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Die alte Gaißacher Schmiede auf einem Pferdewagen: Alois Danner (li.) und Martin Rest (mit Hut) arbeiten an einem Amboss und zeigen beim Festzug, wie ein Schnabler beschlagen wird. 

Ort ist 1200 Jahre alt  

Die Festwoche steht an: Gaißach erweckt Dorfgeschichte zum Leben

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Gaißach lebt seine Geschichte. Das will die Gemeinde bei der großen 1200-Jahr-Feier am Wochenende unter Beweis stellen. Die Besucher dürfen sich auf ein buntes Programm freuen.

Gaißach – Das ganze Dorf ist in diesen Tagen auf den Beinen. Das hat sich schon am Feiertag Mariä Himmelfahrt gezeigt bei der bunten Ausstellung zum Auftakt der Festwoche. „Jeder hat uns auf die Schulter geklopft“, freut sich Peter Margreiter. Der Chef des Festausschusses ist noch immer angetan von dem großen Zuspruch am vergangenen Dienstag. „Das war ein Kommen und Gehen bis spät in die Nacht“, sagt Margreiter. Die Arbeit sei auf die Vereinsschultern verteilt gewesen, „und so haben wir den ganzen Ort ins Boot geholt.“

Inzwischen ist die Ausstellung wieder abgebaut. Die Arbeiten konzentrieren sich auf die Vorbereitungen fürs Wochenende. Im Mittelpunkt steht der historische Umzug am kommenden Sonntag, 20. August. Dabei gibt es eine Reihe von Festwagen zu bestaunen, die

laut Margreiter mittlerweile alle fast fertig sind. Auf einem wird beispielsweise das Schmiedehandwerk in früherer Zeit vorgestellt. Ein mit Wasser angetriebenes Holzrad überträgt seine Kraft mittels Übersetzung auf den Schmiedehammer. Am Amboss arbeiten Alois Danner und Martin Rest. „Sie zeigen, wie ein Schnabler beschlagen wird“, sagt Margreiter. Weitere Themenwagen befassen sich mit der Gründung der Musikkapelle, mit dem Torfstechen in früherer Zeit und mit dem Wandel der technischen Ausrüstung bei der Feuerwehr. Für mobile Verpflegung sorgt der Veteranenverein mit einer alten Feldküche. „In Soldatenkreisen nannte man das eine Gulaschkanone.“

Erinnerungen an alte Schnapsbrenner und die Pest

Geschichtliche Themen greifen außerdem eine Reihe von Fußgruppen auf. Schüler in historischen Kostümen erinnern so an das Pestzeitalter und an die Panduren-Einfälle. Und Gaißacher Schnapsbrenner tragen das Geschirr mit, in dem in früherer Zeit Alkohol destilliert wurde. Es wird laut Margreiter eine bunt gemischte Darstellung der Gemeinde-Geschichte.

Die urkundliche Ersterwähnung Gaißachs vor 1200 Jahren steht auch im Mittelpunkt des Festabends am Samstag, 19. August, um 20 Uhr im Bierzelt. Eigentlich sollte da die Chronik der Gemeinde vorgestellt werden. „Aber das Redaktions-Team feilt noch an der Endfassung“, sagt Margreiter. „Wir waren uns einig: Wir zeigen unsere Geschichte trotzdem.“ Diese Aufgabe übernehmen nun die örtlichen Laienschauspieler, die ein historisches Theaterstück einstudiert und die passenden Kulissen gebaut haben. Sepp „Bodo“ Kloiber hat dafür die geschichtlichen Höhepunkte zusammengeschrieben Die Uraufführung ist am Samstag. Die Besucher erleben außerdem eine weitere Premiere: Beim Festabend wird ein Video-Clip mit einem neuen Gaißacher Lied gezeigt. Auch das ist aus der Feder von „Bodo“ Kloiber. Zum Ausklang spielt die Gaißacher Musikkapelle in kleiner Besetzung.

Der Festsonntag, 20. August, beginnt um 9 Uhr mit dem Kirchenzug. Er führt vom Bierzelt zum Feldaltar unterhalb der Gaißacher Fachklinik. Dort beginnt um 10 Uhr der Festgottesdienst. Im Anschluss daran setzt sich der Festzug in Bewegung.Die Route führt vom sogenannten Mutterwegerl über die Sonnwies- und Bahnhofstraße zum Festzelt. Der historische Zug mit allen Isarwinkler Musikkapellen soll immer wieder mal stoppen, damit die Besucher am Straßenrand alle Details bewundern können, so Margreiter. „Denn am Sonntag gibt’s in Gaißach wirklich viel zu sehen.“

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