Trommelwirbel: Die Artisten des „Team Extreme“ lassen sich mit der Geschwindigkeit des freien Falls an Seilen durch die Lüfte ziehen. Das werden sie auch am Freitag bei der Eröffnungsshow zur Fußball-EM zeigen.
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Trommelwirbel: Die Artisten des „Team Extreme“ lassen sich mit der Geschwindigkeit des freien Falls an Seilen durch die Lüfte ziehen. Das werden sie auch am Freitag bei der Eröffnungsshow zur Fußball-EM zeigen.

Mit der Gruppe „Team Extreme“

Spektakuläre Show in Rom: Isarwinkler fliegt durch Eröffnung der Fußball-EM

  • Andreas Steppan
    vonAndreas Steppan
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Im Showprogramm vor dem Eröffnungsspiel der Fußball-Europameisterschaft am Freitag in Rom ist Axel Berger aus Gaißach an einer atemberaubenden Nummer beteiligt.

Gaißach – Viele Millionen Zuschauer werden am Freitag, 11. Juni, die Übertragung der Eröffnungsfeier zur Fußball-Europameisterschaft aus dem Stadio Olimpico in Rom verfolgen. Im wahrsten Sinn des Wortes durchs Bild fliegen wird dann auch ein Isarwinkler: Axel Berger aus Gaißach tritt als Teil der Gruppe „Team Extreme“ auf und wird sich trommelnd an Seilen durch die Lüfte ziehen lassen. Er hat die Darbietung auch als Choreograf mitgestaltet.

Im Isarwinkel bekannt ist der 45-Jährige zum Beispiel als Betreiber des Hochseilgartens Isarwinkel oder als einer der Macher des Multimedia-Projekts „Der verrückteste Adventskalender der Welt“ in Bad Tölz. Dem „Team Extreme“ gehöre er seit 2005 an, berichtet der 45-Jährige auf Anfrage. Er hatte zu jenem Zeitpunkt seine ersten Auftritte als Feuerartist absolviert und wurde nun gemeinsam mit seinem Showpartner und Betreiber des Campingplatzes in Wolfratshausen, Michael Kramer, von dem Künstlerprojekt aus München und Ibiza angefragt. Das sei für ihn der Schritt von „Wald- und Wiesenauftritten“ erstmals auf größere Bühnen gewesen.

Als einer von zwölf Trommlern fliegt Axel Berger durch die Luft

Einem Engagement auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) folgten weitere, unter anderem in Saudi-Arabien, Spanien oder – „eines der Highlights“, so Berger – bei der Eröffnung des Wolkenkratzers Burj Khalifa in Dubai. Dabei arbeitete das Team auch mit Regisseuren des berühmten „Cirque du Soleil“ zusammen. „Alles, was ich über große Shows weiß, habe ich durch diese Brille gelernt“, sagt der Gaißacher. In den 16 Jahren der Zusammenarbeit habe er sich zum Choreografen „gemausert“.

Wollen wieder Stadionluft schnuppern: Axel Berger (re.) und sein Mitstreiter Michael Kramer – hier in Jeddah bei den Arabischen Fußball-Meisterschaften.

Für die Eröffnungsfeier der EM habe eine übergeordnete Agentur das „Team Extreme“ gebucht. Dort wird das Ensemble eine Show darbieten, bei der zwölf Trommler – einer von ihnen ist Axel Berger – durch die Luft fliegen. Sie seien dabei mit einem Artistengurt an Seilen angeklickt, die wiederum über komplexe Hochleistungswinden bewegt werden. Die Seile laufen über eine Traverse unter dem Stadiondach. Die Artisten werden vertikal und horizontal mit einer Geschwindigkeit durch die Lüfte gezogen, die dem freien Fall gleicht. Dabei geben sie in ihrer Formation „ein schönes Gesamtbild“ ab, sagt Berger.

Vor der Show zur EM-Eröffnung drei Probentage in Rom

Seine Aufgabe war es außerdem, eine Choreografie an Körper- und Trommelbewegungen zu entwerfen, die „perfekt zu den Bikern der Programmierung passen“ und die „signifikanten Punkte der Musik“ unterstreichen. Zudem fungiert der Gaißacher als „Kommunikationsschnittstelle“ zu anderen beteiligten Gewerken, etwa den Pyrotechnikern. Um seinen Mitstreitern aus Deutschland, Österreich und den Niederlanden die Choreografie nahezubringen, hat Berger ein Videotutorial erstellt. „Vor Ort in Rom haben wir dann noch drei Probentage.“

Genau um 20.42 Uhr beginnt am Freitag die drei- bis vierminütige Darbietung des Gaißachers und seiner Mitstreiter „und geht am Ende in einen weltberühmten Showact aus Italien über“, verrät Berger.

Dass wir als Künstler endlich wieder diese Energie spüren dürfen, darauf freue ich mich wie ein kleines Kind.

Axel Berger

Für die beteiligten Künstler wird der Auftritt „ein emotionaler Ritt“, da ist sich der Isarwinkler sicher. Die Angst bei den waghalsigen Manövern spiele dabei weniger eine Rolle. Natürlich sei es eine besondere Situation, wenn so große Kräfte auf einen einwirken, „und das ohne Flugzeug und Kabine um einen herum“, sagt Berger. „Da muss man sein volles Vertrauen in die Techniker setzen. Wer da noch die Kontrolle behalten will, der hat schon verloren.“

Gefühlsmäßig werde ihn da eher die Situation in den Bann ziehen, nach über einem Jahr ohne öffentliche Auftritte im Stadion wieder den „Widerhall des Publikums“ zu erleben. Das Stadio Olimpico wird zu einem Viertel besetzt sein. „Dass wir als Künstler endlich wieder diese Energie spüren dürfen, darauf freue ich mich wie ein kleines Kind.“ Überhaupt empfindet er es als „großes Privileg“, überhaupt wieder als Künstler arbeiten zu dürfen und mit ein Zeichen setzen zu können, „dass das Leben wieder Fahrt aufnimmt“.

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