker „Addnfahrer“. Rund 16 600 Fans folgen ihm dort – Tendenz steigend. Seinen Namen wolle er einfach noch nicht verraten, sagt er im Gespräch mit dem Tölzer Kurier. „Mein Opa sagt, wer ois sagt, is a Ratschn.“

Was ist eigentlich ein Addnfahrer?

Außerdem beschreibt der Name „Addnfahrer“ den Gaißacher ganz gut. „Addn ist ein landwirtschaftliches Gerät für den Traktor“, erklärt der 24-Jährige. „Auf Hochdeutsch heißt es Wiesenegge.“ Und damit hat alles angefangen. Oder wie der „Addnfahrer“ sagt: „Damit ist der Schmarrn ins Rollen gekommen.“ Im Frühling filmte er sich selbst, wie er gut gelaunt im Traktor übers Feld rast. „Addnfahrn, geil, Frühling is, auf geht’s“, jubelt er.

Das Video schickte er einem Freund über den Nachrichtendienst WhatsApp, der leitete es wieder weiter, und das Ganze nahm seinen Lauf. „Es wurde 90 000 Mal weitergeleitet“, sagt der Gaißacher. Also richtete der „Addnfahrer“ seine Facebookseite ein. Beschreibung: Grober Humor aus dem bayerischen Alltag. „Dass die Seite so durch die Decke geht, hätte ich nicht gedacht.“ Inzwischen hat er auch einen Kanal auf Youtube eingerichtet.

Das Geheimnis: Bairisch reden

Dabei macht der 24-Jährige in seinen Videos nichts Besonderes – im positiven Sinn. Der Gaißacher spricht Bairisch, feiert mit Freunden und singt während der Autofahrt. „Ich bin generell gut gelaunt. Dass ich verrückt bin, ist Standard.“ Auch das Bairisch sei freilich in seinem Freundeskreis nicht ungewöhnlich. „Je weiter wir nach München – ich sag mal Richtung Weißwurstäquator kommen – ist es schwieriger mit dem Verstehen“, sagt der 24-Jährige. Und dann kommt es natürlich noch darauf an, was man sagt – das Geheimnis seines Erfolgs. „Ich bin von Haus aus der Typ, der sagt, was er denkt. Sonst geht es nur noch um Compliance bewahren.“

Bei Monika tauscht der Addnfahrer seinen Hut gegen einen Handtuchturban.

Zugegeben, der Gaißacher gibt sich nicht in allen Videos, wie er wirklich ist. Da gibt es nämlich auch noch Monika, für die der Addnfahrer seinen Hut gegen einen Handtuch-Turban tauscht und sich an Mamas Schminksachen bedient. Auch wenn die Handhabung „so ging“ und das Abmachen „ewig gedauert“ hat, plant der Hobby-Komiker weitere Videos mit Monika. „Das ist gut angekommen.“

Natürlich wird auch der „Addnfahrer“ seinen Fans treu bleiben. „Ich mache auf jeden Fall weiter und habe noch viele Ideen mit meinen Spezln“, sagt er. „Schauen wir mal, was noch so geht.“ Feiern sei inzwischen allerdings schwierig geworden. „Es kommt immer wieder jemand, der ein Selfie mit dem Addnfahrer machen will.“

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