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Im Edeka-Markt gehen Ende Oktober die Lichter aus – falls sich nicht noch ein neuer Pächter findet. 

Pächter hört aus gesundheitlichen Gründen auf

Edeka-Markt am Gaißacher Bahnhof schließt Ende Oktober

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Der „Edeka“ in Gaißach steht vor dem Aus. Der Gemeinde schwebt als Ersatz ein Markt mit regionalen Produkten vor.

Gaißach– Und wieder bricht ein Stück der Nahversorgung in Gaißach weg: Nachdem Ende August bereits „Marias Kramerladen“ zugemacht hat, steht nun auch der „Edeka-Markt“ an der Bahnhofstraße vor dem Aus.

Monatelang suchte der aktuelle Pächter nach einem Nachfolger. Namentlich möchte der Geschäftsmann nicht genannt werden, lässt aber wissen: „Leider haben wir niemanden gefunden.“ Er selbst hört aus gesundheitlichen Gründen auf. Ende Oktober, genau nach sechs Jahren unter seiner Führung, gehen in dem Supermarkt die Lichter aus.

Die Regale sind bereits jetzt zum Teil leer. Die Lieferungen umfassen nur noch Frischware wie Obst, Gemüse und Wurst. Nachschub für Waschmittel, Konserven oder Kekse – Fehlanzeige. „Schade“ und „traurig“ findet das Anwohner Volker Lohn. „Wo gibt’s im Dorf sonst noch echte Bäckersemmeln“, fragt Lohn. „Wo sollen die Leute ihre Post abgeben?“

Supermärkte rechnen sich erst ab einer gewissen Größe

Diese Fragen treiben auch Bürgermeister Stefan Fadinger um. Zwar gebe es mit dem „Pulverwirt“ noch einen Metzger und im Gewerbegebiet Moser-Säge einen Discounter. Und 90 Prozent der Gaißacher müssten sich ohnehin ins Auto setzen, wenn sie einkaufen wollten. Trotzdem sei die Schließung des „Edeka-Markts“ ein Verlust für die Gemeinde. „Die Lage neben dem Bahnhof ist optimal.“ Außerdem sei der Markt von der Bevölkerung sehr gut angekommen worden. Für die Vertreter von „Edeka“ und „Rewe“ zählten diese Argumente allerdings nicht. Laut Fadinger gehen sie davon aus, dass sich ein Supermarkt erst ab einer Größe von 1200 Quadratmetern rechnet. „Davon sind wir weit entfernt.“

Als Ersatz schwebt dem Rathaus-Chef ein regionaler Markt vor. Das komplette Sortiment eines Supermarkts könne man mit Produkten aus der Umgebung zwar nicht abdecken. Es handle sich jedoch um eine gute Sache. Wer sich mit seinen regionalen Produkten in so ein Projekt einbringen wolle, sei „jederzeit herzlich willkommen.“ Große Hoffnungen, dass sich doch noch ein neuer Pächter findet, hat Fadinger nicht. „Ich weiß, dass es von der Vermieterseite ebenfalls große Bemühungen gab, Stand heute allerdings wenig erfolgreich.“

Gemeinde sucht Einzelhändler für Post-Service

Deshalb sucht die Gemeinde auch nach Einzelhändlern, die sich vorstellen könnten, den Post-Service künftig zu übernehmen. Mit dem „Edeka“ schließt Ende Oktober nämlich auch eine kleine Post-Filiale. Fadinger hat das Thema für Dienstagabend auch auf die Tagesordnung der Gemeinderatssitzung setzen lassen. Die Kommunalpolitiker beraten sich ab 19 Uhr im Rathaus-Sitzungssaal.

Wie berichtet hat Ende August Maria Kerber ihren gleichnamigen Kramerladen neben dem ehemaligen „Pulverwirt“ aufgegeben. Die immer schwieriger werdenden Rahmenbedingungen zwangen die Inhaberin zu diesem Entschluss. Auch Kerber suchte vergeblich nach einem Nachfolger. Zwei Interessenten waren da gewesen – danach hat sie nichts mehr von ihnen gehört.

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