Chemieunfall in Frankfurt: Feuerwehr sperrt zwei Stadtteile für den Verkehr komplett

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Vollgepackt mit 63 Sendeanlagen: Blick vom Gaißacher Bergwachtzentrum nach Südwesten zum 51 Meter hohen Sendemasten des Bayerischen Rundfunks. 

Diskussion bei Sitzung

Funkmast in Gaißach: BR soll Sendeleistung verringern, fordert die Gemeinde

Der Bayerische Rundfunk ist Vermieter des Standorts und hat dort bereits 63 Sendeanlagen verschiedener Kunden lizenziert. Der Gemeinde wird es nun zu bunt.

Gaißach– Einige Jahre ist es still gewesen um den Sendemasten des Bayerischen Rundfunks auf der Anhöhe von Gaißach. Jetzt soll dort auch noch eine Antenne für den „BOS-Tetrafunk“ installiert werden, den Digitalfunk für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben. Der Grund für dieses Vorhaben: Von der Sendeanlage auf dem Blomberg werden manche Bereiche von Bad Tölz nur unzureichend erfasst. Im Stadtgebiet gibt es für Polizei und Rettungsdienste mehrere Funklöcher, hieß es in der jüngsten Gaißacher Gemeinderatssitzung.

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Der weithin sichtbare Sendemast ist 1961 errichtet und 1993 durch eine neue Anlage ersetzt worden. Er ist 51 Meter hoch und steht in einer Entfernung von knapp 500 Metern Luftlinie nordwestlich von Gaißach-Dorf. Viel dichter dran ist das Tölzer Obere Griesfeld, dessen erste Baureihe nur 150 Meter Luftlinie unterhalb des Sendemastens liegt.

Nachdem O2-Telefónica mit Sitz in München den Mobilfunkanbieter E-Plus übernommen hat, kann jetzt auch in Gaißach eine Antenne mit einer Leistung von 90 Watt abgeschaltet werden. Der BOS-Tetrafunk kommt hingegen mit 18 Watt aus. Somit würde sich also die Gesamt-Sendeleistung reduzieren.

Trotzdem ist man in der Gemeinde Gaißach besorgt: Der Bayerische Rundfunk macht nämlich mit diesem ideal gelegenen Standort als Vermieter ein glänzendes Geschäft und hat dort bereits die Installation von 63 Sendeanlagen verschiedener Kunden lizenziert. „Es sind immer mehr geworden, wir brauchen da endlich einen Stopp“, forderte in der Gemeinderatssitzung nicht nur Bürgermeister Stefan Fadinger, sondern auch Anlieger Andreas Dachs. Noch bewegt sich die Sendeleistung freilich unterhalb der zulässigen Grenzwerte.

Der Gemeinderat sicherte den Rettungskräften, die auf eine „flächendeckende und störungsfrei funktionierende Funkversorgung“ im Isarwinkel angewiesen sind, seine „volle Unterstützung“ zu. Gemeinderat Alois Grünwald (Polizei) machte deutlich, dass der Sendemast Gaißach dafür unverzichtbar sei: „Der Standort ist absolut ideal, wir brauchen den.“

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Doch der Gemeinderat will auch die Gesundheit und das Wohlergehen der Bevölkerung schützen und verhindern, dass die Anlieger immer höheren Strahlenemissionen ausgesetzt werden. Per Beschluss fordern die Räte den BR nun auf, bei seinem Gaißacher Masten „freiwillig auf weitere Sendeanlagen und Antennen zu verzichten und auch die Gesamt-Sendeleistung nicht weiter zu erhöhen“.

Sollte der Bayerische Rundfunk in dieser Frage nicht zu einer Selbstbeschränkung bereit sein, will die Gemeinde an die Staatsregierung appellieren, den BR entsprechend vertraglich in die Pflicht zu nehmen. Die Gemeinde bittet auch um die weitere Prüfung alternativer Standorte mit dem Ziel, dass die wachsende Strahlenbelastung nicht nur von Wenigen getragen werden muss, sondern gerechter aufgeteilt wird. „Das darf nicht an den Kosten und einer längeren Realisierungszeit scheitern“, forderte der Bürgermeister. Zudem müssten im Sinne des bayerischen Mobilfunkpaktes von 2002 Gemeinden und Betroffene bei allen Vorhaben „besser informiert und rechtzeitig in die Entscheidungsprozesse eingebunden werden“. (von Rainer Bannier)

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