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Vor dem Winterquartier: Biobauer Kaspar Fischer und seine Kinder Christina und Leonhard mit den vier Eseln. 

Esel gegen unerwünschte Verbuschung 

Vierbeiner kauen für den Naturschutz

Kaspar Fischer aus Gaißach setzt seine vier Esel als ökologische Landwirtschafts-Allrounder ein. Parallel schafft er sich damit mehrere Standbeine als Bauer. 

Gaißach Der Esel ist der sympathische kleine Verwandte des Pferdes. Infolge der Mechanisierung der Landwirtschaft ist das genügsame Tragtier fast von der Bildfläche verschwunden. Heute erlebt er eine Renaissance als angenehmer Weggefährte beim „Eselwandern“. Einer, der sich mit Eseln bestens auskennt, ist der Biolandwirt Kaspar Fischer (47) aus Gaißach-Lexen. Seine Tiere machen sich auf eine ganz andere Art und Weise nützlich.

Seine vier Esel und 50 Ziegen sind gewissermaßen „Angestellte“ bei der Naturschutzbehörde des Landkreises, in deren Auftrag sie die unerwünschte Verbuschung auf den einstigen Schotterebenen der Isar zwischen Gaißach und der Bretonenbrücke zerbeißen. Seit dem Bau des Sylvensteindamms bleibt der Schotternachschub bei Hochwasser aus. Die Folge: Diese Flächen wachsen immer mehr zu und die ursprünglichen Bodenstrukturen – ökologisch wertvoller Lebensraum für bedrohte Flora und Fauna – werden zunehmend erstickt. Als Landschaftspfleger sollen die Esel und Ziegen diese Entwicklung stoppen und umkehren.

Esel als „Angestellte“ der Naturschutzbehörde 

Kürzlich sind „Seppi“, „Liesel“, „Maja“ und „Babyesel“ wieder in ihr Winterquartier am Hof heimgekehrt. Die Redensart vom „störrischen Esel“ lässt Kaspar Fischer nicht gelten. Im Gegensatz zum schreckhaften „Fluchttier Pferd“ hätten Esel einen ganz anderen Charakter: „Sie sind aufmerksam, intelligent, genügsam, hitzeresistent, willensstark und lassen sich nichts gefallen.“ Von ihrer Langsamkeit und Bedächtigkeit könnten „auch wir Menschen lernen, unser hektisches Dasein zu entschleunigen“. Dass seine Esel, die bis zu 40 Jahre alt werden können, später einmal „nicht beim Schlachter landen, sondern ein Gnadenbrot auf seinem Hof bekommen“, dafür würden auch seine Kinder Christina (10) und Leonhard (8) sorgen.

Neben Eseln und Ziegen hat Kaspar Fischer auch noch acht Schafe und eine Mutterkuhhaltung mit elf Pinzgauer Rindern in artgerechter Haltung mit offenem Stall. Mit seinen 25 Hektar biologisch bewirtschaftetem Grünland (daraus ergeben sich 0,6 Großvieheinheiten pro Hektar) muss er kein Futter zukaufen, durch die Haltung auf Stroh fällt auch keine Gülle an. Weiterhin hat er sieben Pensionspferde auf seinem Grund.

Ökologische Landwirtschaft auf mehreren Standbeinen 

Mit dieser ökologischen Landwirtschaft auf mehreren Standbeinen habe er mit seinem Kleinbetrieb heute trotz „vernichtend niedriger Erzeugerpreise“ sein Auskommen. Fischer sagt aber auch: „Bei der staatlichen Förderung sind die Großen immer im Vorteil.“

(Rainer Bannier) 

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