Ortsdurchfahrt gesperrt: In Gaißach haben am Montag Kanalbauarbeiten in der Bahnhofstraße begonnen.
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Ortsdurchfahrt gesperrt: In Gaißach haben am Montag Kanalbauarbeiten in der Bahnhofstraße begonnen.

Das sind die Gründe für die aktuellen Sperrungen

Baustellen im Dreierpack: Kanalbau, Stromleitung und Bahnunterführung

  • Andreas Steppan
    vonAndreas Steppan
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In gleich drei Gemeinden im Isarwinkel laufen dieser Tage Bauarbeiten, bestimmte Verkehrswege sind abgeschnitten. Hintergründe, Umfang und Auswirkungen sind dabei völlig unterschiedlich.

Gaißach/Greiling/Sachsenkam – Die Jahreszeit bringt es mit sich: Im Frühling sprießen nicht nur die Blumen aus dem Boden, sondern scheinbar auch die Bagger und die „Straße gesperrt“-Schilder. Hier ein Überblick über die aktuellen Baustellen:

Ortsdurchfahrt Gaißach

Von den aktuell gesperrten Straßen ist die Gaißacher Ortsdurchfahrt eindeutig die meist befahrene. Seit Montag ist die Bahnhofstraße zwischen dem Gasthaus Zur Mühle und dem Rathaus dicht, voraussichtlich bis Ende Juni. Hintergrund ist nach Auskunft von Bürgermeister Stefan Fadinger die lange geplante Erneuerung einer Wasserleitung. „Das ist etwas Notwendiges, wir hatten dort immer wieder Wasserrohrbrüche“, sagt der Rathauschef. Im Zuge der Arbeiten würden gleichzeitig Leerrohre verlegt, in die später Glasfaserkabel „eingeblasen“ werden könnten, ohne die Straße noch einmal aufreißen zu müssen.

Für die Gaißacher Bürger sei die Baustelle natürlich eine große Verkehrsbehinderung, „aber wir hoffen auf Verständnis“, sagt Fadinger. Gemeinsam mit der Tiefbaufirma habe die Gemeinde intensive Überlegungen angestellt, ob man den Verkehr nicht wenigstens mit Ampelregelung an der Baustelle vorbeileiten könnte. Aber das gehe einfach nicht. Nun sei man bemüht, dass die Arbeiten wenigstens so zügig wie möglich durchgezogen werden. Die Anwohner können ihre Grundstücke laut Fadinger weiter anfahren. Gesichert ist auch die Erreichbarkeit der Gaißacher Hausarztpraxis sowie des Rathauses – auch wenn Fadinger selbst der übliche Weg dorthin abgeschnitten ist und er deswegen in den vergangenen Tagen aufs Radl umstieg.

So vernünftig war seit Anfang der Woche freilich nicht jeder Autofahrer. Aus dem Rathausfenster konnte Fadinger beobachten, wie der ein oder andere die Gesperrt-Schilder ignorierte und doch sein Glück versuchte – bis er vor der Baustelle umdrehen musste. „Aber das hat sich nach den ersten Tagen schon gelegt.“

Für Gaißach bedeutet die Straßensperrung gleichzeitig weniger Durchgangsverkehr. Denn im Berufsverkehr nutzen etliche Autofahrer auf dem Weg von Lenggries oder Bad Heilbrunn in Richtung Tegernseer Tal oder München den Weg durch Gaißach als Ausweichstrecke, um den Stau auf der Tölzer Umgehungsstraße zu vermeiden – das geht in den kommenden Wochen nicht mehr.

Bahnunterführung Greiling

Deutlich weniger Einschnitte bringen die Baustellen mit sich, die aktuell in zwei Nachbargemeinden laufen. Seit Mitte April wird die Bahnunterführung bei Greiling saniert. Auf Anfrage des Tölzer Kurier erklärt eine Bahn-Sprecherin, es handle sich um die „Sanierung von Betonausbrüchen im Randkappenbereich“ und eine „Betonsanierung im Widerlagerbereich und Instandsetzung von Ausbrüchen“. Was auch immer das bedeutet: Es dauert voraussichtlich rund einen Monat.

„Komplexe Baustelle“: An der Bahnbrücke bei Greiling ist die Unterführung gesperrt.

