Schutz vor dem Wildbach: Um die Große Gaißach bei Starkregen in ihr Bett zurückzuschicken, wird ein Deich errichtet.
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Schutz vor dem Wildbach: Um die Große Gaißach bei Starkregen in ihr Bett zurückzuschicken, wird ein Deich errichtet.

Schutzmaßnahme

Damit die Große Gaißach in ihrem Bett bleibt

  • Melina Staar
    vonMelina Staar
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Es geht voran mit dem Hochwasserschutz an der Großen Gaißach. Noch im Herbst sollen weitere wichtige Schritte folgen.

  • Die Große Gaißach tritt bei Starkregen immer wieder über die Ufer
  • Ein Deich soll das Wasser künftig zurück ins Bett leiten
  • Noch im Herbst soll der nächste Schritt erfolgen

Gaißach/Bad Tölz – Anfang August schwoll die Große Gaißach nach starken Regenfällen zu einem Sturzbach an. Mitgeführtes Treibholz verklauste ein Wehr, das sich nicht mehr öffnen ließ. Das Wasser trat über die Ufer.

Wie berichtet soll dieses Absperrbauwerk, wie es heißt, zurückgebaut werden. Wie Dora Schulze, Abteilungsleiterin am Wasserwirtschaftsamt (WWA) Weilheim, erklärt, könne dies aber nicht so einfach entfernt werden. „Es stützt die Sohle, die Brücke und damit auch die Straße.“ Daher müsse dies behutsam angegangen werden und werde im Zuge der Hochwasserschutz-Maßnahmen erfolgen.

Eine Vorkehrung wurde bereits getroffen: Der Zulauf zum Linsensägbach, der von der Großen Gaißach in Richtung Moraltpark abfließt und schließlich in die Isar mündet, wurde geschlossen. Diese Maßnahme wurde laut Schulze aufgrund des derzeit unberechenbaren Wetters und des vielen Totholzes ergriffen, „damit das Wasser nicht unkontrolliert abläuft“.

Wehr wird abgebaut, Gewässersohle eingetieft

Andrea Vogg, Projektleiterin im Fachbereich Wasserbau am WWA, erklärt den Fortschritt der Maßnahmen an der Großen Gaißach. Ein Deich soll die Bewohner der Tölzer Blombergstraße schützen und das Wasser zurück in den Bach drängen. „Ausgelegt ist der Deich auf ein 100-jährliches Hochwasser“, sagt Vogg. Dabei rechnet man mit Wassermengen von bis zu 92 Kubikmetern pro Sekunde. Die Gaißach soll weiterhin unter der B13 hindurch geführt werden. Neben dem Abbau des Wehrs ist beispielsweise auch vorgesehen, die Gewässersohle um einen Meter einzutiefen.

Die Planungen stehen. Noch im Herbst sollen diese nun der Gemeinde Gaißach und der Stadt Bad Tölz vorgestellt werden. „Gegen Ende des Jahres könnten wir dann das wasserrechtliche Verfahren einleiten“, so Vogg. Dann werden die Pläne öffentlich ausgelegt. Anwohner und Verbände, wie etwa der Bund Naturschutz, erhalten die Möglichkeit, ihre Einwände vorzubringen. Diese werden dann abgearbeitet und bei einem Termin im Landratsamt erörtert. „Wir versuchen aber schon im Vorfeld, alle mit einzubinden“, sagt Vogg. So gebe es eine landschaftspflegerische Begleitplanung, die Untere Naturschutzbehörde und die Fischereiverbände sind einbezogen. „Aber man weiß natürlich nicht, welche Art von Einwänden kommt“, so Vogg. Ein halbes Jahr oder „nach oben offen“ könne das Verfahren dauern.

Bolzplatz bleibt erhalten und rückt in Richtung Süden

Grundsätzlich habe sie aber eine große Akzeptanz für das Vorhaben wahrgenommen, so Vogg. „Die meisten Anwohner sind sehr froh, der Wunsch nach Schutz ist da.“

Auch habe man versucht, auf einige Anliegen einzugehen. So hätten beispielsweise Anwohner den Wunsch geäußert, dass der dortige Bolzplatz erhalten bleiben solle. „Momentan liegt er genau in dem Bereich, in dem der Deich entsteht“, sagt Vogg. Aber es wurde eine Möglichkeit gefunden, den Bolzplatz nach Süden zu versetzen. „Wir wollen ihn auch aufwerten und eine kleine Tribüne in den Deich einbauen.“

Der Deich selbst soll flach und bewirtschaftbar bleiben. An der höchsten Stelle ist er 2,50 Meter hoch. Oben drauf kommt ein Weg, es wird Rampen geben, damit Landwirte darüber fahren können. „Er wird sich in die Natur einfügen“, sagt Vogg.

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