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Film über Lebensgeschichte der Gaißacher Bergsteigerlegende Hermann Huber (91) erhält Preis in Cannes

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Stolz und glücklich: Dieses im Jahr 1955 entstandene Foto zeigt Hermann Huber auf einem Sechstausender in den Anden. Jetzt hat ein Film über den Extrembergsteiger einen Preis in Cannes gewonnen.
Stolz und glücklich: Dieses im Jahr 1955 entstandene Foto zeigt Hermann Huber auf einem Sechstausender in den Anden. Jetzt hat ein Film über den Extrembergsteiger einen Preis in Cannes gewonnen. © privat

Beim Kurzfilmfestival in Cannes hat eine Reportage über den in Gaißach lebenden Extrembergsteiger Hermann Huber (91) einen Spezialpreis in der Kategorie „Beste Orginialgeschichte“ bekommen.

Gaißach / Kochel am See/ Bad Tölz - Bei ihrem „Alpen Film Festival“ mit sechs Kurzfilmen hat die Tölzerin Sandra Freudenberg auch ein Porträt über den in Gaißach ansässigen Extrembergsteiger, früheren Salewa-Geschäftsführer und Ausrüstungspionier Hermann Huber (91) ins Programm genommen. Vor Kurzem hat der 15 Minuten lange Film des am Taubenberg ansässigen Regisseurs und Buchautors Tom Dauer beim Kurzfilmfestival in Cannes eine ganz besondere Auszeichnung bekommen: Er wurde mit dem Spezialpreis „Best original Story“ (Beste Originalgeschichte) prämiert. „Wir freuen uns sehr über diese Auszeichnung“, sagen Sandra Freudenberg und Tom Dauer. Eine weitere Auszeichnung erhielt der Film in New York vom renommierten „Directors Club“.

Kinoversion von BR-Beitrag aus „Bergauf-Bergab“

Den ursprünglich für die BR-Bergsteigersendung „Bergauf-Bergab“ gedrehten Beitrag hatten Dauer und Freudenberg nochmals für eine Kinoversion überarbeitet und unter anderem mit historischem Material vom Kriegsende 1945 in Bad Reichenhall ergänzt. „Vom Wert der Zeit“ („The Value of Time“) erzählt die Lebensgeschichte der Bergsteigerlegende Hermann Huber. In einer Zeit des Jugendwahns, der Leistungsschau und aufgeblasenen Selbstinszenierung, die längst auch die Kletterer- und Outdoor-Szene erfasst hat, steht dieser Film für eine Rückbesinnung auf die eigentlichen Werte des Bergerlebnisses: Freundschaft und Gemeinschaft, Leidenschaft und die Freude am Leben.

Sensibles Personenporträt

In seinen Filmen lässt Tom Dauer deutlich werden, dass es ihm um sensible Personenporträts geht, die auch das zutiefst Menschliche und die Brüche in ihrer Biografie in den Blick nehmen. Er versteht sich als Geschichtenerzähler, der sich seinem Gegenüber mit einer inneren Verbundenheit zuwendet – so wie es unter Bergsteigern üblich ist, die sich geradezu überlebensnotwendig zu einer Schicksalsgemeinschaft am Seil verbinden.

Hermann Huber
Hermann Huber © Fuchs

Mit dieser Haltung begegnet Tom Dauer auch dem 91-jährigen Hermann Huber, den man auch noch öfter im Tölzer Kletterzentrum antreffen kann. Die beiden kennen sich seit bald 40 Jahren. Ihre Freundschaft frischte auf, als Dauer vor vier Jahren zusammen mit Ralf Sussmann eine neue Kletterroute durch die 1100 Meter hohe Torwand im Karwendel eröffnete: jene Wand, die Hermann Huber anno 1954 als erster durchstiegen hatte. Vom Senior des Extremkletterns, der neben Gaißach auch in München eine Wohnung hat, war Tom Dauer zutiefst beeindruckt: „Er ist der jugendlichste 90-Jährige, den ich kenne. Immer interessiert und aufgeschlossen gegenüber allem Neuen, immer seinen Mitmenschen zugewandt.“

Tom Dauer: Ein ambitionierter Allrounder

Tom Dauer hat als Kind von Entwicklungshelfern die ersten sechs Lebensjahre in Mexiko verbracht und ist danach in München aufgewachsen. Dort studierte er Germanistik und Politik, daneben besuchte er die Journalistenschule. Früh kam er über seine Eltern zum Alpinismus und entwickelte sich zu einem ambitionierten Allrounder, der an Expeditionen teilnahm und in seiner Bergheimat an schwierigen Erstbegehungen beteiligt war.

Bei der Bergsteigersendung des Bayerischen Fernsehens war er als freiberuflicher Assistent tätig und erwarb sich das Rüstzeug als Bergfilmer, Drehbuchautor und Regisseur. Überwiegend für „Servus TV“ produzierte Tom Dauer filmische Monografien über prominente Alpengipfel und über bekannte Persönlichkeiten des Bergsteigens. (Rainer Bannier)

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