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Die Justiz hatte sich jetzt mit einem Greilinger zu beschäftigen, der betrunken einen Unfall baute.

Amtsgericht

Mit fast drei Promille ans Steuer gesetzt und Unfall gebaut

Gaißach – Der Angeklagte hatte doppeltes Glück. „Das hätte tödlich enden können“, machte Richter Helmut Berger dem Greilinger deutlich, dass er froh sein konnte, nach einem krassen Verkehrsunfall „nur“ wegen Gefährdung des Straßenverkehrs und fahrlässiger Körperverletzung vor ihm zu sitzen. Mit 1750 Euro Geldstrafe kam der 40-Jährige vor Gericht ein weiteres Mal glimpflich davon.

Am 27. März gegen 20.15 Uhr hatte der Angeklagte auf der regennassen Bundesstraße 13 bei Gaißach die Kontrolle über seinen Transporter verloren. In einer leichten Linkskurve geriet das Fahrzeug aufs Bankett, überschlug sich und blieb auf dem Dach liegen. Dabei erlitt der Beifahrer (24) ein Halswirbeltrauma. Der Fahrer kletterte nahezu unverletzt aus dem demolierten Auto. Eine Blutprobe ergab, dass der Mann mindestens 2,8 Promille intus hatte.

„Es ist, wie es ist. Da brauch’ ma nicht diskutieren. Das war einfach dumm“, sagte der Angeklagte. Den Sonntag habe er im Brauneck-Gebiet verbracht und sich auf einer Hütte den stattlichen Promillepegel angetrunken. Warum er sich anschließend selbst ans Steuer gesetzt hatte, um nach Hause zu fahren, dafür hatte er keine Erklärung. „Wenn ich gewusst hätte, dass er so betrunken war, wäre ich nicht mitgefahren“, erklärte der Beifahrer. Aber auch einem Polizisten, der am Unfallort einen ersten Atemalkoholtest durchführte, war die massive Alkoholisierung des 40-Jährigen nicht aufgefallen. „Damit hatte ich nicht gerechnet“, kommentierte der Zeuge den Promillewert.

„Das ist ein sehr milder Antrag, wissen Sie das?“, sagte Richter Helmut Berger zu dem Greilinger, nachdem der Staatsanwalt eine Geldstrafe von lediglich 70 Tagessätzen gefordert hatte. Ein Schnäppchen, zumal zwei seiner neun Vorstrafen auf Trunkenheitsdelikte zurückgingen. Deshalb wäre eine Freiheitsstrafe durchaus denkbar gewesen. Dass er darum herum kam, verdankte er der Einschätzung der Gerichtsmedizinerin. „Angesichts von rund drei Promille bei Fahrtantritt ist eine erhebliche Verminderung der Steuerungsfähigkeit zu diesem Zeitpunkt nicht auszuschließen“, erklärte die Sachverständige. Zur Geldstrafe kommt noch der Verlust des Führerscheins für weitere zwölf Monate. Seit dem Unfall darf er bereits nicht mehr fahren. Der Angeklagte nahm das Urteil an. „Damit bin ich mehr als zufrieden.“

Rudi Stallein

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