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Ein Gaißacher Original: Junge Burschen aus dem Ort haben dieses Karussell gebaut. Es dreht sich nur, wenn sich jemand auf das Fahrrad rechts setzt und in die Pedale tritt.

Auftakt zur Festwoche in Gaißach

Erwartungen übertroffen

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Schöner kann man sich als Dorf nicht präsentieren: 23 Vereine und Einrichtungen aus Gaißach stellten sich und ihre Traditionen am Dienstag im Festzelt auf der Jacker-Wiese vor. Und wirklich jeder Stand zeugte von viel Einfallsreichtum – und vor allem von viel Liebe zur eigenen Heimat.

Gaißach – Die Gaißacher stehen auf ihre Heimat, und zwar nicht nur im übertragenen Sinne. Zur 1200-Jahr-Feier ließ Bürgermeister Stefan Fadinger eine Luftaufnahme von der Gemeinde anfertigen. Das vier mal sechs Meter große Bild lag am Dienstag im Festzelt auf dem Boden – sehr zur Freude der Besucher. Vor allem die Herren der Schöpfung liefen begeistert auf dem Foto umher und suchten Orte aus ihrer Heimat. „Das ist der Lieblingsstand der Männer“, sagte Gemeinderätin Susanne Merk und lachte. Viele anderen Besucher taten sich deutlich schwerer, aus den insgesamt 23 Ständen einen Favoriten auszusuchen.

Da wohnen wir: Katharina Burger und Enkelin Veronika Oswald schauen sich die Luftaufnahme von Gaißach an.

Da gab es zum Beispiel die Möglichkeit, beim Christlichen Bauernverein an einem Melkwettbewerb teilzunehmen. Wer in einer Minute am meisten Flüssigkeit aus einem künstlichen Euter drückte, durfte sich über einen Essensgutschein freuen. Anderl Hartenhauser etwa schaffte 278 Gramm in 60 Sekunden. Laut Vereins-Vorstand Kaspar Gerg eine äußerst passable Leistung. Andere Mannsbilder hatten da deutlich mehr Probleme, erzählte Gerg augenzwinkernd.

Nicht nur an einem Stand, sondern gleich in einer ganzen Arena präsentierte sich der SC Gaißach. Darin stellten die verschiedenen Abteilungen stündlich ihre jeweiligen Sportarten vor. Oft konnten die Besucher gleich selbst mitmachen, zum Beispiel beim Eisstock-Schießen. Angesichts der tropischen Temperaturen im Festzelt auf der Jacker-Wiese beschränkten viele Besucher ihre sportliche Tätigkeit aber auf einen Rundgang über das Festgelände.

Der riesige Schnabler im Bar-Zelt ist – wie so vieles an diesem Tag – ein Gemeinschaftswerk der Dorf-Bewohner.

Zu entdecken gab es neben den Ständen genug. Die Burschen aus dem Ort hatten beispielsweise ein Nostalgie-Karussell gebaut: In Bewegung setzte sich die Drehscheibe nur, wenn sich jemand auf das dazugehörige Fahrrad setzte und in die Pedale trat. „Nach fünf Minuten braucht man eine Pause“, schnauft der Matthias (12), der gerade an der Reihe ist. Statt der üblichen Module wie Schwäne oder Feuerwehrautos nahmen die Kinder auf einem alten Schaukelpferd oder einem Schnabler Platz.

Apropos: Etwas ganz Besonderes ließ sich der Schnabler-Verein zum Auftakt der Festwoche einfallen. Unter der Federführung von Wagner Martin Kloiber bauten die Mitglieder einen überdimensionalen Schlitten samt Fahrer, der im Barzelt als Theke dient. Drei Meter hoch sind allein die Hörner, erzählt Zimmerer Tom Haslinger, einer der vielen Helfer bei dem Gemeinschaftsprojekt. Laut des Vereins-Vorsitzenden Georg Fischhaber wird das Kunstwerk künftig beim Schnabler-Rennen als Bar zum Einsatz kommen.

Fleißig bei den Eisenbeschlägen des Schnablers mitgeholfen haben die beiden Schmiede Martin Rest und Franz Hartl. Am Dienstag zeigten sie ebenfalls ihr Können und schmiedeten vor den Augen der Besucher Hufeisen. „Dieser alte Beruf hat bei uns in Gaißach überlebt“, betont Martin Rest. Allein bei der Tölzer Leonhardi-Fahrt gelte es, rund 400 Rösser zu beschlagen. Viel Arbeit also für die insgesamt sechs Schmiede und drei Wagner im Ort. Bei einem der Handwerker durften die Kinder am Dienstag selbst ihr Geschick testen und versuchen, das Metall nach ihren Wünschen zu gestalten.

Überhaupt war für die kleinen Besucher einiges geboten, wie Mama Ulrike Kell aus Wackersberg erfreut feststellte. Ihrem Sohn Severin etwa gefiel vor allem der zehn Meter hohe Kletterbaum vor dem Festzelt. Ehemann Martin Kell lobte derweil das gute Essen und die gute Stimmung. „Es ist super, was die Vereine da auf die Haxn gestellt haben.“ Ähnlich urteile Klaus Trischberger: „Es ist beeindruckend, was sich die Vereine alles haben einfallen lassen“, sagte der Altbürgermeister. „Etwas anderes habe ich aber auch nicht erwartet.“

Noch übertroffen wurden die Erwartungen von Peter Margreiter. „Besser kann man es nicht machen“, sagte der Chef des Organisationskomitees. Und Bürgermeister Stefan Fadinger resümierte: „Schöner als heute kann man sich als Ort nicht zeigen.“

1200 Jahre Gaißach: Ein Dorf präsentiert sich

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