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Familienproduktion: Gemeinsam mit Inhaberin Yasemin Kistiloglu Ehliz (2. v. li.) bedrucken ihre Cousine Tugba Sahanoglu (li.), ihr Mann Tolga Kistiloglu, ihr Cousin Emre Ataseven und ihr Schwager Erdal Türkmen die Handtücher.

Unternehmensporträt

Handtücher aus Gaißach für die Play-offs

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Wenn am Freitagabend in der Deutschen Eishockey Liga die Nürnberg Ice Tigers und der Augsburger EV zum Play-off-Spiel fünf aufeinandertreffen, sorgt ein Produkt aus dem Isarwinkel für Stimmung auf den Rängen. „Crazy Company“ bedruckt 60.000 Fan-Handtücher. Ein Besuch bei der Firma in Gaißach.

Gaißach– Rund um das Haus an der Mosersäge 10 in Gaißach stapeln sich die Kisten. Nebenan stehen große Baumaschinen, eine Erweiterung soll entstehen. „Wir brauchen dringend mehr Platz“, erklärt Yasemin Kistiloglu Ehliz. Die 33-Jährige ist Inhaberin der jungen Werbefirma „Crazy Company“.

Der Grund für die vielen Pakete, die sich im und um das Haus verteilen: Die Nürnberg Ice Tigers haben für die Play-offs 60 000 Handtücher bestellt, die die Gaißacher bedrucken und pünktlich zu den Spielen liefern.

Die Tradition des sogenannten „rally towels“ stammt aus Nordamerika. In der dortigen Profi-Liga NHL sind die Handtücher häufig zu sehen. Sie dienen nicht nur dazu, sich in besonders spannenden Phasen den Schweiß von der Stirn zu wischen, sondern sorgen auch für Stimmung, wenn sie beispielsweise nach einem Tor geschwungen werden.

Auf „Crazy Company“ wurden die Nürnberger beim „Deutschland Cup“ aufmerksam. „Die Fans dort waren begeistert, dass wir vor ihren Augen Textilien individuell bedruckt haben. Sie haben vor Ort ihre Trikots und T-Shirts ausgezogen und wollten ihre Namen drauf haben“, erzählt Abdullah Ehliz, Papa von Yasemin. Er stellt seiner Tochter Räumlichkeiten seiner eigenen Firma zur Verfügung und hilft mit – wie ein Großteil der Familie.

Bereit für die Fans: 7500 bedruckte Handtücher aus Gaißach werden pro Play-off-Spiel der Nürnberg Ice Tigers an die Besucher verteilt.

Um die Handtücher, die aus turkmenischer Baumwolle sind und in Zentralanatolien gefertigt werden, für die Nürnberger mit Wunschmotiv zu bedrucken, benötigte „Crazy Company“ neue Maschinen. Sie arbeiten im sogenannten Siebdruck-Verfahren. Am Siebdruck-Karussell, das sich die Firma zugelegt hat, können sechs Personen gleichzeitig arbeiten. „In der Stunde schaffen wir 500 bis 550 Stück“, sagt Abdullah Ehliz. 7500 sind es pro ausverkauftem Play-off-Spiel in Nürnberg. Nach dem Druck werden die Handtücher bei 160 Grad getrocknet. „Meistens sind sie noch warm, wenn wir sie für den Transport verpacken“, sagt Yasemin Kistiloglu Ehliz.

Gestern Nachmittag wurden die Handtücher nach Nürnberg geliefert, wo sie auf den Sitzen verteilt wurden, um so die Besucher der heutigen Partie zwischen Nürnberg und Augsburg zu empfangen. Auf dem Eis sorgt Kistiloglu Ehliz’ Bruder Yasin mit seinen Mannschaftskameraden für Furore.

Auch eine Abordnung von „Crazy Company“ wird im Stadion sein. Neben den Handtüchern haben die Gaißacher einige andere Produkte für die Play-offs hergestellt, die sie dort vor Ort individuell bedrucken können. Yasemin Kistiloglu Ehliz hat außerdem eine Marktlücke entdeckt: Eishockey-Fanartikel für Frauen. „Auf dem Gebiet gab es bislang kaum etwas“, sagt sie. „Frauen wollen Glitzer oder Strass.“ Dafür steht ihr eine eigene Folie zur Verfügung, die auf Textilien gedruckt werden kann.

Die Ideen kommen gut an. Der Familienbetrieb ist derzeit fast rund um die Uhr im Einsatz. „Ich wurde schon manchmal gefragt, wann wir eigentlich schlafen“, sagt Kistiloglu Ehliz lachend. „Aber was bei anderen Betrieben der Weihnachtsstress ist, sind bei uns die Play-offs.“

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