Bis 14. Mai ist die Gemeindestraße gesperrt, die bei der Gärtnerei Epp von der B 13 abzweigt und unter der Brücke Richtung Greiling führt. Die schmale Straße ist allerdings auch sonst nicht sehr stark befahren, wird lediglich bisweilen als Abkürzer oder Ausweichstrecke genutzt. Greiling und die Gärtnerei Epp bleiben über die Bundesstraßen problemlos erreichbar.

Umso mehr wundert sich Margreiter, dass so mancher Autofahrer die weiträumig aufgestellten Gesperrt-Schilder ignoriert und doch sein Glück bis zur Baustelle versucht. Dort ist aber kein Durchkommen. „Mich rufen auch Leute an und fragen, ob sie mir dem Radl durch können“, sagt Margreiter. Aber auch das sei an der „ziemlich komplexen Baustelle“ nicht möglich. Der Bürgermeister hat schon mitbekommen, dass manche Radler über den Bahndamm kletterten. „Da gibt’s die verrücktesten Sachen.“

Kirchseestraße Sachsenkam

In Sachsenkam ist seit Mittwoch die Kirchseestraße für drei Wochen gesperrt. Das bedeutet: Wer am Kirchsee spazieren oder – je nach Wetter – vielleicht schon baden gehen will, muss auf dieser Hauptverbindung zum See aufs Radl umsteigen, mit dem Auto das Sträßlein über Ellbach, Kirchbichl und Kogler Lack wählen – „oder sich ein anders Ausflugsziel suchen“, sagt Bürgermeister Andreas Rammler.

Hauptzufahrt zu Ausflugsziel: In der Kirchseestraße in Sachsenkam wird eine neue Stromleitung verlegt.

Betroffen sei auch „eine Handvoll“ Anwohner, die ihren Wohnsitz am Kirchsee haben. Ihnen ist während der Bauarbeiten ausnahmsweise erlaubt, über den ungeteerten Forstweg am Schindelberg zu fahren.

Ein gewisses Problem ist die Müllabfuhr. Die Anwohner sollen ihre Tonnen möglichst bis zum Ende der Baustelle bringen, die gesperrten 300 bis 400 Meter der Baustelle transportieren Mitarbeiter des Bauhofs, der Baufirma oder der Müllabfuhr die Tonnen bis zu einer anfahrbaren Stelle. Hilfe bekommen bei Bedarf laut Rammler auch die, die zu weit weg vom Baustellenende wohnen.

Der Bürgermeister ist überzeugt, dass sich die Mühe lohnt. Denn von den Bauarbeiten profitiere letztlich die Allgemeinheit nicht nur in Sachsenkam, sondern auch in den Nachbargemeinden Greiling und Reichersbeuern.

Grund der Arbeiten ist nämlich, dass die Bayernwerk AG ein altes Mittelspannungskabel austauscht. Es war laut Rammler in der Vergangenheit regelmäßig Ursache für Stromausfälle in Teilen der drei Gemeinden. „Das hat sich immer mehr gehäuft“, so Rammler. „Und wenn dann jedes Mal das Essen in der Tiefkühltruhe kaputt geht, ist das natürlich ungut.“

Auch Bayernwerk-Sprecher Christian Martens spricht von einem „störungsanfälligen“ Kabel. Es werde nun auf einer Gesamtlänge von rund 1400 Metern erneuert. Dies sei bereits im vergangenen Jahr auf einem 500 Meter langen Teilabschnitt geschehen, heuer folgen nun die restlichen 900 Meter. Dabei sind laut Martens die Anforderungen des Naturschutz- und FFH-Gebiets „Ellbach und Kirchseemoor“ zu beachten, die mit der oberen Naturschutzbehörde abgestimmt seien. „Um bei Baggerarbeiten keinen Aushub außerhalb des Straßenbereichs im sensiblen Gebiet zwischenlagern zu müssen, wird der Asphalt im Straßenbereich zunächst mit einer Fräse aufgebrochen“, erläutert der Bayernwerk-Sprecher. Das sei für diesen Donnerstag geplant. Am kommenden Montag dann „wird mittels Kabelpflug das neue Kabel eingepflügt“, so Martens. Abschließend werde der gefräste Streifen wieder asphaltiert.“ Die Maßnahme kostet das Bayernwerk 240 000 Euro.

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