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Einzigartiges Projekt in Gaißach/Bad Tölz

Erweiterung eröffnet: Rettungszentrum 2.0

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Gaißach - Es ist ein einzigartiges Projekt, das Rettungsübungen unter realistischen Bedingungen ermöglicht. Am Freitag wurde die Einweihung des erweiterten „Bergwachtzentrums 2.0“ gefeiert. Mit dabei: Innenminister Joachim Herrmann und zahlreiche weitere Ehrengäste.

Lautes Knattern erfüllt die Halle. Es stammt von einer der beiden Hubschrauberzellen, die unter dem Dach aufgehängt sind. Langsam gleitet sie auf die Gondel der Bergbahn zu. Ein Retter der Bergwacht seilt sich von der Kufe des Helikopters ab, öffnet die Tür der Kabine, um zu den eingeschlossenen Passagieren zu kommen. Es ist nur eines der Rettungsszenarien, die am Freitag vorgeführt und von Bergwacht-Bayern-Geschäftsführer Gerhard Opperer erklärt werden. Sie alle zeigen, unter welch realistischen Bedingungen in der Gaißacher Halle geübt werden kann – bis hin zum Knattern des Helikoptermotors.

Seit der Eröffnung 2008 habe sich das Bergwachtzentrum „als absolutes Erfolgsmodell erwiesen“, sagte Norbert Heiland, Vorsitzender der Bergwacht Bayern. Die Möglichkeit, Luftrettung in der Halle zu üben, habe die Qualität nachhaltig gesteigert, einheitliche Standards gesetzt und die Sicherheit der Rettungskräfte erhöht. Da habe es auf der Hand gelegen, das Angebot weiterzuentwickeln. Neu dazu gekommen sind wie berichtet unter anderem ein großes Wasserbecken, Höhlengänge, eine zweite Hubschrauberzelle „und ein Bergwetterraum, in dem man feststellen kann, wie Notfallmedizin bei minus 20 Grad funktioniert“, erklärte Bergwacht-Ehrenvorsitzender Alois Glück. Er und Heiland blickten auch auf die Anfänge des Rettungszentrums zurück und erinnerten daran, „dass es Ehrenamtliche waren, die damals auf die verrückte Idee gekommen sind, Hubschrauber in einer Halle fliegen zu lassen“, so Heiland. Aus einer Versuchsanlage in einer alten Industriehalle in Höhenkirchen bei München entwickelte sich das Zentrum für Sicherheit und Ausbildung (ZSA) auf der Ortsgrenze von Gaißach zu Tölz. „Wenn wir am Anfang gewusst hätten, was am Ende rauskommt, hätten wir uns wahrscheinlich nicht getraut“, sagte Glück.

12 000 Helfer aus verschiedenen Rettungsorganisationen und aus über 20 Nationen haben bereits im ZSA trainiert. „Alle haben festgestellt, dass es hier hervorragende Möglichkeiten gibt“, sagte Glück. Aufgrund des Erfolgs sei aber auch irgendwann klar gewesen, dass die Bergwacht die Kosten nicht auf Dauer alleine schultern kann. Hier sprang der Freistaat ein. 3,6 Millionen Euro flossen in die Erweiterung. Zusätzlich übernimmt er nun 800 000 Euro Betriebskosten pro Jahr, wie Innenminister Herrmann betonte. „Das ist gut angelegtes Geld. Hier wird Ihr Steuergeld gut investiert“, sagte er zu den Gästen und erntete lauten Applaus. Wie wichtig gerade die Rettung aus der Luft sei, habe sich nicht zuletzt beim Zugunglück in Bad Aibling gezeigt. 17 Hubschrauber waren im Einsatz, um Verletzte aus den Zugtrümmern zu retten. „Dabei hat sich bewährt, dass die meisten der Helfer schon einmal hier geübt haben“, sagte Herrmann.

Alle Redner nutzten die Gelegenheit, um den vielen Ehrenamtlichen zu danken. „Sie sind das Rückgrat der Gefahrenabwehr, sie sorgen für ein Klima der menschlichen Wärme“, sagte Herrmann. Klemens Reindl, Bundesleiter der Bergwacht, zeichnete außerdem Alois Glück für seinen großen Einsatz für die Bergwacht Bayern aus. Der ehemalige Landes- und jetzige Ehrenvorsitzende erhielt das Ehrenzeichen des Deutschen Roten Kreuzes, zu dem die Bergwacht gehört.

Den kirchlichen Segen für die Halle spendeten der Gaißacher Pfarrer Ludwig Scheiel und sein evangelischer Kollege Urs Espeel aus Tölz.

Einweihung des erweiterten Bergwacht-Rettungszentrums in Gaißach

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