14 Überweisungsträger hatte die Angeklagte gefälscht, in dem sie mit einem falschen Namen unterschrieb.
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14 Überweisungsträger hatte die Angeklagte gefälscht, in dem sie mit einem falschen Namen unterschrieb.

Amtsgericht

Dilettantischer Betrug: Alleinerziehende zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt

  • vonRudi Stallein
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Finanzielle Nöte brachten eine alleinerziehende Mutter (32) auf die schiefe Bahn: Sie fälschte Überweisungsträger eines Gaißacher Unternehmens. Aber auch das Verhalten der Bank wirft Fragen auf.

Gaißach/Wolfratshausen – Die junge Frau fälschte 14 Überweisungsträger eines Gaißacher Unternehmens, indem sie diese mit dem Namen des Betriebsinhabers unterschrieb. Auf diese Weise gelang es ihr, dass die Bank des Unternehmers jedes Mal Beträge zwischen 200 und 800 Euro ihrem Konto gutschrieb – insgesamt eine Summe von 4757,50 Euro. Wegen Urkundenfälschung in Tateinheit mit Betrug wurde die 32-Jährige vom Wolfratshauser Amtsgericht zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Die Strafe wurde für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt.

Die Taten geschahen in einem engen zeitlichen Rahmen zwischen dem 11. Dezember 2019 und dem 9. März 2020. „Ich habe es erst nicht bemerkt“, sagte der betrogene Unternehmer. „Aber die Steuerberaterin hat genauer hingeschaut.“ So kam der Betrug ans Licht. Daraufhin sei er erst zu seiner Bank und dann zur Polizei gegangen, erklärte der Geschädigte. Wie genau die Angeklagte Zugriff auf die Bankdaten hatte, wurde in der Verhandlung nicht erläutert. Aber der jungen Frau war die Sache „sehr peinlich“, wie sie vor Gericht versicherte. Seine Bank habe den Schaden ausgeglichen, berichtete der Zeuge. „Weil die nicht aufgepasst haben“, ergänzte Richter Helmut Berger.

Wenig später fügte er in seiner Urteilsbegründung hinzu: „Es ist kaum zu glauben, welche Schlampereien bei dem Geldinstitut passiert sind.“ Deren Mitarbeiter hatten nicht nur die „dilettantisch nachgemachte Unterschrift“ ihres Kunden nicht bemerkt, sondern in einem Fall statt der auf dem Überweisungsträger deutlich erkennbaren 750 Euro nur 7,50 Euro verbucht. Berger folgte mit seinem Urteil von einem Jahr zur Bewährung dem Antrag der Verteidigung, die Staatsanwältin hatte eineinhalb Jahre beantragt. Zudem ordnete der Richter die „Einziehung von Wertersatz“ in Höhe von 4757,50 Euro an.

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