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Zu tief ins Glas geschaut, hatte ein Gaißacher - und fuhr dann mit dem Auto in einen Gartenzaun.

Amtsgericht Wolfratshausen

Im „Saurausch“ Gartenzaun demoliert

  • vonRudi Stallein
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Er war Mittags mit 2,3 Promille mit dem Auto unterwegs: Dafür musste sich ein Gaißacher jetzt vor dem Amtsgericht verantworten.

Gaißach/Wolfratshausen Ein junger Mann soll betrunken mit seinem Auto einen Gartenzaun demoliert haben. Der entstandene Sachschaden belief sich auf rund 500 Euro netto. Wegen des Vorfalls wurde der 21-jährige Gaißacher nun vom Amtsgericht Wolfratshausen zu einer Geldstrafe in Höhe von 4500 Euro verurteilt. Zudem bleibt sein Führerschein noch elf Monate in Verwahrung – aus gutem Grund.

Der Vorfall ereignete sich am 8. Dezember vorigen Jahres um die Mittagszeit in Lenggries. Der Hauseigentümer stand gerade unter der Dusche, als er es plötzlich krachen hörte. Als er aus dem Fenster schaute, sah er ein verschmutztes Auto davonfahren. Der Pensionist notierte sich das Kennzeichen und meldete seine Beobachtung der Polizei.

Diese fand das Auto mit leichten Kratzspuren sowie den Fahrzeughalter wenig später bei ihm zu Hause in Gaißach vor. Ihr Sohn sei gerade heimgekommen, erklärten die Eltern den ermittelnden Beamten. Der Junior sei „deutlich alkoholisiert“ gewesen, berichtete ein Polizist. Ein Atemalkoholtest ergab einen Wert von umgerechnet rund 2,3 Promille, am Mittag gegen 13 Uhr.

Unfallverursacher liefert mehrere Versionen des Geschehens

Der mutmaßliche Unfallverursacher lieferte der Polizei im Laufe seiner Vernehmung mehrere Versionen, wie er an jenem Tag heimgekommen sei. Laut Polizei hatte er zuerst erzählt, ein Taxi genommen zu haben. Später habe er behauptet, ein Freund sei gefahren und er selbst auf dem Beifahrersitz gesessen. Vor Gericht äußerte sich der Angeklagte auf Anraten seines Rechtsanwalts nicht zu den Vorwürfen.

Für Verteidiger Jost Hartman-Hilter war seinem Mandanten die Tat ohne ein Geständnis nicht nachzuweisen. Der Zeuge habe lediglich ein Auto davonfahren gesehen. „Ob mit diesem Auto der Schaden verursacht wurde, wissen wir nicht.“ Auch fehle eine Antwort auf die Frage, ob der Fahrer den Unfall – so er ihn überhaupt verursacht habe – habe bemerken können. „Das ist nicht nachgewiesen – und rechtfertigt deshalb keine Verurteilung: weder wegen Trunkenheit noch wegen Unfallflucht“, sagte der Rechtsanwalt. Heftig kritisierte Hartman-Hilter die Arbeit der Polizei: „Es wurde gegen alle Belehrungsvorschriften verstoßen.“

Richter: „Nicht der geringste Zweifel“ an Schuld des Gaißachers

In diesem Punkt gab das Gericht ihm recht. „Da sind natürlich Fehler gemacht worden“, sagte Richter Helmut Berger. Doch auch ohne die nicht verwertbaren Aussagen der Eltern des Angeklagten, sowie den Angaben, die der Beschuldigte gemacht hatte, bevor er belehrt worden war, hatte der Richter „nicht den geringsten Zweifel“ an der Schuld des jungen Gaißachers. Als Grund führte er unter anderem dessen widersprüchliche Aussagen bei der Polizei an, sowie die Tatsache, dass er den Schaden am Zaun selbst hatte bezahlen wollen.

„Das war ein ordentlicher Saurausch, um es mal so deutlich zu sagen“, hielt Berger dem Angeklagten vor, nachdem er ihn wegen fahrlässiger Trunkenheit, Unfallflucht sowie vorsätzlicher Trunkenheit im Verkehr zu einer Geldstrafe von 75 Tagessätzen zu je 60 Euro verurteilt hatte. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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