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Bei Ortsbegehungen begutachten regelmäßig Fachleute den Hangzustand am Granitzeck.

Granitzecker Hangrutsch

Berg wieder in Bewegung

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Seit genau einem Monat gibt es auf dem Forstweg ins Steinbachtal kein Durchkommen mehr. Schuld ist der Granitzecker Hangrutsch: Steine, Lehm und anderes Material blockieren die Straße und verstopfen das Bett des Steinbachs. Eine akute Hochwassergefahr soll aber nicht bestehen.

Gaißach– Knapp sieben Jahre lang gab der Berg Ruhe. Seit Kurzem rutscht der Hang am Granitzeck in Gaißach aber wieder in Richtung Tal. Mitarbeiter des Wasserwirtschaftsamts in Weilheim mussten den Feld- und Waldweg unterhalb des Hangs bereits zweimal freischaufeln. Das Ergebnis hielt nicht lange: Schon wieder blockieren Steine, Lehm und anderes Material die Fahrbahn ins Steinbachtal. Die Straße ist deshalb bis voraussichtlich Montag. 5. Februar, gesperrt.

„Sie jedes Mal nur zu räumen, ist nicht das Wahre“, sagt Peter Gröbl vom Weil-heimer Wasserwirtschaftsamt (WWA). Stattdessen wollen die Experten nach einer längerfristigen Lösung suchen. Bereits an diesem Dienstag findet eine interne Besprechung in der Behörde statt.

Neu ist das Problem nicht. Das Phänomen „Granitzecker Hangrutsch“ ist seit über 100 Jahren bekannt. Das Landesamt für Umwelt in Augsburg überprüft regelmäßig den etwa 60 Meter breiten und 500 Meter langen Gefahrenbereich. Der Berg bewegt sich bis zu 130 Meter in 20 Jahren, fand der Geologe Karl Mayer im Zuge seiner Untersuchungen heraus. Die größte Gefahr, die dadurch entsteht: Das herabgerutschte Material könnte den Steinbach aufstauen und eine Mure verursachen. Diese könnte die Bebauung in Gaißach in Mitleidenschaft ziehen. Aus diesem Grund legte das WWA nach einer größeren Rutschung im Jahr 1981 eine Rohrleitung in den Steinbach. Diese dient im Notfall als Grundablass und soll verhindern, dass sich das Wasser in größeren Mengen aufstaut.

Trotzdem ist Bürgermeister Stefan Fadinger unruhig. „Wenn man vor Ort ist, sieht man, dass das Rohr zugeschüttet werden könnte.“ Deshalb hofft er auf einen Runden Tisch. Zusammen mit den Fachleuten vom Wasserwirtschaftsamt will er mögliche Lösungsansätze durchsprechen und die Gefahr ein für allemal bannen.

Das dürfte allerdings schwierig werden: „Man wird den Hang nie ganz zum Stillsand bringen“, sagt Gröbl. Zwar gebe es technische Möglichkeiten. „Die sind aber sehr teuer“, sagt der Sachgebietsleiter „Wasserbau“. So könnte man aus dem Weg einen Tunnel machen oder den Hang mit Felsnägeln und Erdankern stabilisieren. Bislang scheiterten solche Überlegungen aber an der Frage, wer bezahlt. Gröbl sieht die Waldbauern und Grundeigentümer in der Pflicht, da sie den Weg am meisten nutzen. Seine Behörde sei dagegen hauptsächlich für den Steinbach zuständig. Und der sei dank der Rohrleitung sicher. „Es besteht keine akute Hochwassergefahr.“

Über die Gründe, warum sich der Hang nach knapp sieben Jahren wieder in Bewegung gesetzt hat, kann Gröbl nur spekulieren. Vermutlich sei in letzter Zeit viel Wasser in den Hang eingedrungen. Dadurch gewinne das Material an Gewicht und rutsche schließlich ab. Da halfen auch die bereits umgesetzten Entwässungsmaßnahmen nichts. Oder die Baumfällarbeiten im unteren Bereich des Hangs. In der Hoffnung, den Gefahrenbereich auf diesem Weg von zu viel Gewicht zu entlasten, waren in den vergangenen Jahren Teile des alten Baumbestands gefällt worden.

Nach solchen Misserfolgen zieht das Wasserwirtschaftsamt in Betracht, den Weg auf die andere Seite des Steinbachs zu verlegen. Solche Überlegungen gab es bereits im Jahr 2011. Sie waren aber verworfen worden, da auch der gegenüberliegende Hang rutschgefährdet ist.

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